Arbeitnehmer kündigt - und ist sofort "krank" - Kann man als AG was tun?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Damit wirst du dann leben müssen. Du könntest nur versuchen, ob die Krankenkasse, ihn zum Vertrauensarzt schickt. Einfach behaupten, dass er gar nicht krank ist, kannst du natürlich nicht.

Ich kann Dich sehr gut verstehen, sehe aber keine Möglichkeit wie Du Dich adäquat wehren könntest. Zum Besuch des Soz. med. Dienst (Vertrauensarzt) kann nur die Krankenkasse und ob die das veranlassen wird bezweifel ich. Die LFZ solltest Du aber doch zum größten Teil von der Lohnfortzahlungsversicherung (AOK) erstattet bekommen, das sollte Dich nicht ruinieren. Ich würde mal darüber nachdenken ob Du noch Geld investierst in einen Privatdetektiv. Evtl. ist er schon für die neue Firma tätig, macht Schwarzarbeit o. ä. und somit gäbe es einen Grund zur fristlosen Kündignung. Für alles andere bist Du aber bitte selbst verantwortlich, da hättest halt früher die Bremse ziehen müssen. Und Sonderleistunger erhält doch nur derjenige der sie verdient.

Eine an sich gute Regelung (wie z. B. Entgeldfortzahlung im Krankheitsfall) kann natürlich immer auch missbraucht werden, wobei das hier noch gar nicht feststeht. Du vermutest nur, dass der AN gar nicht krank ist, sein Arzt sieht das offensichtlich anders, denn ich gehe mal davon aus, dass eine AU-Bescheinigung vorliegt.

Ich vermute außerdem, dass du die "Sonderleistungen" nicht deshalb gewährt hast, weil du ein so großer Menschenfreund bist, sondern weil die Fortbildung des AN auch in deinem Interesse lag und vielleicht auch das Angebot insgesamt stimmen musste, um überhaupt einen qualifizierten Arbeitnehmer zu bekommen.

Ich meine, bei den kurzen Zeiträumen sollte die Energie nicht darauf verschwendet werden, dem "zukünftigen Ex-Angestellten" Betrug nachzuweisen, sondern das Unternehmen vor der Insolvenz zu retten, wobei das Vorliegen einer Insolvenzgefahr durch 6 Wochen Lohnfortzahlung schon darauf hindeutet, dass hier sehr knapp kalkuliert und nicht genügend Vorsorge getroffen wurde. Aber das entzieht sich meiner Beurtelung.

Den MD, Medizinischen Dienst, über die Krankenkasse einschalten, das macht man als AG normalerweise schriftlich, das möchten die halt gerne, reicht auch per Fax... so kenne ich das. Außerdem solltest Du einen RA um Rat fragen, vorher Notizen machen und dann Dir einen Termin geben lassen. Von solchen gibt es es viele Spezies... die versuchen es immer wieder.... Viel Glück....

Also wenn eine Firma wegen sowas vor der Insolvenz steht, dann ist noch mehr im Argen als bloß ein Mitarbeiter...

Welche Möglichkeiten haben sie? Den Amtsärztlichen Dienst damit beauftragen, die Glaubhaftigkeit seiner Arbeitsunfähigkeit (nicht Krankheit) durch persönliche in Augenscheinnahme überprüfen lassen - hat er geschwindelt, dann ist das Grund für eine außerordentliche und sie sind ihn früher los. Hat er nachweisbar Schäden verursacht, so sollte man die Haftbarkeit des Arbeitnehmers prüfen und ggf Schadensersatz fordern

fs112 27.01.2013, 20:33

ob nachweisbar oder nicht, wichtig für einen Schadenersatz ist , ob vorsätzlich oder nicht. Und der Nachweis dürfte schwierig sein ;-)

0
stelari 28.01.2013, 05:44
@fs112

Vorsatz ist nicht zwingend - hier reicht schon fahrlässig / grob fahrlässig

0

Hallöchen,

das einzige was Du wegen der Krankmeldung versuchen kannst, ist eine Anfrage beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

Wahrscheinlich werden sie den AN aber nicht einbestellen. Die Krankenkasse zahlt ja erst ab der sechsten Woche, also entstehen ihr keine Kosten und damit geringes Interesse an einer Klärung.

Der Rest Deines Beitrags fällt in die Kategorie "Schlecht formulierter Arbeitsvertrag / Arbeitsbedingungen / Gratifikationen, leider. Das Kind liegt im Brunnen.

Grüße

manu0901 28.01.2013, 08:08

Der MD kann ab dem ersten Tag eingeschaltet werden, wenn der AG gute Gründe angibt, und die meisten Krankenkassen machen das auch.

0

Blöde Situation!

Falls er tatsächlich bis zum Ende des Vertrags AU geschrieben werden sollte, dann hättest Du nur dann eine Chance, ihn fristlos an die Luft zu setzen, wenn er die AU-Schreibung nachweislich missbrauchte.

Vielleicht jobbt er ja schon an anderer Stelle oder arbeitet intensiv in der heimischen Werkstatt oder für einen Nachbarn?

Oder er ist zwar angeblich AU, ist aber verreist?

Oder er hatte Kollegen gegenüber seine AU schon vorher "angekündigt"?

Ruf ihn einfach immer mal wieder an und frage nach, wie es ihm geht!

Nightstick 29.01.2013, 01:34

Wenn man das so alles liest, könnte man ja schon fast den Einsatz eines Privatdetektivs in Erwägung ziehen...

0
demosthenes 29.01.2013, 09:53
@Nightstick

Ein Detektiv kostete ja noch zusätzlich Geld, das der AN dem Knaben nur dann in Rechnung stellen könnte, falls der Missbrauch tatsächlich gerichtsfest nachgewiesen würde.

Falls es nicht gerade um eine Grossstadt gehen sollte, dann liesse sich vieles ja auch ohne Detektiv eruieren.

0
Nightstick 29.01.2013, 22:19
@demosthenes

Das ist korrekt - mein Kommentar war auch eher etwas ironisch gemeint... :-))

0

Wenn eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegt ist doch alles klar. Für vier Wochen wird kein Amtsarzt o.ä. eingeschaltet.

manu0901 28.01.2013, 08:06

das ist leider falsch....

0

Eine wirklich hilfreiche Antwort wird in diesem Fall nur ein Anwalt liefern können.

Was möchtest Du wissen?