Arbeitgeber stellt Zeugnis erst nach Kündigung aus?

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6 Antworten

Nach § 109 Abs. 1 GewO hast Du einen Anspruch auf ein Zeugnis bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, also nicht mittendrin oder kurz vorher. Entscheidender Zeitpunkt ist vielmehr der Zugang der Kündigungserklärung.

Wenn Du das Arbeitszeugnis den Bewerbungen beilegen möchtest, dann musst Du dich entweder noch ein wenig mit den Bewerbungen gedulden (und damit für kurze Zeit arbeitslos sein) oder Du bittest die Personalabteilung Dir eine vorläufige Bescheinigung auszustellen, in der dann zumindest enthalten wäre, von wann bis wann und als was Du bei dem Unternehmen beschäftigt warst. Auf die Bescheinigung hast Du zwar keinen Anspruch, aber sie ist deutlich schneller geschrieben als ein Arbeitszeugnis.

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Kommentar von Nightstick
09.08.2016, 20:23

Man braucht Bewerbungen kein Zwischenzeugnis beizufügen!

Siehe hierzu auch meinen Kommentar zur Antwort von @derhandkuss

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Guck mal da:

http://karrierebibel.de/zwischenzeugnis/

Wenngleich es tatsächlich keinen Rechtsanspruch gibt, kann es triftige Gründe geben, die in einem Streit vor dem Arbeitsgericht dazu führen könne, dass der Richter pro Zwischenzeugnis entscheidet. 

Es bleibt also spannend, wenn Du dran bleiben willst. Ich kann nun nicht beurteilen, wie es ist, wenn du wegen eines fehlenden Zwischenzeugnisses einen guten Job nicht bekommst und dadurch ein Schaden entsteht, zB weil der neue Job wesentlich mehr Gehalt gebracht hätte. Vielleicht kann man Schadensersatz androhen, sofern der tatsächlich durchsetzbar wäre, und dann bekommst du Dein Zwischenzeugnis.

Anwalt?

cheerio.

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Kommentar von Nightstick
09.08.2016, 23:13

Eines ist in dem obigen Internet-Link (in der sog. "Karrrierebibel") leider falsch dargestellt: Der Wunsch (Zitat: "...weil ich mich über meinen aktuellen Leistungsstand informieren möchte." Zitat Ende) begründet keinen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis!

Aber davon abgesehen, sind die Gründe, wann der Arbeitgeber ein Zwischenzeugnis zu erstellen hat, in der Arbeitsrechtsprechung recht klar umrissen ==> siehe hierzu auch den von mir eingestellten Link!

Deshalb ist es hier also vollkommen unsinnig, die Frage nach der Einschaltung eines Rechtsanwalts aufzuwerfen.

Und konkret nachzuweisen, dass man wegen eines fehlenden Zwischenzeugnisses eine Arbeitsstelle nicht bekommen hat, dürfte wohl kaum jemandem gelingen,. Ich habe in den über 30 Jahren Personalmanagement noch von keinem derartigen Fall gehört.

Deshalb ist auch die Androhung einer Schadenersatzforderung zur Erlangung eines Zwischenzeugnisses leider vollkommener Unsinn!

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Du hast das Recht nicht nur auf ein Abschlusszeugnis (nach Deinem Aus-scheiden), sondern auch auf ein Zwischenzeugnis. Ich gehe mal davon aus, dass das Deine Chefin auch weiß. 

(Ich denke mal, Deine Chefin hat keine Lust, Dir ein Zwischenzeugnis auszu-stellen, möchte Dich stattdessen bezüglich einer Entscheidung bezüglich einer Kündigung unter Druck setzen.)

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Kommentar von Nightstick
09.08.2016, 20:19

So könnte es sein.

Allerdings macht man sich aus meiner Erfahrung mit der Anforderung eines Zwischenzeugnisses sehr viel unnötige Arbeit.

1. Kein potentieller neuer Arbeitgeber verlangt ein Zwischenzeugnis, wenn der Bewerber noch in einem (möglicherweise sogar ungekündigten) Arbeitsverhältnis steht.

2. Ein Zwischenzeugnis muss genau so intensiv geprüft werden wie ein endgültiges Arbeitszeugnis, da die dort akzeptierten Formulierungen direkten Einfluss auf das Endzeugnis haben.

Fazit: Ich empfehle, von einem Zwischenzeugnis Abstand zu nehmen! 

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Ja, das ist rechtens.

Man hat nur unter bestimmten Gründen ein "Recht" auf ein Zwischenzeugnis.

Z.Bsp. wenn Du befördert wirst, versetzt wirst, dein Vorgesetzter in Rente geht,  Veränderung der Tätigkeit, wenn Du in Elternzeit gehst, usw.

Besteht ansonsten kein Grund, ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet ein Zeugnis auszustellen, erst bei Kündigung oder beendigung des Arbeitsverhältnisses.

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Das ist meines Wissens nach normal, war bei meiner letzten Kündigung auch so. Hatte das Zeugniss sogar erst erhalten, nachdem der Vertrag schon gekündigt war, also nach Ablauf der Frist.

Ob es da bestimmte Sonderbedingungen gibt, weiß ich nicht. Vielleicht hab ich mich auch einfach nur verarschen lassen :D

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