Arbeiten trotz Insolvenz und Rente wegen Arbeitsunfähigkeit

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Hallo leylamecnun,

Sie schreiben:

Arbeiten trotz Insolvenz und Rente wegen Arbeitsunfähigkeit<

Antwort:

Richtigstellung:

Sie verwenden Begriffe, welche in der einschlägigen Fachliteratur nicht erscheinen!

Dies führt in der Praxis immer wieder zu unnötigen Fehlinterprätationen!

Mit Rente wegen Arbeitsunfähigkeit und Frührente meinen Sie also vermutlich die volle Erwerbsminderungsrente in der gesetzlichen Rentenversicherung!

Ab 1.1.2013 wurden die Hinzuverdienstgrenzen betreffs voller Erwerbsminderungsrente angehoben auf monatlich 450 Euro und zusätzlich zweimal im Jahr auf je 900 Euro!

Siehe hierzu unter anderem unter folgendem Link:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/rententipp/mehr_hzv_moeglich.html

Aber Achtung bei der Art, Dauer und Ausübung von Tätigkeiten, welche von den Beschränkungen im Rentenbewilligungs-Bescheid abweichen!

In der Regel wird die volle Erwerbsminderungsrente dann bewilligt, wenn das noch verbliebene Restleistungsvermögen auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag innerhalb einer 5-Tage-Woche, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Hier lauern gleich drei heimtückische Rentenfallen:

1)

Jegliche Änderung in den persönlichen Verhältnissen muß umgehend bei der DRV angezeigt werden!

2)

Die maximal zulässige Arbeitszeit ist auf bis zu maximal 3 Stunden pro Arbeitstag inenrhalb einer 5-Tage-Woche begrenzt!

3)

Dem Passus "Leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt" sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil die DRV da Ihre eigenen Vorstellungen davon hat!

Leichte Tätigkeiten sind z.B. laut DRV Pförtner, Museumswärter, Nachtportier, Abpacker, Regalbestücker und viele weitere wie z.B. unter folgendem Link:

google>>deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_240ANL2

Es kann also durchaus passieren, daß Sie bei der DRV eine Tätigkeit melden und dann gefragt werden, was Sie da ganz genau machen/arbeiten!!!!!

Es kommt nicht selten vor, daß dann in diesem Zusammenhang die Erwerbsminderungsrente entzogen wird, weil die Betroffenen diesen Dingen zuwenig Aufmerksamkeit schenken!

eigentlich steht ja oben die Frage:-) Meine Cousine ist an Krebs erkrakt und dadurch in die Frührente. AUßerdem ist sie noch zwei jahre in der Insolvenz. Sie möchte auf €450-Basis arbeiten. Ist das möglich ohne Abzüge?

Antwort:

Zunächst gilt in jedem Fall, daß Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit dem Einkommenssteuerecht unterliegen und bis auf die Freibeträge betreffs Hinzuverdienstgrenzen auf die Rente angerechnet werden.

Also Einkommen aus selbsständiger Tätigkeit abzüglich sogenannter Betriebsausgaben, Werbungskosten, Steuern!

Siehe hierzu auch unter folgendem Link des Bmas auf Seite 21:

google>>bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a261-erwerbsminderungsrente-767.pdf?__blob=publicationFile

Was die Insolvenz als solche anbelangt und etwaige Zugriffe auf das Konto im Zusammenhang mit Pfändungsschutz so sollte ein Konto mit Pfändungsschutz eingerichtet werden, damit man seinem Geld nichtz hinterherlaufen muß!

google>>caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/jahrgang2011/artikel2011/pfaendungsschutzfuergirokontenerlischt20

Fazit:

Eine volle Erwerbsminderungsrente von der DRV zu erhalten, das ist in der heutiigen Zeit für Betroffene ein wahrer Kraftakt und kein Honigschlecken!

Aus diesem Grund sollte dieses existenziell sehr wichtige Einkommen nicht durch Leichtsinnigkeit und unüberlegten Aktionismus wegen Geldnot auf`s Spiel gesetzt werden!

Viel besser ist es daher, vor Aufnahme einer Tätigkeit dies mit dem zuständigen Sachbearbeiter abzustimmen und sich dies in jedem Fall schriftlich genehmigen zu lassen!

Denn wird die Erwerbsminderungsrente wegen diverser Unstimmigkeiten erst einmal entzogen, ist die Wiedergewährung eine Herkulesaufgabe!

Wenn weiter Fragen auftreten, bitte einfach wieder melden!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

zuverdienen darf sie 160 euro, alles was darüber ist geht wird mkit der Rente verrechnet. natürlich darf sie mit dem zuverdienst die pfändungsfreigrenze nicht überschreiten. alles was über die pfändungsdfreigrenze geht muss sie an denj insolvenzverwalter zahlen, der verteilt es dann an die gläubiger. und zu guter letzt darf sie nicht mehr als 3 stunden am tag arbeiten. denn wenn sie mehr als 3 stunden arbeiten kann, dann ist sie nicht voll erwerbsunfähig und kann sich zumindest einen teilzeitjob suchen.

Zur Erwerbsminderungsrenze darf sie 450 Eur dazuverdienen, ohne dass es angerechnet wird. Wie sich die Privatinsolvenz dazu verhält, weiß ich leider nicht. Aber wenn sie durch den Job ihre schulden schneller loswird, ist es doch auch ok, oder? mfg

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