AOK hat mich fristlos gekündigt!

11 Antworten

Als Folge der KV-Pflicht kann Dir die Kasse nur die Leistungseinstellung ankündigen. Eine rechtswirksame Kündigung ist hingegen nicht möglich, da Du automatisch bei der letzten Kasse versichert bleibst, bis Du einen neuen Versicherungsvertrag bei einer anderen Kasse abgeschlossen hast. Du schuldest daher in der Tat der AOK die Beiträge rückwirkend ab dem Auslaufen der FamV (7.12.), und kannst auch die Versicherung nicht wechseln, ehe Du nicht die Beitragsrückstände ausgeglichen hast.

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Alles klar. Danke für die Antwort. Sieht also schlecht für ich aus?!

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Die AOK konnte dir tatsächlich gar nicht kündigen. Sie hat dir nur mitgeteilt, dass die (für dich kostenlose) Familienversicherung nicht mehr besteht. Von diesem Zeitpunkt an bist du verpflichtet einen eigenen Beitrag zu leisten. Um die Nachzahlung der nun aufgelaufenen Beiträge wirst du auch nicht herum kommen. Vorher kannst du gar nicht anderswo abschließen.

Das Gesetz sieht vor, dass nach § 10 (2) SGB 5 Kinder familienversichert werden können: 1. bis zum 18. Lebensjahr (grundsätzlich) 2. bis zur Vollendung des dreiundzwanzigsten Lebensjahres, wenn sie nicht erwerbstätig sind 3. bis zur Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres, wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden oder ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leisten

Also trifft bei Dir Nr. 2 zu.

Durch Deine geringfügige Beschäftigung warst Du nicht versicherungspflichtig, so dass Dir nach Ausscheiden aus der Familienversicherung die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung geblieben wäre. (§9 (1) 2 SGB 5)

Personen ohne Versicherung sind zur rückwirkenden Antragsstellung bei der Krankenkasse, bei welcher die letzte Versicherung bestand, verpflichtet. Damit verbunden ist auch die rückwirkende Nachzahlung der angefallenen Beiträge. Wird der Vertragsabschluss später als einen Monat nach Entstehen der Versicherungspflicht beantragt, ist ein Prämienzuschlag zu entrichten. Dieser beträgt einen Monatsbeitrag für jeden weiteren angefangenen Monat der Nichtversicherung, ab dem sechsten Monat der Nichtversicherung für jeden weiteren angefangenen Monat der Nichtversicherung ein Sechstel eines Monatsbeitrags. Unter gewissen Voraussetzungen (bei besonderen sozialen Härtefällen o.ä.) besteht auch die Möglichkeit zur Verminderung, Stundung oder Erlassung. Sowohl die Erhebung von Säumnisgebühren als auch die Beitragserlassung liegt im Ermessen der jeweiligen Krankenkasse. Im Allgemeinen wird nur eine einfache Nachzahlung fällig. Das gilt auch unabhängig davon, ob während des rückwirkenden Zeitraums Leistungen in Anspruch genommen wurden oder nicht.

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