Arbeitnehmer im Franchise-Gastro --> was tun bei Rechtswidrigkeit des Franchisegebers?

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6 Antworten

In der Regel haben die Arbeitnehmer mit dem Frenchisw-GEBER gar kein Vertragsverhältnis.

Der Arbeitgeber ist der jeweilige Frenchise-NEHMER. Manchmal sogar noch ein Subunternehmer, der dazwischen steht.

Natürlich gelten für solche Arbeitnehmer trotzdem die allgemeinen Arbeitsschutzrechte.

Zur Arbeitszeit:

Wenn die Arbeitszeit minutengenau festgehalten wird, ist sie auch entsprechend genau zu bezahlen. Wartezeiten (also Bereitschaft) ist mindestens mit dem halben Stundenlohn zu entgelten

Ansonsten kann man nur sagen, wenn man sich solche Zustände gefallen lässt, hat man auch selbst (mit) schuld. Man kann deinem Freund nur empfehlen, der Gewerkschaft beizutreten. 

Über kurz oder lang, wird es sowieso zum Krach kommen.

 Und er soll sich JETZT in Ruhe nach einem anderen Job umsehen.

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Der Franchise"geber" hat idR gar nichts damit zutun, außer das er dem Franchise"nehmer" die Marke verkauft, dabei geht der Franchise"nehmer" vertraglich sicherlich gewisse Vorschriften ein um eine gewisse Standartisierung zu gewährleisten.

Wie der Franchise"nehmer" im Detail sein Unternehmen führt (Personalmanagement), ist aber seine Entscheidung.

falls kein reger Betrieb ist bis zu 2 oder selten auf 3 Stunden auf Arbeitsbeginn zu warten

Also bspw. Arbeitsbeginn offiziell ab 08:00 Uhr, aber wenn nix los ist, dann spontan erst um 10:00 - 11:00 Uhr? Arbeitszeitänderungen müssen eine Begründung haben und rechtzeitig vom AG angekündigt werden. Für Leerzeiten, in denen es keine Arbeit gibt und AN "nur rumstehen" trägt der AG das alleinige Risiko. Die Zeit muss trotzdem bezahlt werden, da der AN seine Arbeitsleistung vertragsgemäß zur Verfügung stellt.

Falls es Zechpreller gibt, deren minus vom eigenen Geld auszugleichen

Vermutlich will der AG dadurch die AN disziplinarisch in die Verantwortung nehmen, damit sie ein persönliches Interesse daran haben, dass niemand die Zeche prellt... ist natürlich nicht erlaubt, der Lohn ist für die Arbeitsleistung. Das hätte ja was von Diebstahl des AG, wenn er seinen AN Lohn unterschlägt wegen sowas...

15 Minuten vor Arbeitsbeginn anzufangen zu arbeiten, ohne diese bezahlt zu bekommen

Das ist eine Frage der internen Regelung. Es gibt "Rüstzeiten" in einigen Unternehmen, dh. die Vorbereitungszeit die man benötigt um mit seiner tatsächlichen Arbeit anfangen zu können.

Stunden werden gerundet, als Beispiel hat X um 19:12 Feierabend, jedoch wird hier auf 19:00 abgerundet

Das kann auch an der Software liegen, mit der u.U. die Arbeitszeit erfasst wird. Manche Tools arbeiten nur mit viertelstd. Intervalen. Wenn die Arbeitszeit aber minutengenau entlohnt wird, muss natürlich auch minutengenau dokumentiert werden.

Dein Freund sollte seine tatsächliche Arbeitszeit selbst dokumentieren und auch alles andere um dann, nach z. B. einem Monat seinen AG darauf anzusprechen und es belegen zu können. Je nachdem wie dieser reagiert kann er sich dann bei seiner Gewerkschaft oder direkt beim Anwalt für Arbeitsrecht informieren. Denke aber nicht das sich das bei dieser Anstellung lohnt und der AG wird ihn dann so wie so loswerden wollen.

Beim nächsten Jobangebot einfach den Arbeitsvertrag vorher genau durchlesen und evtl. nachverhandeln!

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Die Gastronomie hat zwar einige Ausnahmen, was Arbeitsgesetze angeht, aber die Arbeitszeit beginn mit erreichen des Arbeitsplatzes in Arbeitsbekleidung (in Ausnahmen auch mit beginn des Umkleiden in spezielle Schutzbekleidung). Der Dienst beginnt wie im Dienstplan angegeben, der mindestens 4 Tage vorher bekannt sein mass. Arbeitsstunden gerundet,bedeuten, dass ab 15 Minuten auf 30 oder ab 30 Minuten auf volle Stunden aufgerundet wird.

Wenn der Betrieb das sofortige abkassieren der Gäste verbietet, tägt der Betrieb die Zeche der Zechpreller.

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Da gibt es etliche Arbeitgeber die es gern sehen, dass der AN 15 Min vor Arbeitsbeginn kostenfrei zur Arbeit antritt.

Wenn man das nicht will, darf man einen solchen Arbeitsvertrag nicht unterschreiben oder man muss sich einen anderen Job suchen.

Das mit der Vor- und Nacharbeitszeit kenne ich leider auch im Einzelhandel bzw. Einzelhandel für Bekleidung.

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Danke an alle für die schnelle Rückmeldung! 

 Hatte gehofft, dass man dagegen vorgehen kann ohne direkt zu kündigen oder im Endeffekt gekündigt zu werden aber so sieht wohl die Wirtschaftswelt aus. Werde es so an meinen Freund weitergeben.

Wünsche allen noch eine frohe Woche :)

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Dein Freund ist beim Franchisenehmer angestellt. Mit dem Franchisegeber hat er nichts zu tun. Es kann ihm auch egal sein, was der Franchisegeber dem Franchisenehmer sagt.

Somit kann Dein Freund nur gegen den Franchisenehmer vorgehen.

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