Arbeitslosengeld und Depressionen?

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7 Antworten

Ich würde mir an deiner Stelle mal eine kleine Liste mit Dingen anfertigen die du erledigen musst. Dann arbeitest du nach und nach alles ab. Du darfst dich nicht verrückt machen lassen. Ich sprech aus Erfahrung. Und ja ich hab auch Tabletten genommen. Ich hab aber auch gelernt mich nicht auf andere Menschen zu verlassen. Such dir doch eine kleine Beschäftigung wo du vielleicht ehrenamtlich arbeiten kannst. Du fühlst dich wieder gebraucht und du kommst unter Menschen. 😊

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Aus meiner Erfahrung mit ähnlich verfahrenen Situationen bei Klienten (und auch mit den ewigen Wartezeiten für ambulante Facharzttermine ) hätte ich folgendes empfohlen:

- ruf den psychosozialen Dienst an, die schicken sofort jemanden zu dir

- oder lass jemanden aus deiner Familie dort anrufen. Wenn der Begiff "suizidale Gedanken" fällt und das bei einer bekannten Depressiven reagieren die auch sofort

- letzte Idee: freiwilige Einweisunf in eine psychosoziale Klinik. Damit hättest du mehrere probleme auf einmal gelöst: das JC muss erst mal die Füße still halten, du kannst deine medikamentöse Einstellung überprüfen lassen, bist erst mal aus der Schusslinie und hast zumindest mehr fachliche Nachbetreuung als jetzt überhaupt.

- letztlich würde ich das Gespräch mit dem Teamleiter / dem Vorgesetzten deiner Sachbearbeiterin suchen. Würde um die Zuweisung einer anderen Mitarbeiterin bitten, da diese dich - bei völliger Ignorierung deiner (bereits länger bestehenden) Erkrankung derart und unverhältnismäßig unter Druck setzt und dir Angst macht, dass sich als Folge deine psychische Situation nicht stabilisiert, sondern sich dein Krankheitsbild verschlimmert.

Zu einem solchen Gespräch würde ich mir immer jemand fachkompetentes mitnehmen.

Ich wünsch dir alles Gute

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Wapiti201264 13.07.2017, 15:48

Du kennst Dich ja gut aus.

Scheint mittlerweile ein gut funktionierendes System zu sein...

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koten 13.07.2017, 16:13
@Wapiti201264

Leider gehöre ich auch zu denen die sich auskennen.

Es gibt viele einzelne Stellen, die helfen können. Der Intergationsfachdienst (so heißt das in NRW) wäre wohl auch eine passende Anlaufstelle.

Leider haben die alle nicht genug Geld für Öffentlichkeitsarbeit. Und die Lokal-Blätter schreiben auch lieber über spannenderes.

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EstherNele 13.07.2017, 19:16
@Wapiti201264

Höre ich da eine gewisse Ironie heraus?

Ich habe 13 Jahre in Berlin im Bereich beratende Sozialarbeit gearbeitet, der weitaus größte Teil meiner Klienten im Leistungsbezug.
Und in dem Job gehst du auch schon mal mit zu einem Arztbesuch, wenn der Klient das wünscht und sich allein nicht traut.

Da füht man genauso die Gespräche mit dem Psychosozialen Dienst oder den Sozialarbeitern des KH, immer mit Wissen und ausdrücklicher Genehmigung des Betroffenen.

Und genau diese Gesprächspartner empfehlen das, was ich oben geschrieben habe - als letzten Notanker, bevor eine finale Kurzschlussreaktion des psychisch Kranken passiert.

Denn alle Beteiligten in dem "System" wissen, dass die ambulante Ärzteschaft mit Kassenzulassung nicht annähernd die Anzahl der Patienten bewältigt.

In Berlin geht das so: bist du fachlich gut und hast dir einen Namen gemacht, dann verlegst du deine Praxis in einen der finanzkräftigeren Bezirke, gibst deine Kassenzulassung zurück und behandelst ab sofort nur noch Privatpatienten.

Auf der Strecke bleiben die Kassenpatienten, am schlimmsten die nicht mobilen, die noch nicht mal aufs Umland ausweichen können.

Außerdem habe ich nicht nur einmal Mitarbeiter des JC erlebt, die Kunden mit psychischen Erkrankungen quasi Simulantentum unterstellt haben und denen Druck gemacht haben bis an die Grenze des rechtlich überhaupt Zulässigen.

Was das mit psychisch kranken Personen macht, kannst du dir selbst ausmalen.

Es ist traurig, dass es dieses "System" , wie du es nennst, überhaupt geben muss, aber es ist möglicherweise eine Pause und eine Wegnahme des Druckes von jemandem, der sonst mit seiner Erkrankung gar nicht mehr zurechtkommt und zeitgleich wegen einer Sanktion aus seiner Wohnung fliegt. Und wenn man damit jemandem helfen kann, dann bediene ich mich auch dieses Systems.

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koten 13.07.2017, 16:09

Es kann auch eine Klinik für Psychosamatik oder Psychotherepie sein.

Ob psychiatrische Klinken auch geeigent sind, weiß ich nicht. Aber wenn nur Psychiatirie Und Neurologie angeboten werden, wäre ich sakptisch

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- Du hättest keine Sperre bekommen, wenn du mit einer Bescheinigung von deinem Arzt zum Jobcenter gegangen wärst vor deiner Kündigung der Ausbildung.
- Wenn du es nicht zum Arzt schaffst, dann hast du auch nicht die Kraft, dich um eine andere Abmilderung der Folgen zu kümmern -also müssen wir hier nicht nachdenken, wenn du es sowieso nicht schaffst.
- Dein Hausarzt kann auch Hausbesuche machen. Da musst du aber anrufen.
- Der Psychosoziale Dienst macht auch Hausbesuche
- Doppelte Dosis einnehmen..... hast du dir das selbst ausgedacht oder wurde das mit deinem Arzt besprochen?

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KiaraAnin 13.07.2017, 13:06

schön, dass du alles besser weißt. - ich habe eine Sperre bekommen, weil meine Arbeit beim Jobcenter lügen über mich verbreitet hat. - Irgendwas muss ich ja machen, damit ich nicht obdachlos werde? - nein, er macht keine Hausbesuche, bin ja nicht blöd. - Kann sein, weiß ich nicht. - natürlich spreche ich sowas mit meinem Arzt ab, bin ja nicht total verblödet.

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loema 13.07.2017, 13:11
@KiaraAnin

Wenn der Arbeitgeber dich gekündigt hat, dann bekommst du eine Sperre, wenn du Fristlos gekündigt wurdest.
Und das wären dann Gründe wie unentschuldigtes Fehlen( mit 2 Abmahnungen, Griff in die Kasse, Diebstahl von Waren, ....)
Wenn der Arbeitgeber dir einfach so gekündigt hat, dann bekommst du keine Sperre.

Aber nochmal zum Jetztstand.
Ohne AU, ohne Nachweis einer Erkrankung, bekommst du eine Sperre.
Weil es sonst unentschuldigte Fehlzeiten sind.

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Wapiti201264 13.07.2017, 13:07

Anrufen ist sicher auch zu anstrengend.

Sie rennt sehenden Auges direkt ins offene Messer.

Weniger Drogen würden eher helfen als mehr.

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KiaraAnin 13.07.2017, 13:19

In dem Brief vom Jobcenter stand, dass ich gekündigt wurde, weil die mich versucht haben anzurufen und ich nicht dran gegangen wäre. Ich habe aber keinen Anruf bekommen, weil die auf meiner neuen Nummer angerufen haben ( Habe ich später erfahren), die aber irgendwelche Schwierigkeiten mit sich brach ( konnte nicht angerufen werden, aber ich konnte anrufen ) weshalb ich dann eine neue Sim-Karte bekommen habe. Eine damalige Kollegin, hat meiner Chefin einfach meine neue Handynummer gegeben, weil ich mit der bei whatsapp ' angemeldet ' war und sie dann wohl dachte, dass ich damit auch telefonieren könnte.

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Wenn du doch Tabletten bekommst und seit 8 Jahren Depressionen hast, dann bist du doch normalerweise in Behandlung. Den Gang zum Arzt musst du schon machen, denn eine Krankschreibung auf Bestellung wirst du nicht bekommen.

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KiaraAnin 13.07.2017, 13:30

ich bin früher nicht zum Arzt gegangen.. ich dachte, dass das nur vorübergehend wäre und es schon wieder weg geht.. Psychologen.. ich glaube da war ich jetzt bei 8 verschiedenen, aber ich bin mit niemanden klar gekommen, also habe ich es aufgeben.. ich weiß, dass ich zum Arzt muss, aber eine Krankenmeldung für die gesamte Woche kann er mir ja nicht geben..

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kaufi 13.07.2017, 13:55
@KiaraAnin

Meinst du jetzt diese Woche ab Montag eine Krankschreibung oder generell eine Woche ? Fakt ist das du schon mithelfen musst das dir geholfen wird. Auch ein Psychologe kann dir nicht ohne Mitarbeit deinerseits helfen.

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Dich aufraffen und zum Arzt gehen, niemand trägt dich dorthin, das mußt du schon alleine machen. Immerhin kannst du ja auch hier posten.

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Ich frage mich nur, wie wir das früher immer ohne Depressionen ausgehalten haben, so viel besser war unser Leben ja nun auch wieder nicht.

Mein Vater hat immer "Reiss Dich zusammen!" gesagt, wenn mich wieder ein Herzeleid plagte - und wehe, ich tat das nicht!

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KiaraAnin 13.07.2017, 13:03

Kann ja sein, aber ich habe meine Gründe wieso ich welche habe.

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Wapiti201264 13.07.2017, 13:06
@KiaraAnin

Du wirst es nicht glauben, aber ich hatte auch "Gründe", so wie Ihr sie habt, und heute mehr denn je. Aber ich schätze mal, das ist wohl die heutige Mentalität.

Jammern auf hohem Niveau.

Man sollte Euch alle mal zwei Wochen in der Wüste aussetzen mit nichts ausser einer Zwei-Liter-Flasche Wasser und einem Sonnenschirm.

Ihr würdet wahrscheinlich alle , ach was weiss ich... :(

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KiaraAnin 13.07.2017, 13:07

ich wünsche dir, dass du mal alles durch machst, was ich durch gemacht habe. Danach können wir weiter reden.

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Wapiti201264 13.07.2017, 13:13
@KiaraAnin

Erzähl mal, Schätzchen. Ich in doppelt so alt wie Du, glaubst Du im Ernst, mein Leben ist ein Ponyhof gewesen?

Wach mal auf, Kindchen.

Ich wurde schon in der Grundschule gemobbt, bis ich 16 war. Dann wurde ich "traumatisiert", wie Ihr sagen würdet, durch die Scheidung meiner Eltern, die meine kleine Schwester bis heute nicht verkraftet hat.

Mit den Männern hatte ich auch nicht viel Glück, ich habe sicher zwanzig Jahre über Selbstmord nachgedacht, fand aber, ich könne das denen, die mich lieben, nicht antun.

Und Du so? :) (Die Auflistung ist natürlich nicht vollständig, es fehlen ein paar Krankheiten, diverse Jobverluste, Verluste an Freunden/innen usw.)

Ihr wollt nicht einsehen, dass Leben Kampf bedeutet und versucht einfach, das mit Drogen ("Antidepressiva") auszublenden. Deshalb gibt es auch keine Termine bei Psychologen. Auch nicht für die, die dringend einen bräuchten. :(

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ChristinBambi 13.07.2017, 13:24

Sind wir wieder bei der Generation "das ist eine Mode-Krankheit" angekommen.. Schön, dass du deine Meinung darüber hast, aber es sind anerkannte Erkrankungen DARÜBER brauchen wir hier echt nicht diskutieren. Bitte verzeihe mir meine raue Tonart, aber das hilft hier einfach niemandem, wenn du so einen Kommentar raustrittst!

Zumindest weiß ich, dass sich viele Leute aus der Generation meiner Eltern (BJ56 und 59) und auch davor dann einfach irgendwo umgebracht haben, weil sie sich eben nicht mehr "zusammenreißen" konnten. Da haben die Kinder dann den Vater erhängt im Waschkeller gefunden. DAS hätte sicherlich verhindert werden können, wenn diese Person einen Psychologen hätte haben können und nicht von seinem Umfeld wahrscheinlich noch den Spruch "ach reiß dich zamm" kassiert hätte.

Probleme gabs früher und heute, früher wurden sie halt ignoriert.. ist ja psychisch und nicht physisch, sieht man ja nicht wie einen amputierten Arm oder so-.-

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Wapiti201264 13.07.2017, 13:37
@ChristinBambi

Liebe ChristinBambi, ja, ich glaube in der Tat, dass das in 90% der Fälle eine Modekrankheit ist.

Es ist natürlich richtig und wichtig, dass man sich jetzt um die psychisch Kranken kümmert - aber es können doch nicht so viele sein?

Und wie die FS hier larmoyant ihre "Probleme" und die Folgen inkl. Obdachlosigkeit objektiv schildert, kommt es mir so vor, als würde sie die Fürsorge doch einfach nur ausnutzen.

"Helft mir, ich schaffe das nicht, macht ihr das für mich." - Das geht aber nicht! Wir können nicht ihr Leben für sie leben.

Dein Ton ist okay, aber in meinem Fall nicht angebracht.

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hondabubi 13.07.2017, 15:34

Sehr gut geschrieben. Das war auch mein Gedanke. Früher war schon alles schlimmer. Denk mal wer regelmäßig beschäftigt wird oder jeden Tag früh zeitig aufstehen muss hat gar keine Zeit groß nachzugrübeln. Man sollte alles immer positiv sehen und sich nicht verrückt machen lassen.

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Wapiti201264 13.07.2017, 15:45
@hondabubi

Danke Dir, Hondabubi.

Man traut sich ja kaum noch, all die "Depressiven" und "Burnouter" zu kritisieren, die kommen ja doch meistens mit der "Ich--bring-mich-gleich-um"-Masche...

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Hey, eins vorweg, du kannst nicht alles von dir abwenden, auch wenn du ernsthafte Probleme hast. Letztendlich bist du trotzdem für dich verantwortlich und ich kann dir nur raten, dich zumindest dahingehend zu überwinden, deine wichtigen Termine o.ä. wahrzunehmen damit deine Situation sich nicht noch weiter verschlechtert.

Wo man am Besten und am schnellsten Hilfe findet weiss ich nicht aber raff dich auf wenigstens für dich zu sorgen damit sich deine Situation zumindest erstmal nicht verschlimmert.

Wenn du dann stabiler bist wird alles wieder bergauf gehen :) Kopf hoch! :)

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KiaraAnin 13.07.2017, 13:24

ich weiß.. du hast ja auch recht.. das einzige wozu ich mich momentan aufraffe sind meine Katzen. Denen fehlt wirklich an nichts. Zum Glück. Es ist mir selbst beim Arzt unangenehm ständig hin zu rennen und mich krank schreiben zu lassen.. Deswegen gehe ich da wahrscheinlich auch nicht mehr so gerne hin, weil ich einfach Angst habe, dass er mir nicht mehr glaubt, weißt du..

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