Arbeitskollege will keinen Krankenwagen?

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12 Antworten

Als betrieblicher Ersthelfer bist Du für eine ordnungsgemäße Erste Hilfe zuständig,  was in diesem Fall evtl. Unterstützung / Hochlagerung / Kühlung des Beines und ggf. das Absetzen eines Notrufes (bei einem Bänder-Riss sicher gerechtfertigt) bedeutet.

Die Meldung eines Notfalles bei der Rettungsleitstelle (112) stellt keinen Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Patienten dar und setzt somit auch keine Zustimmung des Patienten voraus - entbindet dich aber rechtlich von der Verpflichtung hierzu (§333c, StGB).

Ein Transport von Erkrankten / Verletzten im Privatfahrzeug ist grundsätzlich die schlechteste aller Lösungen.

Zunächst aus medizinischer Sicht, da eine adäquate Lagerung / Behandlung nicht möglich ist, und vor allem aus haftungsrechtlicher Sicht.

Der Helfer steht unter einem gewissen Streßlevel, ist evtl. nicht ausreichend aufmerksam gegenüber dem Straßenverkehr, woraus eine erhöhte Unfallgefahr entsteht. Bei einem Folgeunfall liegt dann die (strafrechtliche) Haftung beim Fahrzeugführer.

Zivilrechtlich haftet  bei einer "betrieblich angeordneten Fahrt mit dem Privatfahrzeug des Mitarbeiters" der Arbeitgeber für entstehende Schäden.

Nimm einfach folgenden (gar nicht so seltenen) Fall an.

Der Ersthelfer fährt - weil "unter Druck" - zu schnell (Radarfalle), übersieht die Vorfahrt / Ampel etc. und es kommt zum Folgeunfall mit erheblichem Sach- oder gar Personenschaden.

Strafrechtlich haftet hierbei der Fahrzeugführer (Bußgeld / Punkte etc.)
Den Schaden am Mitarbeiter-Fahrzeug und die Schäden aus der (Folge-)Verletzung des / der Mitarbeiter gingen zwar auf die Rechnung der anordnenden Firma, aber nur wenn der Mitarbeiter im Streitfall die "betriebliche Anordnung" der Fahrt auch beweisen kann!

Ob sich der Chef bei einem entsprechenden Schaden dann noch an diese Anordnung "erinnern" kann, oder ob der "anordnende Vorgesetzte" überhaupt zu dieser Anordnung berechtigt war, ist dann mindestens sehr fraglich.

Fazit:
Niemals einen Patienten selbst transportieren!
Dafür gibt es den Rettungsdienst / Krankentransport.

Kleine Wehwehchen wie "Hand verstaucht" oder "Finger gequetscht" sollten bestenfalls mit dem Taxi zum Arzt oder in die Nothilfe gefahren werden.

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Meine Ausbilderin sagte immer, dass der Patient "Chef im Ring" ist. Das gilt natürlich nur solange er bei Bewußtsein ist und man nicht annehmen muß, daß er einen Schock hat und deshalb Müll redet. Aber wenn du nicht von einem Schock ausgehen mußt, trägt dann der Patient die Verantwortung alleine.

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Hi

Das muss du als ersthelfer abschätzen... müssen wir im sanidienst auch

Wenn es eine schwere Verletzung ist und er keinen Rettungswagen möchte, solltest du trotzdem einen rufen und die Polizei wirddann meinstens auch alamiert. Wenn der Pat. es immer noch nicht möchte ( zb Suizid versuch) wird der Amtsarzt hinzugeholt.

Aber bei der Knie verletzung kommt es ganz darauf an wie die sizuation ist. Kann niemand den Patienten fahren oder der Patient hat so hohe schmerzen oder ggf. ein Schock sollte ein RTW gerufen werden.
Ansonsten eher nicht, aber lieber einmal mehr rufen als zu wenig ;)

Ich hoffe ich konnte dir helfen, falls fragen einfach melden

Lieben Gruß

Christian

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Solange du keine akute Gefahr, die lebensbedrohlich sein könnte, erkennen kannst, wird es nichts bringen einen Krankenwagen zu rufen, wenn der Mitarbeiter das nicht will. Im Zweifelsfall würde ich es mir vom Mitarbeiter unterschreiben lassen das ein Krankenwagen von dir empfohlen wurde und der Mitarbeiter es auf eigene Verantwortung ablehnt.

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Du bist Ersthelfer und trotzdem ist der Arbeitskollege in diesem Fall weiter für sich selbst verantwortlich. Ein Transport mit Rettungsmitteln ist bei so einer Verletzung sicher nicht zwingend erforderlich. Schon viele Jahre fordern die Berufsgenossenschaft so etwas nicht mehr ein.Der Zustand des Kollegen wird sich auf der Fahrt auch nicht so weit verschlechtern, daß der Rettungsdienst benötigt wird. Auch bei banalen Schnittverletzungen kann nach der ersten Wundversorgung ein Taxi zum Krankenhaus eingesetzt werden. Rechtlich und medizinisch ohne Bedenken. Aufgrund eigener Unsicherheit oder falsch verstandener Aufgaben, Rettungsmittel welche zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden und bei Lebensgefahr vorgehalten werden anzufordern, kann nicht der richtige Weg sein.

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Wenn er sagt, dass er keinen Wagen will, dann musst du auch keinen rufen, da du sonst die Kosten übernehmen musst. Der Ersthelfer kann gehen, solange die Situation unter Kontrolle ist und wie in deinem Fall ein anderer ihn zum Krankenhaus gefahren hat. Bin gut informiert, da ich erst grade den Erste Hilfe Kurs besucht habe ;)

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Kommentar von Mariusraupach
03.08.2016, 11:24

Man muss en scheiß die Kosten selbst tragen wenn man den Krankenwagen ruft und die Person nicht mitfahren will

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Der Patient wird wohl groß genug sein um über sich selbst zu bestimmen.

Von einer Privatfahrt ins KKH würde ich eher abraten. Dafür sind Krankentransporte da und bei einem Arbeitsunfall falls es denn einer war bezahlt das die Berufsgenossenschaft.

Und die die mit dem Krankenwagen kommen sind ganz bestimmt professioneller.

Der Ersthelfer leistet seine Arbeit an der Unfallstelle. Für den Transport ist er weniger zuständig.

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Wir wissen alle nicht in welchem psychischen Zustand dein Arbeitskollege lst. Ich gehe mal davon aus er hat einen gesunden Menschenverstand. Denn dann bleibt ihm ganz alleine überlassen was er möchte und was nicht, solange keine Lebensgefahr besteht. Er kann nicht zwangsweise ins KH eingeliefert werden. Ich hätte aber Trotzdem den Krankenwagen gerufen! Andere wissen manchmal nicht was sie gerade brauchen. Und wenn sich seine Verletzung verschlimmert dann bringt der Spruch "ich habs dir doch gesagt" auch nichts mehr. Immer sofort handeln wenn so etwas passiert. Denn wenn der Krankenwagen schon mal da wäre, dann wäre er sozusagen in einer Grube und würde sich schon mal vor Ort untersuchen lassen wenn sie schon mal da sind.

Alles Gute für deinen Kollegen!

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Wenn er es nicht möchte, dann bist du Freigestellt.
Auch wir vom Rettungsdienst haben oft Leute die sich verweigern mit zu kommen, weil Leute einfach anrufen, ohne vorher mit der Person gesprochen zu haben. Und um so besser, wenns mit Privat PKW geht, warum nicht? :D

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erstens sind Privat-Fahrten in einer solchen Situation immer ein Risiko, zweitens hast du deine Pflicht getan und einen RKW angeboten. Wenn er den nicht will, ist es seine Entscheidung. (es sei denn, es gäbe lebensbedrohliche Zustände)

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Also prinzipiell lehnt er ja den Krankenwagen ab was heißt er will selbst zurecht kommen was wiederum heißt dein "DIENST" ist damit abgeschlossen. Falls allerdings auf der Fahrt was passiert ist es gut wenn du einen Zeugen oder es gar schriftlich hast das er es ablehnt ins Krankenhaus zu gehen/ mit dem Krankenwagen mit zu fahren

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Der Patient kann selbst entscheiden ob er mit dem Krankenwagen befördert werden will oder nicht. Und nein, der Ersthelfer muss bei der Fahrt nicht dabeisein. Was sollte der auch dabei?

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Kommentar von Selorien
25.07.2016, 17:25

Damit wenn irgendwas auf dem weg zum Krankenhaus passiert halt geholfen werden kann. Es hatte sich auch mal einer übel in den Finger geschnitten, da bin ich auch mitgefahren. 

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Kommentar von amazingjule
25.07.2016, 17:28

Du hast wohl nur keine Lust zu arbeiten :D

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