Arbeitslos mit Wunsch auf ganz andere neue berufliche Tätigkeit in Teilzeit

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4 Antworten

Da ich in meinem Beruf ein alter Spezialist in einer nicht mehr aktuellen Programmiersprache bin, sind anderweitige und passende Jobangebot nur sehr schwer zu finden.

Der Agentur für Arbeit könnte Weiterbildungskurse anbieten bzw. den Bildungsgutschein dafür, damit Deine beruflichen Chancen verbessert werden.

Ebenso möchte ich eigentlich auch nicht mehr in diesem Beruf tätig bleiben/werden und mich im sportlichen Sektor gerne umschauen. FItness / Yoga Oder etwas ganz Neues beruflich für mich finden. Zu Beginn erstmal in Teilzeit.

Du hast einen erlernten Beruf und man wird Dich nicht umschulen nur weil Du etwas anderes machen möchtest; das ist keine Voraussetzung um eine Umschulung bewilligt zu bekommen.

Wie weit habe ich beim Arbeitsamt die Möglichkeit meinen neuen gewünschten Weg einzuschlagen? Oder wird das Amt mit grundsätzlich Vollzeit in meinen alten Beruf vorbestimmen?

Die Agentur für Arbeit bestimmt grundsätzlich wo es lang geht. Du hast kein verbrieftes Recht etwas zu fordern; liegt alles im Ermessen der Agentur für Arbeit.

Ist es möglich Umschulungsmaßnahmen für seine neue Berufsorientierung zu bekommen oder verlangt das Amt eine Umschlung im Bereich moderne Programmiersprache, obwohl ich doch die Softwareentwickung verlassen möchte?

Vorschläge kann man immer machen, manchmal wird dem entsprochen.

WIrd das Amt nach den 4 Monaten Kündigungsfrist mich sofort in eine Maßnahme schicken oder Bewerbungen in Vollzeit im Bereich Softwareentwicklung erwarten?

Einen Bildungsgutschein kann man erst bekommen, wenn man 4 Wochen ALG bezieht.

Androhungen von Sperrfristen

Wenn Du betriebsbedingt gekündigt wirst, keine Sperrfrist.

Wenn Du vorgeschlagene Jobs einfach ablehnst, Sperre.

Mein Wunsch/Ziel wäre es halt, mich zunächst erstmal beruflich neu orientieren zu können ohne vom Amt sofort etwa saufgezwungen zu bekommen was ich nach 20 Jahren nicht mehr arbeiten möchte.

Du machst Vorschläge, die entscheiden.

MfG

Johnny

Das Arbeitsamt wird zunächst versuchen, Dich wieder in Arbeit zu vermitteln. Du bist verpflichtet, diese Angebote wahrzunehmen, d.h., Du mußt Dich bewerben.

Wenn Du längere Zeit oder aus anderen Gründen nicht vermittelbar bist, könnte der Vorschlag einer Umschulung vorgetragen werden.

Eine Umschulung ist eine Neuorientierung - alles andere wäre berufliche Weiterbildung.

Die Bewilligung der Kostenübernahme hängt dabei wesentlich von den folgenden Faktoren ab:

  1. Notwendigkeit der Umschulung/ Weiterbildung aufgrund von Qualifikationsdefiziten Um die Übernahme der Kosten für die von Ihnen gewünschte Weiterbildungsmaßnahme bewilligt zu bekommen, muss Ihr Berater zunächst feststellen, dass ein bestimmtes Qualifikationsdefizit auf Ihrer Seite vorliegt, das durch die Weiterbildungsmaßnahme zielgenau behoben werden kann und dass Sie dadurch außerdem Ihre Chancen auf eine (Re-) Integration in den ersten Arbeitsmarkt deutlich verbessern können. Das bedeutet, dass die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes in dem von Ihnen angestrebten Segment geprüft werden muss, Ihre persönliche Eignung für diesen Bereich festgestellt und die Wahrscheinlichkeit abgewogen werden muss, dass Sie nach Abschluss der Umschulung bzw. Weiterbildungsmaßnahme auch wirklich einen neuen Arbeitsplatz bekommen bzw. langfristig in Ihrem jetzigen Bereich erfolgreich tätig bleiben können. Um herauszufinden, ob der von Ihnen erwogene Berufswechsel angesichts der Entwicklungen des Arbeitsmarktes überhaupt ratsam ist oder ob es noch andere diesbezügliche Möglichkeiten gibt, empfiehlt es sich, vorab mit Ihrem Berater Kontakt aufzunehmen.

http://ratgeber-umschulung.de/kostentraeger/arge-jobcenter/

kenzo71 01.06.2014, 17:08

Hallo,

die Frage stellt sich jedoch wo soll ich mich dann bewerben? Kann das Amt es verlangen, dass ich von Hamburg ganz nach München muss weil gerade dort meine spezielle Programmierung gesucht wird? In meinem Bereich gibt es so gut wie kaum Stellenangebote weil die Programmiersprache veraltet ist.

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Oderdochnicht 01.06.2014, 17:34
@kenzo71

Es ist im Gespräch, daß die AfA genau so etwas verlangen kann, obwohl es unzumutbar ist.

In Deinem Fall wäre wohl eher eine Weiterbildung angebracht. Da Du aber einen Berufswechsel (durch Umschulung) in Erwägung ziehst, solltest Du das mit Deinem Arbeitsberater absprechen.

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Theoretisch ( also nach aussenhin.. Aber Papier ist ja geduldig ) gibts da schon Möglichkeiten. Praktisch wid das noch schlimmer kommen, als du gerade befürchtest. In D gibt es keinerlei "Berufschutz", sondern es geht nach "Zumutbarkeit". Eine komplette Umschulung wird dir kaum finanziert werden. Schon gar nicht im Bereich ALG1, sondern die werden ( wenn das überhaupt zum tragen kommen kann ) alles tun, um das soweit hinauszuzögern, dass das erst im Bereich von "Hartz IV" möglich ist und.... Wer würde sich schon freiwillig 2 Jahre Hartz IV innerhalb einer Umschulungsmassnahme antun. Bessere Karten wirst du tatsächlich mit Qualifikationen haben, die auf deinen erlernten Beruf "aufbauen". Aber auch das wird ein "Kampf" werden. ( Ausser du hast von irgendwoher eine fixe Einstellungszusage, wenn du gewisse Qualifikationen nachholst.. ). Du müsst dich sofort beim Amt melden, wenn die Kündigung da ist. Das Amt kann dich auch während dieser 4 Monate schon zu diesen sog. "Aktivierungsmassnahmen" schicken. Wird ohne sinnvolle Argumentation sicher auf "Folgen" hinauslaufen, wenn du eine Teilnahme verweigerst. Sinnvoll wäre es, erstmal in den sauren Apfel zu beissen und irgendwas anzunehmen, auch wenn dir das nicht beruflich taugt. Setz auf selbstfinanzierte Weiterbildung nebenbei ( Abendkurse etc. ) - Da gibts ein recht breites Spektrum an Angeboten.

kenzo71 01.06.2014, 17:04

Hallo,

offiziell muss ich nach der ausgesprochenen Kündigung ja 4 Monate noch arbeiten (Kündigungsfrist) Wie soll ich zu meiner Arbeitszeit noch Zeit für Maßnahmen haben. Das Amt wird ja von meiner tatsächlichen Freistellung nichts wissen.

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Vienna1000 01.06.2014, 17:52
@kenzo71

grübel Also, die Meldung muss definitiv sofort erfolgen. Der AG muss dann auch noch etwas für die Behörden ausfüllen, in dem unter anderem der Grund der Kündigung angegeben werden muss.. Irgendwie verbleibende Urlaubstage und evtl. Restansprüche.... Ich habe dieses Formular nun wirklich nicht "im Kopf".... Sehe hier aber mögliche Schwierigkeiten.

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Vienna1000 01.06.2014, 18:04
@Vienna1000

Habe das Formular gefunden. Wenn es richtig ausgefüllt ist, dann werden die darüber stolpern: "Vereinbarung über flexible Arbeitszeiten mit Arbeits- und Freistellungsphasen/Wertguthabenvereinbarung" bzw. "Das Beschäftigungsverhältnis ist beendet, weil die Beschäftigung nicht mehr ausgeübt wird, das Arbeits- verhältnis besteht jedoch fort " und "Vor oder nach der Kündigung wurden zusätzliche Vereinbarungen getroffen (z.B. Abwicklungsvertrag)"

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Vienna1000 01.06.2014, 18:58
@Vienna1000

Ich habe dazu jetzt noch ein wenig in meinen Unterlagen rumgeblättert. Meines Erachtens sollte es wieder was ganz anderes sein, wenn diese Restzeit als "Tätigkeit auf Abruf" ("Bereitschaftsdienst") deklariert werden würde. Dazu brauchts dann aber nen echt netten AG ;-)

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Hallo Kenzo. 1. Du musst dich mindestens 3 Monate vor Beendigung deines Arbeitsverhältnisses bei der Agentir für Arbeit AfA als Arbeistsuchend melden. Sonst wirst du eine Sperre bekommen. das kann dann ca. 2 Wochen kein AlG1 sein.

2.Du wirst Freigestellt und bekommst für 4 Monate noch dein Gehalt vom Arbeitgeber. In dieser Zeit bekommst du natürlich kein AlG1.

Aber deine 12 Monate Bezugszeit von AlG1 beginnt auch erst nach den 4 Monaten. Also hast du mindestens 16 Monate Geld.

  1. Wenn du der AfA sagst, du möchtest in zukunft nur Halbtags Arbeiten, bekommst du auch nur ca. die Hälfte des ALG! was du normal bekommen würdest. das wissen viele nicht. Entweder du kannst dir das leisten, oder du sagst das eben nicht, und bekommst den vollen ALG1 Satz bezahlt!

  2. Ob du eine Umschulung oder Weiterbildung bekommst, musst du mit deinem Sachbearbeiter bei der AfA besprechen.

Wenn du dich Arbeitssuchend meldest, sage gleich, dass du gerne vor Beendigung der 4 Monate einen Termin möchtest. so kannst du das noch vor dem Bezug des AlG1 klären.

kenzo71 01.06.2014, 17:01

Hallo,

von der 4 monatigen Freistellung soll/wird das Amt natürlich nichts wissen. Offiziell muss ich nach betrieblicher Kündigung 4 Monate noch arbeiten. Im Grunde hätte ich hier dann schon mal etwas Zeit eine neue Orientierung für mich zu suchen.

Wieso bekomme ich nur die Hälfte vom Arbeistlosengeld, wenn ich doch eigentlich Anspruch auf 12 Monate Arbeistlosengeld habe? Nur weil ich nach einem Teilzeitjobs dann suche, wird mir gleich 50% vom AIG1 angezogen?

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zopiclon5 01.06.2014, 17:11
@kenzo71

So ist die Reglung. Sie sagen dir das auch wenn du deine ausgefüllte Formulare abgibst. Dann ist es aber schon zu spät, wenn du rein schreibst, dass du nur Teilzeit suchst. Viele wissen das halt nicht und schimpfen wenn sie den AlG1 Bescheid bekommen.

Du musst dich aber wirklich 3 Monate vor Beendigung bei der AfA als Arbeistsuchend melden. Nicht vergessen.

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zopiclon5 01.06.2014, 17:14
@zopiclon5

Hier die Rechtliche Fassung dazu: § 151 SGB III:

"(5) Ist die oder der Arbeitslose nicht mehr bereit oder in der Lage, die im Bemessungszeitraum durchschnittlich auf die Woche entfallende Zahl von Arbeitsstunden zu leisten, vermindert sich das Bemessungsentgelt für die Zeit der Einschränkung entsprechend dem Verhältnis der Zahl der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden, die die oder der Arbeitslose künftig leisten will oder kann, zu der Zahl der durchschnittlich auf die Woche entfallenden Arbeitsstunden im Bemessungszeitraum."

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johnnymcmuff 01.06.2014, 22:28
@kenzo71
von der 4 monatigen Freistellung soll/wird das Amt natürlich nichts wissen. Offiziell muss ich nach betrieblicher Kündigung 4 Monate noch arbeiten. Im Grunde hätte ich hier dann schon mal etwas Zeit eine neue Orientierung für mich zu suchen.

Du bewegst Dich auf sehr dünnem Eis.

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