Arbeit wechseln ohne zu kündigen?

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6 Antworten

Grundlegend erhältst Du beim ALG I die "67 %" nur dann, wenn z.B. noch unterhaltspflichtige Kinder in Deinem Haushalt leben. Sonst sind es regulär 60%.

Bei der Beurteilung einer möglichen "Sperrfrist" wird es hingegen schon etwas schwieriger. Aber grundlegend ist auch hier damit zu rechnen, dass Du beim Wechsel von einer ungekündigten und unbefristeten Stelle in z.B. ein befristetes AV ggf. mit einer Sperrfrist von 12 Monaten ab dem Datum der Ursachensetzung ( also ZU wann Du selbst fristgerecht gekündigt hast ) rechnen musst.

Daher müsstest Du im Zweifelsfall mindestens 3 Monate Probezeit in Deinem neuen Job überstehen, damit die ursächliche Sanktionierung nicht mehr greifen könnte. 

Wenn Du Deinen jetzigen ( unbefristeten ) Job also fristgerecht z.B. zum 30.04 kündigst und am 01.05 in einem neuen Job anfangen könntest, so müsstest Du diesen Job mindestens bis zum 31.07 halten können, um Dich frühestens ab dem 01.08 für den Leistungsbezug anmelden zu können.

Dann mindert sich ggf. zwar dennoch Deine Anspruchsdauer noch um 12 Wochen, aber Du stehst halt notfalls nicht 12 Wochen ohne Geld da.

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johnnymcmuff 20.03.2016, 01:23

mit einer Sperrfrist von 12 Monaten

12 Wochen.  :-)

Daher müsstest Du im Zweifelsfall mindestens 3 Monate Probezeit in Deinem neuen Job überstehen, damit die ursächliche Sanktionierung nicht mehr greifen könnte. 

Hast Du mal eine entsprechende Quelle?

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Parhalia 20.03.2016, 02:33
@johnnymcmuff

Den Schreibfehler mit "12 Monaten" hatte ich noch innerhalb meiner Bearbeitungszeit meiner Antwort entdeckt und natürlich DANN auf "12 Wochen" per Edition noch korrigiert.

Die Quelle waren die "Dienstanweisungen" der Arbeitsagenturen, welche per PDF im WEB herunterladbar sind. ( Sperrfristen und Beginn der Anlaufzeit )

Meine Antwort bezog sich ansonsten auch nur auf Vermutungen bzgl. der Fragestellung, da ich / wir ja grundlegend nicht hellsehen können, wie die neuen Vertragsbedingungen ( Laufzeitdauer / mgl. Befristung )  des künftigen AV aussehen werden.

Ich habe fiktiv dabei mal die ungünstigste Möglichkeit des Wechsels von einem unbefristeten in ein befristetes AV im Hinterkopf gehabt.

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Zaxooo 20.03.2016, 02:34

Also aktuell arbeite ich im Teilzeit und mein Vertrag ist nicht unbefristet, es läuft immer für einem Jahr.

Aber bist du dir ganz sicher dass ich bei der neuen Job mindestens 3 Monate gearbeitet haben um Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 habe ??

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Parhalia 20.03.2016, 03:19
@Zaxooo

Wegen Deines bereits erworbenen Anspruches auf ALG I hatte ich ja garnichts gesagt, wenn es bisher wirklich Teilzeit ( auf Steuerkarte ... und nicht "Minijob" war ) 

Da bezog ich mich lediglich auf mögliche "Sperrfristen". ( Nicht auf Deinen Grundanspruch )

Wenn Du nun ergänzt, dass Du bislang ja auch nur in befristeter Anstellung beschäftigt warst, so relativiert sich natürlich diesbezüglich auch meine ursprüngliche Antwort bis auf DAS kleine Detail ( Sperrfrist ), wenn Du selber kündigtest und danach nicht unmittelbar eine Anschlussbeschäftigung fändest.

Aber davon erst einmal ab: 

Spreche zunächst einmal mit Deinem bisherigen Arbeitgeber darüber, dass Du eine Arbeit mit besserer Perspektive oder ggf. auch nur höherer Stundenzahl suchst. Frage ihn dann weiters, ob er notfalls einem "Aufhebungsvertrag" zustimmen würde, falls ein möglicher neuer Arbeitsplatz ggf. im Wechsel notfalls  schon etwas vor der gesetzlichen Kündigungsfrist Deines bestehenden Arbeitsverhältnisses erfolgen könnte oder müsste.

Nachtrag : bei befristeten AV musst Du ohnehin 3 Monate vor Ablauf des Vertrages zur Arbeisagentur zur "Arbeit Suchend" - Meldung.

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Zaxooo 20.03.2016, 16:08

Also nur mal so zum betonen und damit ich ganz sicher bin...

Wenn ich Arbeit wechsele und bei der neue Stelle Anfange und werde dort gekündigt weil die mich beispielsweise nicht mehr gebrauchen können oder was weis ich dann hab ich Anspruch auf Arbeitslosengeld und würde die 60 Prozent bekommen ?

Danke im Voraus

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Parhalia 20.03.2016, 17:18
@Zaxooo

Ja, Dein bereits erworbener Anspruch auf ALG I bliebe durch einen Wechsel der Arbeitsstelle natürlich erhalten. Bei der Anspruchshöhe werden besagte 60% dann auf das durchschnittliche Netto-Einkommen der letzten 12 Monate angesetzt.

Und wenn Dein neuer Chef Dich später z.B. aus "betrieblichen Gründen" kündigt, so bekommst Du danach auch keine Sperre. Du musst den Wechsel der Arbeitsstellen nur "nahtlos" über die Bühne bringen. ( bedeutet : nach Deiner Kündigung bei Deinem jetzigen Arbeitgeber nicht zwischendurch bei der Arbeitsagentur melden und Leistungen beantragen )

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Zaxooo 20.03.2016, 18:20

Also muss ich bei dem neuen Arbeitgeber nicht mindestens 3 Monaten arbeiten um mein Arbeitslosengeld dann in Anspruch nehmen zu können ??

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Parhalia 20.03.2016, 18:50
@Zaxooo

Nein, Deinen Anspruch hast Du ja bereits durch Deine aktuelle Arbeit erworben. Wenn Du jetzt z.B. in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate auf Steuerkarte beschäftigt warst, so hättest Du bereits eine Anspruchsdauer von 6 Monaten erworben. Wenn Du dann bei einem anderen Arbeitgeber anfängst, so erwirbst Du pro weiteren 2 Beschäftigungsmonaten eine zusätzliche Anspruchsdauer von je einem weiteren Monat.

Das geht bis max. 12 Monaten Anspruchsdauer, wenn Du dafür 24 Monate ununterbrochen eingezahlt hast. Wenn Du über 50 oder 55 Jahre alt bist, so beträgt die maximale erwerbbare Anspruchsdauer 18 Monate.

Dir geht also durch den Stellenwechsel nichts in der aktuellen Anspruchsdauer und Höhe verloren. ( Du fängst also nicht jedes mal neu an )

Das mit den "3 Monaten" bezog sich jetzt lediglich auf die Laufzeitdauer einer möglichen Sperrfrist wegen Deiner Kündigung. ( 12 Wochen Sperrfrist wegen "Arbeitsaufgabe"

Aber Du sagtest ja bereits, dass Du ohnehin aktuell nur ein befristetes Arbeitsverhältnis in Teilzeit hast. Wenn Dein neues AV dann also nicht schlechter ausfällt als Dein aktuelles, dann ist auch alles o.K.

Es wäre nur etwas ungünstig, wenn Du z.B. aktuell noch eine Restvertragsdauer von 9 Monaten bis zum Fristdatum hättest und z.B. der neue Job nur auf 3 oder 6 Monate befristet wäre.

Umgekehrt wäre es aber ok, wenn Dein bisheriger Job z.B. in 3 - 4 Monaten ausliefe, und Du einen anderen befristeten Job mit z.B. 6 Monaten Frist ( oder gar unbefristet ) antreten würdest.

Und würdest Du dann in diesem Job ( sofern überhaupt möglich / per Probezeit vereinbart ) absolut unverschuldet ( z.B. betriebsbedingt ) schon in der Probezeit gekündigt würdest, so kann Dir die Arbeitsagentur dafür dann auch keine Sperrzeit aufdrücken.

Und wie gesagt, der aktuell erworbene Anspruch bleibt bestehen. Er könnte sich höchstens durch weitere Beitragsmonate verlängern, wenn noch keine Anspruchsdauer von 12 ( 18 ) Monaten bereits jetzt schon erworben wurde. Und wenn Du in dem neuen Job sogar von Teilzeit auf Vollzeit ( und somit auch mehr Einkommen kommst ), so könnte sich Dein Anspruch auch in der Leistungshöhe verbessern.

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Zaxooo 20.03.2016, 19:04

Ich bedanke mich sehr sehr sehr bei dir und danke für deine wertvolle Zeit die du dir genommen hast.

Du hast mir sehr sehr geholfen ich danke dir

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Parhalia 20.03.2016, 19:26
@Zaxooo

Natürlich und immer gerne. 😉

Du sollst ja letztlich beim Jobwechsel keine Nachteile bekommen.

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Meine frage ist es, kann ich den Job wechseln sodass ich nach der Frist direkt am nächsten Tag mich erstmal arbeitslos melden muss.

Wenn Du selber kündigst oder eine Kündigung herbeiführst, wirst Du eine Sperre bekommen, wenn Du ALG Antrag stellen würdest.

Wenn auf der neue Arbeit alles nicht so verläuft wie ich mir das vorgestellt habe und der Chef würde mich in der Probezeit kündigen, hätte ich hier Anspruch auf Arbeitslosen Geld also damit meine ich die 67 Prozent ??

Niemand darf es Dir verwehren eine andere oder bessere Stelle anzunehmen, auch wenn diese dann mit einer Probezeit ist.

Wenn Du Anspruch auf ALG I erworben hast und gekündigt wirst, dann wirst Du es auch bekommen.

MfG

johnnymcmuff

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Ein bisschen durcheinander ist deine Frage schon ...

Ob du eine Arbeit wechseln kannst, ohne zu kündigen (Überschrift) ?  Nein.

Ob du eine Arbeit wechseln kannst, ohne zwischendurch arbeitslos zu sein? Natürlich. Bloß würde ich die erste Arbeit erst kündigen, wenn ich zu der neuen Arbeit eine feste Zusage (oder einen Vertrag) habe.

Wenn der neue Chef dein Arbeitsverhältnis nach der Probezeit beendet, dann zählt diese Zeit auch für einen Anspruch auf ALG I.

Ob du allerdings darauf Anspruch hast, das hängt davon ab, ob du in den letzten 24 Kalendermonaten mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst. Hast du weniger gearbeitet als 12 Monate lang, dann läuft es auf ALG II hinaus.

Ach ja ... 67 % des letzten Netto bekommt, wer ein oder mehrere Kinder im Haushalt versorgt. 
Für Singles gibt es 60%.

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Warum willst Du Dich denn arbeitslos melden, wenn der neue Chef schon auf Dich wartet? Das habe ich nicht richtig verstanden. 

Wenn Du den Job wechselst und in der Probezeit gekündigt wirst, hast Du prinzipiell Anspruch auf ALG1. 

Allerdings wird der Arbeitgeber vom Arbeitsamt nach dem Kündigungsgrund gefragt. Wenn er nun einen Grund angäbe, nach dem Du die Kündigung durch Dein Verhalten verschuldet hast (z.B. Unpünktlichkeit) kann es passieren, dass Du doch eine Sperre bekommst. 

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Zaxooo 20.03.2016, 01:10

Ich frage alles weil ich mir unsicher bin.
Nimm es mir nicht übel wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe.

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Andretta 20.03.2016, 01:16
@Zaxooo

Alles gut. 

Übrigens kannst Du, wenn der neue Chef eh schon auf Dich wartet, auch versuchen, mit Deinem jetzigen Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag zu schließen. Das heißt, ihr einigt Euch einvernehmlich auf einen früheren Austrittstermin aus der jetzigen Firma. Die meisten Unternehmen lassen sich darauf ein, weil sie wenig Lust haben, unmotivierte Mitarbeiter, die eigentlich weg wollen, auf Teufel komm raus noch ein paar Wochen an sich zu binden. 

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Warum willst Du Dich arbeitslos melden, wenn Du direkt vom einen Job in den nächsten wechseln kannst? Du hörst am 30. im alten Job auf und fängst am 1. im neuen an.

Sollte es in der neuen Firma nicht so laufen und Dir wird gekündigt, hast Du natürlich Anspruch auf ALG.

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Natürlich, da du über 1 Jahr gearbeitet und eingezahlt hast.

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