arbeitgeber drängte mich zum aufhebungsvertrag! jetzt kündigte er mir ohne angabe von gründen. hinnehmen oder anwalt zu rate ziehen? kosten/chancen?

9 Antworten

Also, einige Ratschläge gehen leider an der tatsächlichen Rechtslage etwas vorbei.

Ich versuche deine Fragen der Reihe nach abzuarbeiten.

1. eine Kündigung im Arbeitsrecht muss nie eine Begründung enthalten. Dies gilt für die ordentliche Kündigung aber auch außerordentliche Kündigung. Etwas anderes ist natürlich die Frage, ob der Arbeitgeber später verpflichtet ist im Rahmen einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung die Kündigung zu begründen. Dem ist so, wenn Kündigungsschutz besteht.

2.Die Empfehlung alleine zum Arbeitsgericht zu gehen und Klage einzureichen Würde ich nie geben. Dies ist wirklich eine Ausnahmekonstellation. Genauso wenig würde ein Arzt dir empfehlen dich selbst zu operieren. In der Regel kann ich davon nur strikt abraten. Gerade Kündigungsangelegenheiten sind sehr komplex und entweder lässt du dich auf einen schlechten Vergleich ein oder es kommt sogar gar kein Vergleich zustande. Im Zweifel wirst du eher zu einem schlechten Vergleich gedrängt werden. Solltest du keine Rechtsschutzversicherung haben kannst du über Prozesskostenhilfe einen Anwalt beauftragen. Sollte dein Gehalt über den entsprechenden Richtgrößen liegen müsstest du für die Kosten selbst aufkommen. Im Zweifelsfall lohnt sich dies immer weil ein guter und professionell ausgehandelter Vergleich nicht nur eine Abfindung enthält sondern auch zahlreiche andere Regelung wie etwa eine konkrete Zeugnisbenotung, auf die du ansonsten keinen Anspruch hast.

3.Per se heißt es nicht, dass nach einer Abmahnung automatisch die Kündigung begründet wäre. Zuerst einmal muss der Vorwurf deckungsgleich sein. Vereinfacht gesagt: eine Abmahnung wegen zuspätkommen hat nichts mit einer betriebsbedingten Kündigung zu tun.

4. Die wichtigste Frage dürfte jedoch sein Kündigungsschutz hast. Kündigungsschutz hast du, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und in dem Betrieb rechnerisch mehr als 10 Vollzeit Mitarbeiter tätig sind. Der zeitliche Aspekt ist wohl erfüllt Und wenn du etwas von einem Betriebsrat schreibst scheint auch die Betriebsgröße erfüllt.. Damit solltest du Kündigungsschutz haben. Dies bedeutet konkret, dass der Arbeitgeber, wird die Kündigung fristgerecht angegriffen, die Kündigungsgründe benennen muss. Im übrigen würde ich den Arbeitgeber anschreiben und unter Fristsetzung auffordern die Betriebsanhörung zu offenbaren. Gleichzeitig würde ich den Betriebsrat ansprechen. Zum einen erfährst du dann die Kündigungsgründe, zum anderen sind Betriebsratsanhörungen häufig fehlerhaft und damit auch nützlich für deinen Rechtsanwalt.  Regelmäßig einigt man sich daher auf eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung. Dies ist natürlich nicht zwingend, du kannst auch dein Arbeitsplatz einklagen

5. In einem 1. Schritt würde ich eine Erstberatung bei einem Rechtsanwalt deines Vertrauens vereinbaren um all diese Gesichtspunkte zu besprechen


Sofort zum Anwalt und Arbeitsgericht und klage dagegen erheben. Dazu Hast du 3 Wochen nach erhalt der Kündigung Zeit. 

Du kannst dann auf Weiterbeschäftigung klagen. Komisch nur, dass der Betriebsrat da nichts sagt. In meinem Unternehmen stehen die Immer hintern den MA. Vorallem wenn du noch keine Abmahnung bekommen hast, hast du gute Chancen auf weiterbeschäftigung zu klagen, oder wenn das Unternehmen dich partu nicht haben will, Dann Außergerichtlich eine Dicke Abfindung raushandeln. 

Wenn der Betriebsrat beteiligt war, wundert es mich, dass er nicht mit dir gesprochen hat. Ein vernüftiger BR macht das nämlich, und dann wüsstest du die Gründe.

Daher würde ich mich umgehend an den Betriebsrat wenden und mir die Sachlage erklären lassen. Dann weißt du möglicherweise eher, ob es Sinn macht, Klage einzureichen

Fristlose Kündigung - alleinerziehende -Kündigungsschutzklage eingereicht. Welche Chancen habe ich beim Arbeitsgericht?

Vor 1 Woche habe ich eine  fristlose  Kündigung bekommen, weil ich 1,5 Std.früher wegen akutem Migränranfalls meinen Arbeitsplatz verlassen habe. Der Betrieb hatte an dem Tag um 13 Uhr geschlossen und meine Arbeitszeit geht bis 16 Uhr und ich bin um 14:30 gegangen. Die Leiterin war in dieser Woche im Urlaub, so dass ich ihr unverzüglich am Montag meldete, dass ich früher gegangen sei. Sie meldete dies an die Vorgesetzten. Ich arbeitete weiterhin normal und erhielt per Post einen Aufhebungsvertrag und einen Tag später eine fristlose Kündigung 'aus wichtigem Grund'. Ich muss dazu erwähnen, dass ich noch nie eine Abmahnung bekommen habe..dort bin ich 7 Jahre beschäftigt und ich bin alleineruiehend. Habe Kündigungsschutzklage eingereicht. Wie stehen meine Karten vor Gericht? Bitte um Rat oder Erfahrungen..Danke;)

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Darf ein Mitarbeiter Aufgaben anderer Abtelungen übernehmen?

Hallo und guten Abend,

eine Kollegin von mir, soll Aufgaben von mir übernehmen, obwohl sie in einer anderen Abteilung arbeitet Mein Chef kündigte mir dies an. Nun frage ich mich, ob das rechtens ist.

Um es zu verdeutlichen::

Beide arbeiten wir in der EDV-Anwendungsberatung eines großen Unternehmens. Ich im Bereich Debitorenbuchhatlung, sie im Bereich Hauptbuchhaltung. Es sind verwandte Gebiete, jedoch unterschiedliche Abteilungen mit anderen Kollegen, die wir dv-technisch betreuen (natürlich haben wir auch andere Vorgesetzte).

Bislang gab es eine strikte Trennung keiner durfte dem anderen in die Arbeit "pfuschen".. Zusammenarbeit z.B. bei Problemen war und ist erlaubt, keiner darf jedoch die Arbeit des anderen machen und wenn dann nur abgestimmt und in Einzelfällen.

Ich will ehrlich sein, ich habe ein bischen Angst, das die Kollegin mehr und mehr Arbeiten meines Aufgabenbereichs übernimmt und mich in den Hintergrund drängt. Das könnte eine Taktik des Chefs sein, kann ich aber nicht belegen.

Die Kollegin hat bereits eine Fortbildung / Schulung in meinem Fachgebiet unternommen.

Soll ich das so hinnehmen oder auch mal den Betriebsrat kontaktieren? Danke schon mal für Anregungen und Lösungsvorschläge! :-)))

Gruß, Rudi

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Weihnachtsgeld bei Kündigung mit Stichtagsklausel?

Hallo zusammen.

Folgender Sachverhalt: Ich bin seit 2014 bei meinem Arbeitgeber angestellt. Seitdem gab es jedes Jahr ein Weihnachtsgeld (auf der Monatsabrechnung steht Lohnart 1000, Beschreibung Weihnachtsgeld und die Vermerke S (Sonstiger Bezug), E (Einmalbezug), J (Mit Auswirkung auf das Gesamtbrutto).

Nun habe ich zu Ende Oktober meine Kündigung für Ende Januar eingereicht.

Im Einstellungsgespräch und den Jahresgesprächen war immer die Rede vom Jahresgehalt, welches er immer durch 13 geteilt hat (weil das Weihnachtsgeld als 13. Gehalt angerechnet wurde). Soweit alles in Ordnung.

Im Vertrag steht folgendes:

Der Arbeitnehmer erhält zusätzlich mit der Auszahlung des Novembergehaltes ein Bruttomonatsgehalt als Weihnachtsgeld. Im Eintrittsjahr wird das Weihnachtsgeld anteilig nach der Betriebszugehörigkeit bezogen auf volle Kalendermonate gezahlt. Steht der Arbeitnehmer zum Auszahlungszeitpunkt in einem gekündigten Anstellungsverhältnis, besteht kein Anspruch auf Weihnachtsgeld.
(diesen Text haben alle meine Kollegen in ihrem Vertrag so stehen)

Wie sieht das ganze nun rechtlich aus - steht mir das Weihnachtsgeld zu (immerhin bin ich ja noch bis Ende Januar im Unternehmen tätig) oder habe ich nun "Pech" und muss es so hinnehmen.

Im Internet habe ich unterschiedliche Sachen gelesen, manche bekamen das volle Weihnachtsgeld, andere anteilig (was bei mir ja aber auch 12 Monate wären). Jedoch stand bei anderen immer ein etwas anderer Text im Vertrag.

Bezieht sich das Weihnachtsgeld mit diesem Text auf eine Betriebstreue oder einen reinen Entgeldcharakter?

Leider ist das für mich nicht ganz ersichtlich - gefunden hatte ich folgende Beispiele:

a. „Der Arbeitnehmer erhält eine Weihnachtsgratifikation in Höhe eines Bruttomonatsgehalts, die mit der Gehaltsabrechnung für Dezember abzurechnen und auszuzahlen ist.“ (reiner Entgeltcharakter)

b. „Mit der Gewährung von Weihnachtsgeld bezweckt der Arbeitgeber die Belohnung der in der Vergangenheit gezeigten Betriebstreue und die Förderung zukünftiger Betriebstreue des Mitarbeiters. Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld besteht nur, wenn das Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Zahlung noch besteht und es zu diesem Zeitpunkt weder gekündigt ist noch ein Aufhebungsvertrag abgeschlossen wurde.“ (ohne Entgeltcharakter – Betriebstreue)

c. „Mit der Gewährung von Weihnachtsgeld bezweckt der Arbeitgeber die Belohnung der in der Vergangenheit gezeigten Betriebstreue und die Förderung zukünftiger Betriebstreue des Mitarbeiters. Gleichzeitig dient die Sonderzahlung der Belohnung der Arbeitsleistung als solcher.“ (Mischcharakter)

In einer Mitschrift vom Jahresgespräch hatte mein Chef auch notiert Monatsgehalt x 13.

Auf der Monatsabrechnung für November ist kein Weihnachtsgeld ausgewiesen, wie es die Jahre zuvor war.

Ich hoffe, es kann jemand etwas Licht ins Dunkel bringen und hat vielleicht ein paar Ratschläge für mich, was ich nun tun kann.

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Arbeitgeber will mich loswerden

Ich arbeite seit knapp über neun Jahren im Einzelhandel für einen Bio Supermarkt. Die letzten 3 Jahre war ich im Betriebsrat. Jetzt im Mai wurde erneut gewählt und habe mich aber nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Hab aber noch knapp 7 Monate Kündigungsschutz. Seit ein paar Monaten versteh ich mich mit meiner Chefin gar nicht mehr. Und jetzt bin ich angeblich zu langsam und mach alles falsch. Hatte schon zwei korrekturgespräche wegen verschiedenen dingen plus eine Abmahnung weil ich einfach früher gegangen sein soll. Heute kam der Regionalleiter und hat mir 3 Monatsgehälter plus super Zeugnis angeboten wenn ich einen aufhebungsvertrag unterschreibe. Habe ich natürlich aber nicht gemacht. Meine Frage ist weil ich eh kein bock mehr hab da zu schaffen. Was kann ich an Geld rausquetschen?Ich weiss halbes Monatsgehalt pro Jahr ist das mindeste. Anwalt wird demnächst eingeschaltet. Vieleicht kann jemand aus eigener Erfahrung berichten.

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Kündigung nach Urlaub krank?

Hallo zusammen,

hatte letzte Woche Urlaub bis gestern, soweit alles gut aber ich fühle mich seit Donnerstag ziemlich schwach und habe Gelenk, sowie Magenschmerzen, dachte das es alles bis heute wirder gut sein wird aber ist immernoch geblieben und kann noch nichtmal schlafen. Ich weis das ich mit dieser Unanehmlichkeit nicht arbeiten kann ich überlege da anzurufen und bescheid zu sagen, dass die Kollegen den Chef bescheid sagen sollen das ich krank bin aber habe ein sehr schlechtes Gefühl.

Was würden die Kollegen denken, was würde der Chef denken, ich weiß 100% das die dann heute über mich lässtern werden und wie siehts aus, ich arbeite im öffentlichen Dienst seit gute 4,5 Jahren inkl. Ausbildung. Können die mich kündigen, ich war leider letzte letztes Jahr zusammen ca 4 Wochen krank. Mal waren es für ein paar Tage und mal für eine Woche. Ich liebe meinen Job und ich möchte die Stelle nicht verlieren, kann man mich kündigen.

Auf der Arbeit bin jetzt auch nicht der beste und habe teilweise auch fehler gemacht aber noch keine abmahnung erhalten. Momentan bin ich in einer anderen abteildung in der Einweisungszeit .

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Arbeitgeber erlaubt sich zu viel?

Guten Tag,

Seit längerer Zeit haben einige meiner Kollegen und ich immer häufiger Probleme mit unserem gemeinsamen Arbeitbeitgeber. Bezüglich mehrerer Punkte, welche ich nacheinander ausführlich auflisten werde, würden wir uns gerne erst einmal eine Meinung einholen, bevor wir evtl. den Schritt zum Arbeitsgericht nehmen.

Punkt Nr. 1.

Betriebsratsgründung: Diese hat unser Arbeitsgeber im Arbeitsvertrag verboten/untersagt. Ist diese Klausel im Arbeitsvertrag gültig? Ist eine Kündigung eines Mitarbeiters, welcher eine Betriebsratswahl (erstmalige) ins Leben ruft, rechtens und legitim? Oder handelt der Arbeitgeber dann rechtswidrig?

Punkt Nr. 2.

Stundenabzüge/Sanktionen: Unser Arbeitgeber zieht, bei Verstößen gegen den von Ihm aufgestellten "Maßnahmekatalog", seinen Mitarbeitern Stunden vom geleisteten Dienst ab.

Als Beispiel: Wir haben eine Arbeitszeit von 12 Stunden pro Schicht (Sicherheitsgewerbe). Hat ein Mitarbeiter nun zum Beispiel die vorgeschriebene Kleiderordnung nicht vollständig, sieht der Maßnahmekatalog vor, dass ihm 6 Stunden seines Dienstes nicht vergütet, also abgezogen werden.

Ist dies rechtens?

Punkt Nr. 3.

Lohn nicht zahlen: Diesen Fall haben wir momentan aktuell. Für unsere Arbeit verlangt der Arbeitgeber jährlich ein erweitertes Führungszeugnis (FZ). Ist das aktuelle FZ nun "veraltet" verlangt der Arbeitgeber die Beantragung eines neuen FZ, wofür er ein entsprechendes Schreiben für die Beantragung an den ArbeitNEHMER übermittelt. Wird dieses neue FZ, trotz Beantragung und einreichen der Quittung über die Beantragung und Bezahlung der zuständigen Behörde beim Arbeitgeber, nicht bis zur nächsten Lohnzahlung bei der Firma eingereicht, sperrt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Lohn und lässt die im Arbeitsvertrag festgesetzte Lohnzahlung aus. Lohn bekommt der Arbeitgeber erst mit einreichen des FZ beim Arbeitgeber. Meines Wissens nach ist das rechtwidrig. Ein Mitarbeiter musste, da nach der ersten Beantragung kein FZ bei ihm einging, sein FZ zweimal beantragen. Hier bitte beachten, bis zum Erhalt des FZ können zwei Wochen vertreichen.

Es wäre nett, wenn Sie mir jeden der Punkte bestätigen oder widerlegen könnten. Gerne mit Paragraphen oder was es sonst so gibt.

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