Arbeitgeber will bereits genommenen Urlaub nach Kündigung vom Gehalt abziehen!Rechtens?

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4 Antworten

Zunächst einmal ist es nicht rechtens, dass der AG dir in 2011 Urlaub im Vorgriff auf 2012 aufgezwungen hat. Wenn du im laufenden Kalenderjahr (= Urlaubsjahr) keinen Urlaubsanspruch mehr hast und der AG den Betrieb schließt, ist das sein Problem. Diese 4 Tage stehen dir in 2012 trotzdem nochmal zu!

Für 2012 stehen dir bis zum Vertragsende 3/12 des vertraglich vereinbarten Jahresurlaubs zu. Vermutlich nur von den 26 Tagen, also 6,5 Tage. Aufzurunden nach § 5 BUrlG auf 7 Tage. Im Februar hast du 5,5 Tage genommen, was eigentlich auch ein Unding ist: das Bundesurlaubsgesetz kennt keine halben Urlaubstage. Aber gut. Demnach hast du im Ergebnis noch 1,5 Tage Urlaubsanspruch.

Ein Abzur von zuviel gewährtem Urlaub wäre in deinem Fall zwar rechtlich möglich, da du die Wartezeit noch nicht erfüllt hattest. Da du aber gar nicht zuviel Urlaub hattest, kann er dir auch nichts abziehen.

Du bekommst ja einen Jahresurlaub, der verteilt ist auf die gesamten Arbeitstage im Jahr, kündigst du vorzeitig, hast du natürlich nicht den vollen Anspruch sondern nur bis zu deinem letzten Arbeitstag. Wenn man das ganze zurück rechnet, ist es schon rechtens denke ich.

Natürlich kann der Arbeitgeber die zu viel genommenen Tage abziehen.

Ja, das ist so gesetzlich geregelt, dass der AG zu viel genommenen Urlaub abzieht, er zahlt nur das was du geleistet hast abzüglich deines Urlaubes.

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