Arbeitslos, nebenberuflich selbständig und schwanger.

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Guten Morgen, Vieras,

Sie zäumen das Pferd von der falschen Seite auf. Zunächst einmal sollten Sie sich selbst für die Schwangerschaft beglückwünschen. Als Vater kann ich sagen, dass es nichts Schöneres, Glücklicheres und Erfüllenderes gibt, als ein Kind. In erster Linie geht es jetzt darum, dass Sie auf sich und auf Ihr Kind achten.

Nun zum nächsten Thema: Wir sollen nicht leben, um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben. Dass Sie sich arbeitslos gemeldet hatten, weil Ihr Vertrag nicht verlängert wurde, war sehr vernünftig. Nun haben Sie sich auf der Onlineschiene noch selbständig gemacht.

Auch das müssen Sie der Arge mitteilen, denn es zeigt ja auch, dass Sie sich mit der aktuellen Situation nicht glücklich schätzen und aus eigenem Antrieb etwas dagegen tun.

Zum anderen ist jeder Geschäftsanfang erst einmal schwer und mit Kosten verbunden. Zwar ist das im Augenblick mit wenig Zeit verbunden, aber dennoch hängen Sie doch viele Stunden im Internet, um neue Kontakte , Marketing und neue Warensortimente zu schaffen. Deshalb ist das nicht nebenbei, sondern auch hauptberuflich - denn darauf zielt es doch hin., Da die Arge nur wissen will, ob Sie im Monat mehr als 100€ dazu verdienen - weil es dann nämlich abgezogen wird- müssen Sie dem Jobcenter jeden Monat eine Gewinn- und Verlustrechnung reingeben. Ganz grob ein Beispiel: Eingenommen 245,00€ , davon Ware eingekauft 125 ,00€ , Telefon 45,00€ Ware zur Post gebracht, Verpackung und Marken: 23,50€ - also hatten Sie insgesamt 51,50€ Einnahmen gehabt.

Die dürfen Sie komplett behalten.

Ich würde an ihrer Stelle auch der Arge Ihre Schwangerschaft mitteilen. Denn damit kann man Sie nicht als Schwerstarbeiterin oder ähnliches , womöglich auch überhaupt nicht vermitteln. Sie sind ja verpflichtet, es bei ihrer Bewerbung anzugeben. Und da wird man Sie wohl kaum einstellen.

Machen Sie sich also keinen Stress, sehen Sie, wie Sie mit Ihrem Onlineshop weiter kommen und genießen die Schwangerschaft. In einigen Monaten wird man Sie besonders brauchen.

Wünsche Ihnen alles Gute

Vielen Dank für die aufmunternde Antwort! Die Arbeitsagentur weisst Bescheid darüber, dass ich schwanger bin und dass ich nebenbei Gewerbe angemeldet habe. Und ich weiss auch, dass ich nur ganz kleinen Gewinn machen darf. Ein Kind und auch eigener Shop sind meine zwei Träume. Dass sie beide gleichzeitig da stehen werden, hat sich einfach ergeben. Man kann eben nicht alles planen. Ich bin eine sehr erfahrene Einzelhändlerin und traue mir diesen Schritt zu. Weiss nur noch nicht ob mich die Arbeitsagentur dazu zwingen kann mich in meinem Beruf (letztes als Ladenleitung) weiter zu bewerben, da der Job mit langem Stehen, körperliche Anstrengung und Stress verbunden ist. Mein Nebengewerbe von zu hause aus dagegen ist momentan ganz easy.

1

Das kannst du mit einem kurzen Gespräch im JobCenter alles gut klären.

Bei ALG I kann man "stundenweise" einer Erwerbsarbeit nachgehen. Das darf halt einer Beschäftigungsaufnahme und den Verpflichtungen zur Jobsuche nicht im Wege stehen.

Zur Erwerbsarbeit gehört in diesem Sinne auch die Selbständigkeit. Oder auch eine Aushilfsstelle.

Gleiches gilt für ALG II. Da wird allerdings die Höhe Deiner Einkünfte auf das was Du bekommst angerechnet. Etwas darf man behalten und danach wird dann gestaffelt was abgezogen.

So lange Du in der Obhut von Agentur oder Jobcenter bist, bist Du auch beitragsfrei in Deiner Krankenversicherung. Du kannst natürlich dann auch Dein Kind im Rahmen der Familienversicherung dahin mitnehmen.

Es gibt nach der Geburt eine kurze Zeit, da muss man sich entscheiden, wo das Kind mitversichert wird. Mutter oder Vater. In Deiner ungeklärten Situation sollte das Kind dann doch erstmal beim Vater mitversichert sein, so er denn in der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Die privaten nehmen soweit ich gehört habe einen Beitrag für das Kind. Und die Leistungen sind auch nicht gleich. Und bei Kindern wird von der Kasse sehr viel mehr übernommen als bei Erwachsenen. Jedenfalls war das bei meinen Kleinen so, als die noch klein waren.

Das alles würde ich aber auch mit Deiner Krankenkasse und Deiner Arbeitsvermittlung besprechen. Ganz offen. Wobei ich persönlich an den hier getroffenen Aussagen schon zu knabbern habe, dass man dem zukünftigen Arbeitgeber nichts sagt. Ich finde, wenn das auch rechtlich gedeckt sein mag, dass das ein erster Vertrauensbruch ist. Leider kann ich Dir nicht sagen, ob die Arbeitsverwaltung da Sperren verhängen kann. Finde aber, dass man so etwas offen fragen kann.

Von Beruf bin ich ja Skeptiker. Und bei allen Geschäftsideen, die auf dem Internet basieren bin ich erst einmal skeptisch. Weil es im Internet genauso mühsam ist, an das Geld anderer Leute zu kommen wie im richtigen Leben. Daher viel Erfolg! Wenn was ist PN.

Schöne Grüße

Hallo Vieras,

als Frage nehme ich einfach deine Überschrift. Du bist gerade arbeitssuchend geworden, also ist das das Erste, was zu erledigen ist... Es kann ganz einfach sein mit dem Amt umzugehen und wer klar und offen fragt bekommt auch dort Unterstützung. Jedenfalls ist es mir so ergangen. Beratung dazu gibt es in jeder Stadt, bei uns auch von einer freien Initiative.

Für deinen Traum von der Selbstständigkeit hast du schon einen Ansatz gefunden: zuerst mal nebenberuflich! Beratung gibst an gleicher Stelle!

Jetzt noch rangiert die Schwangerschaft an dritte Stelle, da ändert sich auf ganz natürliche Weise und wird wohl das Naheliegenste/Wichtigste! Dann erledigen sich manche Fragen von ganz allein.

Jedenfalls steht dein persöhnliches Wohl ab jetzt an Erster Stelle!!!

Liebe Grüße, Dochwasgelernt

Hallöchen,

also eine Schwangerschaft muss man keinem Arbeitgeber mitteilen. Also bist du genauso vermittelbar wie alle anderen Arbeitssuchenden auch.

ALLERDINGS solltest du dir Gedanken darum machen, was ist wenn der AG dich vielleicht als Schwangerschaftsvertretung einstellt? und dann bist du selbst schwanger. DIe meisten Firmen/Arbeitgeber sind nicht grad erfreut darüber und lassen dich dann Spießruten-laufen...

Du bist trotz der Probezeit in einem Betrieb geschützt vor Kündigungen, Außnahmen sind Kleinbetriebe, die haben ein Sonderrecht.

Da du ja Einkünfte beziehst musst du das dem Amt mitteilen. Ich würde behaupten, bin mir aber nicht sicher, das du demzufolge dann nicht mehr arbeitslos bist und du somit auch keinen Anspruch mehr hast auf Arbeitslosengeld 1.

Solange man arbeitslos gemeldet ist, verlangt die AA, dass man sich um einen Job bemüht, also Bewerbungen schreibt, Termine wahrnimmt etc.

Ob man dadurch einen Job findet liegt natürlich wesentlich an einem selbst ;-)

Die nebenberufliche Tätigkeit muss unter 15 Wochenstunden bleiben, sonst entfällt der Leistungsanspruch.

Eine Schwangere stellt doch keiner an.

Was macht die Arge also? Sie zahlt dir dein ALG und gut ist.

Du könntest die Selbständigkeit auch als richtige Existenzgründung aufziehen und der AA unterstützen lassen. Bringt dir aber nur den Vorteil, dass die dich mit Jobsuche in Ruhe lassen. Um gefördert zu werden, hättest du das vor der Gewerbeanmeldung beantragen müssen.

Am besten du kümmerst dich um deinen Geschäftsaufbau und erfüllt nebenher die Auflagen vom Amt.

Eine Schwangere stellt doch keiner an.

Wenn du wirklich arbeiten willst, musst du deinen Zustand im Vorstellungsgespräch ja keinem auf die Nase binden. Du bist nicht verpflichtet, deine Schwangerschaft mitzuteilen.

Auch wenn du gesetzlich nicht dazu verpflichtet bist, empfehle ich, aus Fairness, dem neuen Arbeitgeber die Schwangerschaft nicht zu verheimlichen!

Tja Vieras,

jeder ist seines Glückes Schmied und Niemand muss ungewollt schwanger werden. Bei der Arge meldet man sich nicht arbeitslos, das macht mann bei der Agentur für Arbeit. Die Arge ist für ALG2 also Hartz4 zuständig. Du musst egal ob bei Arge oder Agentur f. A. deine Einkünfte aus der Selbstständigkeit angeben und die werden dir abgezogen, aber das nur nebenbei. Wirst du alleinerziehend sein? Wenn ja mach dich auf gar keinen fall selbstständig, dir fehlt dann jede Absicherung, sowohl für dich, als auch fürs Kind. Wenn das Kind auf der Welt ist wirst du keine Zeit mehr haben zum Arbeiten und auch nicht um selbstständig zu sein. Melde dein Gewerbe ab und such dir Arbeit. Natürlich musst du dich bewerben und auch an Maßnahmen teilnehmen, Schwangerschaft ist keine Krankheit. Es gibt viele Unternehmen die Schwangere einstellen, zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen, die dich dann kurz vorm Mutterschutz wieder kündigen können. Du stehst dem Arbeitsmarkt also voll zur Verfügung.

die dich dann kurz vorm Mutterschutz wieder kündigen können

das ist schon jetzt nicht mehr möglich. Siehe Mutterschutzgesetz.

0
@Maximilian112

das denke ich auch. wenn mich jemand einstellen würde, der müsste mich dann auch behalten.

0
@Maximilian112

Damit meinte ich das der Zeitvertrag so abgeschlossen wird das er kurz vorm Mutterschutz ausläuft, bzw. nicht verlängert wird. Das Wort Kündigung war etwas unglücklich gewählt in dem Fall.

0

Enschuldigung für meine Unwissenheit, ich habe mich schon bei der richtige Behörde gemeldet, habe jetzt nur den Namen verwechselt. Ich war noch nie arbeitslos und habe da daher keine Erfahrung. Und schwanger bin ich gewollt geworden. Und ich werde nicht alleinerziehend! Weitere Rechtfertigung finde ich nicht angebracht.

4
@Vieras

Du musst und solltest dich nicht rechtfertigen :-) diese Infos braucht man um dich richtig beraten zu können, denn du hast gefragt ob du dich dann richtig selbstständig machen sollst etc. da ist es einsehr großer UNterschied ob du alleinerziehend bist oder nicht. Denn wenn das der Fall ist und oder du nicht verheiratet sein wirst wenn du dich selbstständig machst wird dein Kind bei dir mitversichert sein bzw. ihr beide werden nicht beim Mann in eine Familienversicherung mit aufgenommen und du musst erstmal vorneweg 400.- € verdienen (Kein Umsatz sondern Gewinn) um dich und dein Kind monatlich sozial abzusichern.

0

Was möchtest Du wissen?