Arbeitgeber vereinbart eine 2. Probezeit, ist das zulässig?

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8 Antworten

Was steht denn im neuen Vertrag? Ist er nur zeitlich befristet oder mit Sachgrund?

Sollte er nur zeitlich befristet sein, unterschreib das Ding. Du hast dann nämlich eine unbefristete Anstellung weil eine sachgrundlose Befristung, da Du ja jetzt schon für den AG gearbeitet hast, rechtlich gar nicht mehr möglich ist (§ 14 Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Auch die zweite Probezeit kannst Du vergessen. Wenn die 6 Monate rum sind, kann Dir nur noch mit der 4-Wochen-Frist gekündigt werden und nicht mit der verkürzten Kündigungsfrist.

Du solltest das aber Deinem AG nicht sagen, sondern den Vertrag unterschreiben. Bei einer Kündigung würde das Kündigungsschutzgesetz nach 6 Monaten greifen (der erste Vertrag zählt mit) und Du könntest auch gegen die falsche Kündigungsfrist klagen.

Den befristeten Arbeitsvertrag kannst Du, wenn das Jahr abgelaufen ist und der AG ihn nicht verlängern oder Dich unbefristet übernehmen will, beim Arbeitsgericht entfristen lassen.

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Kommentar von Hexle2
06.11.2015, 10:29

Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch bei einer Befristung mit Sachgrund kann keine verkürzte Kündigungsfrist mehr gelten. diese ist nur max. 6 Monate zulässig.

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Du bist noch in der Probezeit, der Arbeitgeber kann dich fristgemäß in der Probezeit kündigen.

Nun bietet dir der Arbeitgeber einen befristeten Vertrag an, wobei ich die Probezeit echt als vernachlässigbar ansehen würde. Vielleicht wäre die Probezeit an sich anfechtbar, weil deine Arbeitsleistung im Betrieb schon bekannt sind. (Da könntest du im Konfliktfall evtl. tätig werden)

Du wirst jetzt gekündigt, in der Probezeit oder hast die Chance auf eine weiteres Jahr.

Das der Arbeitgeber es ehrlich meint, sieht man aber schon daran das er den Arbeitsvertrag vorab unterschreiben will.

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Kommentar von Michael19881
06.11.2015, 10:08

Ja, weil dem Arbeitgeber eine Person abgesprungen ist, daher hat er jetzt angst mir zu kündigen, die wollten gestern mich kündigen ohne wenn und aber. das war nicht mehr lustig

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Wenn Du diesen Vertrag unterzeichnest, rutschst Du automatisch von einer Probezeit in die nächste. Ich finde das ja alles etwas seltsam, aber wenn Du Dich nicht darauf einlässt, dann bist Du im kommenden Jahr arbeitslos. Evtl. war sich der Chef einfach nicht sicher, was Deine Arbeitsleistungen angeht und will deshalb nochmals eine Probezeitvereinbarung - und das geht nur mit einem neuen Vertrag. Alles Gute. lg Lilo

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Kommentar von AalFred2
06.11.2015, 10:48

Nein, rechtskonform geht das gar nicht.

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Kommentar von Familiengerd
06.11.2015, 12:39

Wenn Du diesen Vertrag unterzeichnest, rutschst Du automatisch von einer Probezeit in die nächste.

Das ist Unsinn!

Erstens gibt es eine Probezeit nicht "automatisch", sondern nur, wenn sie vereinbart worden ist!

Zweitens beträgt die (rechtliche wirksame) Maximaldauer einer Probezeit im selben Betrieb 6 Monate, auch wenn neue aufeinander folgende Arbeitsverträge geschlossen werden!

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Wenn du ihn unterschreibst, tritt er in Kraft. Wenn du ihn nicht unterschreibst, bist du demnächst arbeitsuchend.

Das Angebot eines neuen Vertrages mit einer quasi Verlängerung der Probezeit war ein Entgegenkommen deines Arbeitgebers, anderenfalls hättest du nämlich bereits eine Kündigung bekommen. Du solltest das positiv sehen und nicht nach Fehlern suchen.

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Kommentar von Michael19881
06.11.2015, 09:49

Beide Aussagen sind falsch, denn das Kündigungsschutzgesetz greift nach 6 Monaten ein, eine Probezeit darf 6 Monate sein und der Arbeitgeber darf nicht die möglichkeit erhalten, im 2. Vertrag zu kündigen, daher ist eine probezeit im neuen vertrag unzulässig.

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Die neue Probezeit kannst vernachlässigen. Falls sie dich innerhalb dieser neuen Probezeit kündigen wollen, kannst es anfechten und dagegen klagen.

Probezeiten dürfen maximal 6 Monate sein. Deine läuft am 15.12. aus. Die Probezeit die ab 1.1. - Mitte Februar gelten würde, ist einfach nichtig.

Du bist dem Betrieb bekannt. Sie kennen dich. Du kennst sie. Fertig. Das widerspricht dem Gedanken der Probezeit. Vor Gericht würdest du gewinnen, falls es zum Fall der Fälle kommt.

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Kommentar von Michael19881
06.11.2015, 10:21

Das Problem ist: Ich kündige zum 30.11.2015, damit der neue Vertrag ab dem 01.12 gilt. d. h. meine Probezeit ist nicht vollständig abgelaufen.

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bei mir war zum Beispiel so, dass mein AG nach 6 Monaten meine Probezeit um noch 6 Monaten verlängert hat, als Grund hat er zu wenig umsatz geschrieben. Also theoretisch ist das möglich ;/ 

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Kommentar von Michael19881
06.11.2015, 09:54

das ist unzulässig. kanst du im gesetzbuch anschauen

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du hast einen neuen vertrag abgeschlossen, somit ist eine neue probezeit möglich... beim nächsten mal klärst du die probezeitvereinbarung besser vorher

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Kommentar von Familiengerd
06.11.2015, 12:41

du hast einen neuen vertrag abgeschlossen, somit ist eine neue probezeit möglich

Das ist falsch!

Ein neuer Arbeitsvertrag bedeutet nicht, dass auch eine neue Probezeit vereinbart werden kann; die maximale Dauer sind 6 Monate, auch wenn während einer laufenden Probezeit ein neuer Arbeitsvertrag geschlossen wird.

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Schlauer Fuchs, dein Boss. So ergaunert man sich eine zweite Probezeit und einen handzahmen Mitarbeiter, der seinen Job schon kennt. Ganz mies und unzulässig. Ob das Arbeitsamt den Betrugsversuch bemerkt? Aber die wollen solche Tricksereien oft gar nicht sehen.

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Kommentar von Familiengerd
06.11.2015, 12:44

So ergaunert man sich eine zweite Probezeit

Das ist Unsinn!

Die erste Probezeit dauert bis zum 14.12.. Wenn jetzt während der laufenden Probezeit ein neuer Vertrag geschlossen wird, kann die neue Probezeit auch nur bis zum 14.12. vereinbart werden, weil die maximale Dauer einer Probezeit im selben Betrieb 6 Monate beträgt, auch wenn zwischenzeitlich ein neuer Arbeitsvertrag geschlossen wird!

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Kommentar von TreudoofeTomate
06.11.2015, 13:37

Ich würde nicht zwingend "schlauer Fuchs" zu dem Boss sagen. Vielmehr ist der Ärmste gezwungen (aufgrund personeller Engpässe) Jemanden weiter zu beschäftigen, der die erforderliche Arbeitsleistung nicht erbringt und deshalb in der Probezeit gekündigt werden sollte. Letztendlich kann der Arbeitsnehmer über das Angebot glücklich sein, da er anderenfalls arbeitslos geworden wäre. Der Boss ist also kein "schlauer Fuchs" sondern ein Menschenfreund.

Ich frage mich, ob er genauso gehandelt hätte, wenn er wüsste, wie ihm sein Arbeitsnehmer das dankt^^.

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