Arbeitgeber zwingt mich mich krank zu schreiben, was tun?

6 Antworten

  • kann der Arbeitgeber mich zwingen mich krankschreiben zu lassen?


Nein, kann er nicht.

  • kann er die Kündigungsfrist einfach so ändern?


Nein, kann er auch nicht. 

Der AG darf Dich nicht zum Betrug auffordern (nichts anderes ist eine Krankschreibung erschleichen ohne krank zu sein).

Die Kündigungsfrist kann er bestimmt nicht ändern. Ohne schriftlichen Arbeitsvertrag kann der AG keine Probezeitvereinbarung nachweisen, es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats nach § 622 BGB Abs. 1 wenn kein anders lautender Tarifvertrag im Betrieb Anwendung findet.

Wenn Dein AG Dich so schnell wie möglich "loswerden" will, hätte er Dir doch schon vorher mit der verkürzten Kündigungsfrist gekündigt, wenn er die Möglichkeit hätte.

Sollte Dein AG Dich "nicht mehr sehen wollen", kann er Dich ja bis zum Ende der Kündigungsfrist freistellen. Du brauchst dann nicht mehr hin, er muss Dich nicht mehr sehen, er muss Dich nur noch bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses bezahlen.

Wenn Du Dich jetzt nicht krank schreiben lässt, der AG Dich nicht freistellt, er Dir aber keine Arbeit mehr gibt, muss er Dich trotzdem bezahlen wenn Du ihm sagst, dass Du arbeiten möchtest. Er befindet sich dann nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Du bekommst dann Dein Geld als hättest Du gearbeitet. Minusstunden können nicht entstehen, nacharbeiten musst Du auch nicht (wird er eh nicht wollen) und sollte er auf die Idee von Urlaubsverrechnung kommen, das geht überhaupt nicht. 

Du siehst, er muss Dich so oder so bis zum Ende bezahlen.

So wie sich das liest, die Aufforderung, dass du dich krankschreiben lassen sollst, hat den Grund, dass dein Arbeitgeber Geld sparen will. Das ist eine Aufforderung zum Betrug, wenn du nicht wirklich krank bist. Lass es also sein mit dem krankschreiben. Da kein Arbeitsvertrag besteht, greifen die gesetzlichen Bestimmungen. Dein AG darf die Kündigungsfrist nachträglich nicht verändern. Ich würde meinem AG mitteilen, dass du zwar bereit bist innerhalb der Kündigungsfrist weiter zu arbeiten, aber keine Einwände dagegen hättest, wenn er dich bis zum Ende der Kündigungsfrist freistellt. Er muss dir den Lohn bis zum Ende der Kündigungsfrist bezahlen. Wenn ich in deiner Situation wäre, die Kündigung in der Tasche, würde ich den AG freundlich bitten, mir schriftlich mitzuteilen, dass ich mich krankschreiben lassen soll. Damit würde ich ihm eine auswischen, weil er dich damit zum Betrug auffordert. Du selber hast davon zwar nichts, aber dein AG wird ein Problem bekommen.

Wenn man seine Arbeit beginnt, ohne vorher einen Vetrag unterschrieben zu haben, ist man automatisch in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis  (Festvertrag), also kann er dich nicht einfach so kündigen.  Ausser, es gibt einen triftigen Grund, den er erklären kann.

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