Ein Apollo Optiker beauftragt Inkasso. wie soll man jetzt reagieren?

6 Antworten

Wurde Zahlung per Vorkasse vertraglich festgelegt? Wenn nicht entsteht der Anspruch auf Bezahlung m.M.n. erst wenn die Brille ausgehändigt wurde.

Inkassokosten sind meist Schall und Rauch und oft nicht durchsetzbar oder deutlich zu kürzen, ebenso Kontoführungsgebühren. Zinsen sollte man nochmal nachrechnen und Mahnkosten der Auftraggeberin entsprächen 10 Mahnschreiben

Daher würde ich die unstrittige Hauptforderung bei Apollo gegen Herausgabe der Brille bezahlen (quittieren lassen). Und eine Quittungskopie als Anhang zu einem "Widerspruch über die Gebühren" per Einwurfeinschreiben ans Inkassobüro schicken.

 Hauptforderung 218,90 Euro, Mahnkosten der Auftragsgeberin 25,00 Euro, Inkassovergütung inkl. evtl. angefallener Ermittlungskosten 53,55 Euro, Kontoführungsvergütung mtl. 2,05 Euro, Zinsen bis 16.03.2013: 8,15 Euro,

Die Gebühren sind zwar erlaubt allerdings nicht durchsetzungsfähig (Siehe link in Deinem Postfach)

Ich würde ähnlich vorgehen wie von @jörgfried empfohlen - allerdings wäre es evtl besser die Hauptforderung inkl 10 € unangekündigt direkt an Apollo überweisen (Zweckgebunden d.h im Überweisungsträger : Nur hauptforderung )

Einziger Kritikpunkt wäre das das ext Inkassobüro sicherlich Druck ausüben wird um die Provision (Inkassokosten) einzufahren ( Drohbriefe evtl Telefonanrufe ) Die Frage ist ob Deine Mutter diesem Druck gewachsen ist ?

Den direkten Besuch im Laden habe ich empfohlen, um sicherzustellen, dass die Brille nicht mit Verweis auf die Inkassokosten zurückgehalten wird. Natürlich muss die Zahlung quittiert werden.

Telefonische Kontaktaufnahme sollte man der Inkassofirma beim Widerspruch ausdrücklich verbieten.

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@Jorgfried

Hallo Jorgfried und EXInkassoMA!

Besten Dank für Eure Antworten!!

Den direkten Besuch im Laden würde ich dann zuerst versuchen, befürchte aber, dass die Mitarbeiter das Geld nicht annehmen und die Brille trotz Aussicht auf die Barzahlung zurückhalten... Der zweite Versuch wäre dann die Überweisung der Hauptforderung an Apollo direkt. Ihr habt beide empfohlen, 10 Euro zusätzlich zu zahlen: Wieso 10 Euro? Wer mag denn in dem Schreiben die Höhe der Mahnkosten, Kontoführunggsverg. und Zinsen festgelegt haben? Apollo würde doch mindestens auf die 25 Euro Mahngebühr bestehen, oder?

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@GoeX27

Die Mutter soll zusammen mit Dem Sohn in den Apollo Laden und die Zahlung der Hauptforderung plus 10 € anbieten und darauf hinweisen das die Gebühren des ext Inkassobüros nicht beglichen werden und somit strittig sind

Nimmt man das Geld nicht und verweist auf das Inkassobüro besteht hier Gläubigerverzug siehe § 297 BGB sowie § 271 Abs. 2 BGB Gemäß § 294 BGB ist ein tatsächliches Angebot des Schuldners erforderlich. Der Schuldner muss demnach die Leistungshandlung zur rechten Zeit, am rechten Ort und in der geschuldeten Art und Weise vornehmen

Uhrzeit - Datum - sowie name der Mitarbeiterin merken bzw schriftlich fixieren

Bei der Quittung darauf achten das im Verwendungszweck "Hauptforderung" steht

Eine Klage expl wg Inkassogebühren halte ich für absurd

Falls das geld nicht angenommen wurde ist es sinnvoll eine Gesprächsprotokoll anzufertigen und dem Apollo Laden zukommen zu lassen ( am xx.xx 2013 habe ich in Ihren Ladenräumen Ihrer MA Frau yx im Beisein meines Sohnes angeboten die Summe xy etc pp usw .... )

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@rainerendres

Warum 10 € ?

Ich bin von ca 3 Mahnbriefen ausgegangen

Durchsetzungsfähig sind gem Deutscher Rechtsprechung ca 3 €

Hier ein neueres Urteil

AG Dieburg · Urteil vom 20. Juli 2012 · Az. 20 C 646/12 (punkt 12) ".... Nach ständiger Rechtsprechung des Amtsgerichts Dieburg sind Mahnkosten in Höhe von 3,-- € ausreichend und angemessen. Für die Mahnung vom 15.11.2011 sind deshalb 3,-- € zu zahlen......."

25 € Mahnkosten bei z.b 3 oder 4 Briefen wäre entschieden zuviel ( Es sei denn die Mutter hätte tatsächlich 8 Briefe bekommen)

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Hallo an Alle!

Vielen Dank für die zahlreichen Hinweise und Tipps!! Ich wollte nur mal berichten, wie es weiter ging.

Ich war mit meiner Mutter bei Apollo im Kaufpark Göttingen und habe dem "Verkäufer" dort die Zahlung der Hauptforderung angeboten. Er hat strikt abgelehnt mit dem Hinweis, dass sie nur an das Inkasso-Unternehmen zahlen kann. Erst dann würde sie die Brille bekommen. Auch ein Gespräch mit der Vorgesetzten hat nichts anderes ergeben. Auch mein Hinweis, dass meine Mutter keinerlei Mahnungen erhalten habe, und somit nicht in Verzug geraten ist, die Firma Apollo durch die Weigerung die Brille herauszugeben sehrwohl, hat nur ein Schulterzucken bei ihm verursacht. Wir (ein Freund war noch mitgekommen) haben dann noch empfohlene Gesprächsprotokoll angefertigt und haben stinksauer den Laden verlassen...

Zuhause habe ich dann mit meiner Mutter besprochen, wie wir weiter vorgehen, wer welche Schriftstücke erhält. Ich dachte bei mir "jetzt erst Recht!".

ABER: Die Überraschung kam dann am nächsten Tag. Meine Mutter meinte, Sie hätte das Geld überwiesen. Sie hätte die Nacht nicht geschlafen und hat Angst, dass das Ganze "vors Gericht" geht, wahrscheinlich dann in einer anderen Stadt, also kämen noch Fahrtkosten, Anwaltskosten, etc. hinzu... Ich solle nicht sauer sein, sie wüsste ja, dass ich mir schon so viel Mühe gegeben hätte, aber sie würde das nicht aushalten...

OK, damit war das Thema durch und die Firma Apollo hat mit Hilfe dieses Inkasso-Büros auf nicht wirklich legale Art und Weise eine alte Frau um ein Viertel ihrer Rente gebracht, herzlichen Dank!

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