Arbeit macht frei! Von was?

2 Antworten

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Wichtig ist, dass dieser Spruch zutiefst zynisch und menschenverachtend war. Die Gefangenen sollten nicht frei kommen, sondern alle in den Lagern krepieren.

Aber die Nazis haben bis hin zu den Gaskammern versucht, die Täuschung der Gefangenen aufrecht zu erhalten (z.B. indem sie sie Neuankömmlingen, die für die Gaskammern selektiert wurden, diese als Duschen verkauft haben).

Frei heißt hier zunächst frei von der Gefangenschaft im KZ, aber man kann es auch im ideologischen Sinn deuten als frei von der falschen Einstellung (nämlich der nicht-nationalsozialistischen) oder frei von der Schuld, die man auf sich geladen hat ( warum man eben im KZ ist).

Die Idee für den Einstieg ist gut, denn der Schriftzug ist berühmt-berüchtigt, denn dahinter beginnt die Hölle auf Erden. Mir war nach dem Besuch von Auschwitz tagelang schlecht.

Vielen Dank. Die GFS war eine 1!

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@stonedog

Sehr gute Antwort. Respekt, auch wenns schon 3 Jahre her ist.

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Das liest man immer wieder und es ist einfach eine Platitüde.

Natürlich stand in der Realität für die Häftlinge keine Freiheit, sondern Leid und Tod in Aussicht.

Aber "zynisch" und "menschenverachtend" sind Wörter, die die Absicht und die Hintergedanken von den Menschen beschreiben, die den Ausspruch getätigt haben.

Der Spruch "Arbeit macht frei" wurde auf Veranlassung des Lagerkommandanten Rudolf Höß angebracht. Das war nicht zynisch gemeint - es handelte sich um sein persönliches Lebensmotto, daß er schon lange vorher für sich ausgewählt hatte.

Er fand es wohl passend für ein Arbeitslager (zum Vernichtungslager wurde Auschwitz erst später), ohne dabei irgendwie die Befreiung der Gegangenen im Sinn zu haben. Diese bekamen den Spruch übrigens in der Regel nicht zu Gesicht. Durch das Haupttor kamen höchstens Lagerpersonal und Besucher, die Gefangenen wurden normalerweise per Zug gebracht, den sie am lagereigenen Bahnsteig verließen (also schon innerhalb des Lagers).


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@BigBene

Wohl ein bisschen auf der Revisionistenschiene unterwegs.

Der Spruch wurde bei weitem nicht nur in Auschwitz verwendet, und wenn Höß beschränkt war und es ernst gemeint hat, ändert das am Zynsimus der Nazis und der bewussten Verhöhnung der Gefangenen nichts.

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