Arbeitsbeginn trotz Dienstplan und Anwesenheit verschieben ?

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3 Antworten

Der Arbeitgeber hat das Direktionsrecht - er kann grundsätzlich Ort und Zeit der Arbeitsleistung bestimmen.

Wenn der Beginn der Arbeitszeit auf 06.30h festgelegt wurde, dann beginnt dann auch die Arbeitszeit - wenn aus irgendwelchen Umständen der ArbN nicht beschäftigt werden kann (wie hier: keine Ware da), dann ist dies das Betriebsrisiko des Arbeitgebers und kann nicht auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden.

Die Wartezeit auf die Ware (hier: 15 Min.) ist zu vergüten. Den Anspruch auf die Bezahlung muß man unbedingt innerhalb der Ausschlußfrist geltend machen (sofern der Arbeitsvertrag oder der Tarifvertrag eine solche vorsieht), weil ansonsten der Anspruch verlorengeht.

Daher sollte man das unverzüglich schriftlich machen.

Überstunden sind nur zu leisten, wenn es arbeitsvertraglich wirksam festgelegt wurde (ob solch eine Klausel wirksam ist, kann man nur beurteilen, wenn man den genauen Wortlaut kennt).

Dauerhafte Überstunden sind unzulässig - bei dauerhaften und regelmäßigen Überstunden liegt eine faktische Änderung des Arbeitsvertrages bzgl. der regelmäßigen Arbeitszeit vor - das ist von Bedeutung bei der Berechnung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, da Überstunden hier nicht berücksichtigt werden - aber wenn die "Überstunden" in Wirklichkeit als reguläre regelmäßige Arbeitsstunden anzusehen sind, sind sie auch bei der Lohnfortzahlung zu berücksichtigen.

Bei Teilzeitkräften wird gerne durch die ArbG eine möglichst geringe Stundenzahl festgelegt, damit Überstunden gemacht werden müssen und man diese bei der Lohnfortzahlung nicht berücksichtigen brauch - doch wenn sie eben dauerhaft gemacht werden, sind wandeln sich diese Stunden in regelmäßige Arbeitszeit um (leider wissen das viele ArbN nicht und darauf spekulieren manche ArbG).

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Kommentar von DerSchopenhauer
16.01.2016, 14:09

Nachtrag:

"sollen 15 min. später einstempeln"

Unbedingt zum vorgesehen Arbeitsbeginn einstempeln nicht erst später - auch nicht auf Anweisung...

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Kommentar von Maximilian112
16.01.2016, 14:12

und mit schlechter Arbeitseinstellung hat das in keinster Weise etwas zu tun!

Wenn ich das mal ergänzen darf.

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Das sind Sitten, die nicht einreißen dürfen, obwohl sie sehr oft angewendet

werden, weil sich (gerade) im NiedrigLohnSektor kaum jemand dagegen

wehrt !

NEIN, das ist NICHT rechtmäßig !

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Wenn ein LKW witterungsbedingt nicht pünktlich zum Arbeitsbeginn erscheint, ist das nicht die Sache des Arbeitnehmers. Dies ist Geschäftsrisiko des Arbeitgebers! War Deine Frau also pünktlich zum (vereinbarten) Dienstbeginn anwesend, beginnt ihre Arbeitszeit bereits zu diesem Zeitpunkt.

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