Arbeiten sogut wie alle nur wegen des Geldes?

11 Antworten

Hey, natürlich arbeiten viele Menschen nur wegen des Geldes, aber es gibt auch andere.... ich mach ein super Abi und hab Angebote von Privatunis und so weitergekommen, mit denen ich es vor allem finanziell später weit bringen könnte. Aber was mache ich, werde Lehramt studieren und ein ganz einfacher Beamter sein, ohne ein Megagehalt, einfach weil ich es liebe Menschen etwas beizubringen. Ich gebe seit Jahren Nachhilfe ohne einen Cent dafür zu bekommen, einfach weil es mir Spaß macht

...eine Dienstleistung, die deine Lebenszeit und sonstiger Aufwand beansprucht und das vollkommen ohne Gegenleistung (z.B. Geld) ? Stimmt, hast du richtig erkannt, du wirst es im Leben, finanziell gesehen, nicht weit bringen. Du könntest noch Nonne werden um deinen sozial ausgeprägten Sinn ohne nennenswerte Gegenleistung zu erhalten.

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@DasGretelchen

Genau, es ist meine Entscheidung und es macht mich glücklich, für ein Hobby bekommt man auch nicht und man macht es trotzdem, für mich ist Arbeit genauso zu sehen wie ein Hobby, nur dass es mir mein Leben finanziert.

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Das ist ein Grundgedanke, die Hoffnung des Bedingungslosen Grundeinkommens. Menschen müssen nicht mehr jeden Job annehmen, sondern können ihren Fähigkeiten und Interessen folgen. Was weniger Stress etc. zur Folge hat usw.

In der Realität ist es aber so, dass die eine Hälfte gern zur Arbeit und in ihrem Job aufgeht. Die andere Hälfte sieht sich gezwungen, zu arbeiten.

Es gibt Leute, für die ist das verdiente Geld nur Nebensache. Für mich ist das Geld, das ich verdiene einer von vielen Aspekten die für meinen aktuellen Job sprechen. Ich habe einen sehr durchwachsenen Lebenslauf, weil ich lange gesucht habe, bis ich was gefunden habe was mir sowohl gutes Geld, als auch Spaß bringt.

Ich hätte keine Lust, mein halbes Leben mit einer Tätigkeit zu verbringen die mir überwiegend auf die Nerven geht. Für meine Rente habe ich später glücklicherweise auch genug Interessen und Hobbies um auch die paar Jährchen die es dann noch gibt gut rumzukriegen.

Zum bedingungslosen Grundeinkommen muss ich sagen, dass ich trotz dessen eher Arbeiten würde.

Was wäre denn, wenn theoretisch jeder reich wäre

Auch dann müssen die Dinge erledigt werden, damit die Gesellschaft funktioniert. Auch mit Millionen in der Tasche bringst du deinen Müll nicht selbst zur Mülldeponie, reparierst nicht selbst deine Klospülung, diagnostizierst, therapierst oder operierst dich nicht selbst und bringst auch deine Post nicht selbst zum Empfänger. Du hütest nicht selbst Schafe, scherst sie nicht selbst, machst aus der Wolle nicht selbst Kleidung und erfindest auch nichts, was dir und anderen helfen könnte. Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Die Zeiten, wo jeder alles konnte, was er zum Überleben können musste, sind seit etlichen tausend Jahren vorbei.

Hey, ich stelle mir die Frage, ob nicht sogut wie alle Leute nur wegen des Geldes arbeiten und nicht wegen dem Job an sich

Das ist leider wirklich so.

Ich versuche mich gerade beruflich zu orientieren und ich glaube einfach nicht das jeden Tag Millionen Menschen in Deutschland zur Arbeit gehen/fahren weil der Job sooo geil ist und es ja überhaupt nichts gibt was man lieber tun würde

Das Schlimmste ist ja, dass unser Wirtschaftssystem auf Grund des Zwangs zum Wachstum im Laufe der Jahre genau solche Jobs schafft. Also unsinnige Arbeiten, die niemand machen will. Gibt ein Buch, welches "Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit" heißt. Sehr interessant.

Was wäre denn, wenn theoretisch jeder reich wäre (praktisch zwar unmöglich wegen Inflation usw. aber jetzt mal nur theoretisch), hätte dann noch irgendwer Bock sich in nem 9 to 5 Job abzustrampeln damit der Chef Porsche fahren kann?

Sagen wir so. Es müsste nicht jeder reich sein. Es müsste nur so sein, dass der Reichtum richtig verteilt wird. Viele Menschen könnten auch viel weniger Zeit bei der Arbeit verbringen, wenn unsere Arbeitssysteme dies zuliesen würden. Tun sie aber nicht.

Um die Frage dennoch zu beantworten. Die berühmten 9 to 5 jobs sind natürlich eine Erfindung, die nicht notwendig sein müsste. Der Kapitalismus ist ja gerade mal 200 Jahre alt und wir tun gerne so, als hätte es davor keine Menschheitsgeschichte gegeben.

Egal wofür Menschen da sind, sie sind es nicht, weil die Nautr irgendwann davon aus ging, dass wir solche Jobs machen.

Darin besteht ja auch die Chance in der Digitalisierungen. Nämlich, dass viele dieser Jobs wegfallen, weil autonome Systeme diese machen könnten. Nur ist es eben leider so, dass wir in einer Gesellschaft gefangen sind, die Arbeit immer mit kapitalistischer Arbeit verwechselt.

Sprich, es könnte auch andere Arbeitswelten geben, in denen die Menschen ihre arbeit freier (nicht frei) wählen könnten, wenn man sie dazu befähigt.

Leider haben wir keine Schulen, die Kinder dazu befähigt und wir haben auch zu viele erwachsene, die ohne die tägliche Ausbeutung in ihrem Job nicht leben könnten und sich lieber kaputt machen, als den ganzen Arbeitstag mit eigenen Ideen zu füllen.

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