Arbeitslosengeld-Frage: Stimmt es wirklich, dass man bei einer Kündigung 3 Monate kein Geld erhält?

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7 Antworten

wer selbst kündigt kann eine alg1 sperre erhalten. ob es eine gibt und wie lange diese ist und wie hoch, ist individuell zu betrachten.

man kann dann alg2 beantragen. von dort kann es eine sanktion geben wenn grundlos selbst gekündigt wurde.

es kann auch sein, dass man gekündigt wurde fristlos/außerordentlich. da man seine bedürftigkeit selbst herbei gerufen wurde, kann hier gesperrt und im alg2 sanktioniert werden.

pauschal lässt sich also nicht sagen, dass auf jede kündigung schema f gefahren wird. das stimmt nicht.

Das stimmt - bei eigener Kündigung.

Für die Zeit der Sperre kann man vermindertes ALG II beantragen.


Miwalo 25.07.2016, 19:43

ok, vermindertes Alg gäbe es schon. Ich dachte schon.

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geiermeier1 26.07.2016, 12:13

die antwort ist falsch. denn nicht jede eigene kündigung läuft einher mit einer sperre des alg1 und mit sanktionierten - nicht gemindertem- alg2.

es gibt kein gemindertes alg2 was man beantragen kann. es wird normal beantragt und es kann sein das eine sanktion erfolgt.

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beangato 26.07.2016, 13:48
@geiermeier1

Du irrst.

Arbeitslosengeld II während der Sperrzeiten

Kann der Leistungsempfänger während einer Sperrzeit seinen
Lebensunterhalt nicht allein bestreiten, kann er gegebenenfalls
Leistungen zur Grundsicherung, also Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beantragen.

...

dass aufgrund der Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld I Sanktionen in Höhe von 30% beim Arbeitslosengeld II verhängt werden.

http://www.alg-i.de/sperrzeiten.html

Das nenne ich "vermindert".

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Das stimmt nur, wenn man selber den Job kündigt. Dann gibt es 3 Monate Sperre, weil man die Arbeitslosigkeit selber herbeigeführt hat

EstherNele 26.07.2016, 22:35

Das trifft auch dann zu, wenn es sich um eine personenbedingte Kündigung handelt - wenn ich also durch schwerwiegendes oder mehrfaches Fehlverhalten meine Kündigung selbst verursacht habe.

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Die Sperrfrist von 3 Monaten gilt nur bei einer Kündigung durch den Arbeitnehmer.

Wenn man selber seinen Job kündigt, hat man in der Regel schon einen neuen. Wenn man kündigt, ohne einen neuen Job zu haben, hat man so viel Geld zusammen gespart, dass man drei Monate ohne ALG auskommt. Wenn man kündigt, ohne einen neuen Job zu haben und ohne gespart zu haben, ist man einfach nur ein Idiot.

Miwalo 25.07.2016, 19:39

Du kennst ja den jeweiligen Grund nicht. Keiner kündigt einfach so.

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deshalb sollte man nur selber kündigen, wenn man einen neuen Job hat !

Das gilt nur, wenn man selbst kündigt. Wer zu wenig Geld hat um 3 Monate über die Runden zu kommen, sollte es also nicht tun.

Miwalo 25.07.2016, 19:38

Aber das kann doch nicht wahr sein. Da wird jemand gezwungen in einem Job zu bleiben??!

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sonicdragolgo 25.07.2016, 19:39
@Miwalo

Naja nicht wirklich. Aber Unterstützung vom Staat erhältst du halt erst, wenn du 3 Monate nach der eigenen Kündigung immernoch arbeitslos warst.

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Anni478 25.07.2016, 19:43
@sonicdragolgo

Man wird ja nichts gezwungen, in dem Job zu bleiben. Man kann sich ja einen anderen Job suchen. Aber warum soll das Amt bzw. die Allgemeinheit dafür zahlen, wenn jemand die Möglichkeit hat sein Geld selbst zu verdienen, diese aber aus welchen Gründen auch immer nicht nutzt. Ich finde es nur gerecht. Wenn es anders wäre, würde die Arbeitlosenzahl vermutlich rapide ansteigen.

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Miwalo 25.07.2016, 19:41

Aber wenn derjenige nicht gespart hat, nimmt man in Kauf, dass derjenige obdachlos wird?

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Anni478 25.07.2016, 19:44
@Miwalo

Wieso obdachlos? Er hat oder hatte doch Arbeit. Er hat das selbst zu verschulden. Und sollte er gekündigt haben aus gesundheitlichem Grund, kann er ein Gutachten vorlegen, dass dies bestätigt, dann fällt die Sperre weg.

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sonicdragolgo 25.07.2016, 19:45
@Miwalo

Das ist zwiespältig. Wenn du gekündigt wirst, bekommst du sofort Arbeitslosengeld. Aber wenn du selbst kündigst und somit hättest weiter dort arbeiten können, dann geht man davon aus, dass es nicht schlimmer gewesen wäre weiter zu arbeiten als arbeitslos zu werden und somit kein Grund für die Kündigung bestand.

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bastidunkel 25.07.2016, 19:46
@Miwalo

Wenn derjenige zu blöd oder zu faul ist, sich einen anderen Job zu suchen, bevor er kündigt, ist er es doch selber schuld. Es gibt Jobs wie Sand am Meer. Ich bin mit der Schule fertig und musste die Zeit bis zum Studium überbrücken. Ich habe 4 Jobs gleichzeitig. 

Helfer auf einer Baustelle

am Wochenende Kellner in einem Biergarten

Aushilfe bei einem Getränkleladen

Freitags Autos putzen an einer Tanke.

Wer in Deutschland keine Arbeit findet ist es selber schuld.

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sonicdragolgo 25.07.2016, 19:49
@bastidunkel

Oder zu blöd dafür. Aber da begeben wir uns leider auf eine Ebene, die hier nicht gerne diskutiert wird. Sprich: was macht man mit Leuten, die für Spezialbereiche (in denen sie eine Ausbildung haben) nicht aber für den Rest einfach zu blöd sind...

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EstherNele 26.07.2016, 23:20
@bastidunkel

@ bastidunkel

Hast du mal daran gedacht, dass dein Beispiel für einen jungen Menschen als Übergangslösung durchaus machbar ist, aber nicht mehr in jedem Alter oder in jeder Lebenssituation (Gesundheit, familiäre Situation)?

Ich empfinde es nämlich nicht als positive Entwicklung unserer Arbeitsmarktsituation, dass Menschen zwei oder drei Jobs brauchen, um über die Armutsgrenze zu kommen.

Eher befürchte ich, dass das so Richtung amerikanischer Arbeitsmarkt geht . 

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Miwalo 25.07.2016, 19:47

Aber nehmen wir einmal folgende Szenarien an,.. entweder a) er wird gemobbt b) er will seine Eltern pflegen c) er ist krank, kann den alten Job nicht mehr ausüben d) er wird unterbezahlt oder oder oder Das ist ja moderne Sklaverei.

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Miwalo 25.07.2016, 19:50

Die Allgemeinheit dafür zahlen - naja, man würde eher für die Freiheit bezahlen seinen Job jederzeit kündigen zu können, wenn man schlecht behandelt wird. So sehe ich das.

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Anni478 25.07.2016, 19:57
@Miwalo

Es muss ein triftiger Grund sein, (a) und (b) sind keine! (c) ist möglich, muss natürlich glaubhaft nachgewiesen werden.

Es ist bereits sehr schwer für Arbeitgeber, geeignetes Personal auf dem Arbeitsmarkt zu finden, weil m.E. bereits jetzt die Unterstützung durch den Staat übertrieben wird. Schlecht behandelt wird übrigens nur der, der sich schlecht behandeln lässt. Wenn es an fachlichen Qualifikationen mangelt, muss man eben nehmen was kommt. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

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Miwalo 25.07.2016, 19:53

Man zwingt z.b. weniger gebildete Menschen in Scheißjobs und dann können sie nichtmal kündigen, das ist wirklich widerlich.

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bastidunkel 25.07.2016, 19:59
@Miwalo

Es gibt keine Scheißjobs. Es gibt nur zu viele Leute, die sich zu fein sind, sich die Finger schmutzig zu machen.

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Anni478 25.07.2016, 20:02
@Miwalo

Wieso "man"???? Vielleicht einfach die Schuld bei sich selbst suchen!? Warum sollte jemand, der viel Geld und Zeit in Ausbildung, Studium und Fortbildungen gesteckt hat, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen in Vergleich gestellt werden zu jemandem, der auf seine Bildung keinen Wert gelegt hat. Schlimm genug, dass qualifiziertes Personal in Berufen, die generell schlecht bezahlt werden aufgrund des Mindestlohns heute  teilweise genauso viel verdienen wie Hilfsarbeiter ohne jedwede Qualifikation.

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EstherNele 26.07.2016, 23:14
@bastidunkel

@ bastidunkel

Oh doch - es gibt Scheißjobs! 

Das sind gar nicht immer die, wo man sich die Finger schmutzig macht, wie du meinst, es sind auch nicht immer die minderqualifizierten Jobs. Es ist oft die Bezahlung und die Ausgestaltung eines Jobs, die aus einem Job mit durchaus Verantwortung einen Scheißjob machen kann!

Und wenn du dann ein bestimmtes Alter hast, es vor Ort deinen alten Beruf nicht mehr gibt oder du ihn nicht mehr ausüben kannst, wenn du nicht einfach wegziehen kannst, weil du deine 80-jährigen Eltern vor Ort hast, weil die ganze Region langsam leerstirbt und du auch im Umland nichts findest ... dann bestimmt dein Arbeitgeber ziemlich frei die Konditionen und macht aus dem Job einen Sch ...job. Und du bist froh, dass du was hast und noch ein paar Rentenpunkte sammeln kannst.

Ein Freund von mir, fast 60, fährt als Shuttlefahrer (Personentransport) Leute aus unserem Nest, Privatpersonen wie Dienstreisende der hier ansässigen Firmen, meist zum nächsten großen Flughafen (Berlin) oder zu anderen Verkehrsanbindungen.

Er hat Fahraufträge zu jeder Tages- und Nachtzeit, mal um 10 Uhr abends, mal um 2 Uhr früh, hat nach Rückkehr manchmal ein paar Stunden Zeit und fährt wieder. Er hat Tage, da ist er innerhalb von 24 Stunden 15-18 Stunden hinterm Steuer, er erfährt manche Aufträge erst 12 Stunden vorher, langfristige Planung fast unmöglich.

Wenn er Fahrgäste nach Berlin schafft und die nächsten Passagiere 4 Stunden später dort aufnehmen soll zur Rückfahrt, dann hat er auf Anordnung des Chefs aus Kostengründen dort zu warten. Denk nicht, dass er davon auch nur eine Minute bezahlt bekommt.

Er bekommt keinen Nachtzuschlag, gerade mal Sonntags ein paar Euro mehr.

Er hebt sich seine Urlaubstage (Mindesturlaub) auf, um in auftragsarmen Zeiten (wie jetzt in der Urlaubszeit) wenigstens ein bisschen mehr Geld zu bekommen, wenn er noch einen Urlaubstag schreibt, obwohl er quasi auf Abruf vor Ort ist. 

Er hat eine Festanstellung mit  beschi...en Arbeitskonditionen, viel Verantwortung, verdient Mindestlohn und hat Monate mit ca. 650 - 700 € Netto. Ohne seine Lebensgefährtin wäre er permanent Aufstocker, trotz 100-130 Arbeitsstunden im Monat, je nach Aufträgen.

Und er ist froh, im Landkreis mit der höchsten Arbeitslosigkeit des Bundeslandes Brandenburg überhaupt einen Job zu haben. 

Also erzähl nicht, dass sich die Leute, die in solchen (prekären) Arbeitsverhältnissen sind, bloß zu fein zum Arbeiten sind.

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Miwalo 25.07.2016, 20:42

Außerdem kann man ja anscheinend vermindert Unterstützung beantragen. Das ist doch fair.

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Miwalo 26.07.2016, 08:11

Danke für die Diskussion!

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Miwalo 28.07.2016, 08:46

@EstherNele danke, genau an solche Beispiele habe ich gedacht. Menschen, die sich für wenig Geld kaputtarbeiten und niemand nimmt ihr Leid wahr. Behauptet "das ist gerecht" ohne jemals zu solchen Konditionen gearbeitet zu haben. Gerne können auch noch mehr Menschen Beispiele aufzählen.

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