AOK und Homöopathie? Was wird tatsächlich übernommen? Erfahrungen?

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6 Antworten

Hallo LKZUM, 

obwohl gänzlich ohne Nachweis einer gezielten Wirksamkeit, haben es der Beliebtheit der Homöopathie geschuldete gesetzliche Sonderregelungen ermöglicht, dass durch "homöopathische Behandlungen" entstehende Kosten auch durch die gesetzlichen Kassen übernommen werden können. 

Wie das die Kassen nun tatsächlich umsetzen, ist von Kasse zu Kasse verschieden. Bei der AOK ist es sogar von Landesverband zu Landesverband verschieden. 

Grundsätzlich orientieren sich die Abrechnungsmöglichkeiten der GKV an den Punkten, die für private Abrechnungen in der GOÄ für die Homöopathie geschaffen wurden: 

Das wäre: 

  • Erstanamnese: dafür können pro Jahr bis zu 90.- € erstattet werden. 
  • Folgeanamnesen, maximal alle 6 Wochen á 45.- €, was im Jahr eine maximale Sume von 360.- € macht
  • „Repertorisation“ - also das Heraussuchen des sogenannten "passenden Mittels" aus dem Repertorium - wird maximal alle 6 Monate mit 20.- € abrechenbar, in der Summe also bis zu 40.- € im Jahr
  • „Homöopathische Analyse“ - die "Erfragung des Krankheitsbildes" - kann ebenfalls maximal alle 6 Monate mit 20.-  € unterstützt werden, in der Summe also ebenfalls mit 40.- € im Jahr


In der Summe kann eine Kasse also pro Jahr 530.- € erstatten, dazu noch einen Zuschuss zu den Homöopathika.



(Im Vergleich: normalerweise gibt es für den Arzt bundeslandabhängig etwa 35.- €  für ärztliche Grundleistungen plus  die Abrechnungsposition Ä1 (Beratung) mit 9 €, maximal 2x pro Quartal. Das macht klar, warum die Homöopathie für Ärzte ein so überaus lukratives Angebot ist. Zumal der Arzt die 35.- € Grundleistung auch bei homöopathischer Behandlung noch zusätzlich abrechnen kann...)
Das Beschriebene ist der (für ein wirkungsloses Verfahren wirklich großzügig bemessene) Maximalrahmen. Selbst wenn eine gesetzliche Krankenkasse grundsätzlich Homöopathie übernimmt, bedeutet das nicht, dass in ihren Selektivverträgen die vollen Posten enthalten sind. 

Aktuell (Stand Juli 2017) erstatten die
 
AOK Niedersachsen 
AOK Plus

anteilig die obigen Posten, wenn der behandelnde Arzt die Zusatzbezeichnung Homöopathie trägt. Ohne diese Zusatzbezeichnung wird nicht erstattet (schließlich will der DZVhÄ auch an den Erstattungsleistungen verdienen...) Beim Heilpraktiker anfallende Kosten werden üblicherweise von den Kassen nicht erstattet. 

Nur sehr vage Angaben zur Homöopathie finden sich bei den Landesverbänden 

AOK Baden-Württemberg 
AOK Bayern 
AOK Bremen/Bremerhaven 
AOK Hessen 
Nordost AOK Nordwest 
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland 

Einige von ihnen erstatten nur etwa insgesamt 100.- für homöopathische Präparate. Hier wäre nachzufragen, was genau abgedeckt ist. 

Die Verbände 

AOK Rheinland/Hamburg 
AOK Sachsen-Anhalt

geben auf ihren Webseiten gar keine Hinweise auf eine Erstattungsmöglichkeit zur Homöopathie. Auch hier kann man noch einmal nachfragen, wahrscheinlich erstatten diese beiden aber nichts.

Grüße


P.S.: "Untersuchungen" machen im Bilde der Homöopathie keinen Sinn. Alle Untersuchungen und ihre Ergebnisse helfen nur einem Arzt, der für seine Diagnose und die daraus gewählte Therapie die Kenntnisse der Medizin über die Vorgänge in unserem Körper zugrunde legt. Mit Blutwerten, Leberwerten, Schilddrüsenwerten.... kann der Homöopath nichts anfangen - sie kommen in den aus dem 19. Jahrhundert stammenden Repertorien nicht vor. Es gibt deshalb keine speziellen Abrechnungsmöglichkeiten  von "Untersuchungen" im Rahmen homöopathischer Behandlungen. Untersucht Dich der homöopathische Arzt, dann findet diese Behandlung im Rahmen einer medizinischen Diagnose statt, weil er noch nicht ganz vergessen hat, wie Medizin eigentlich funktioniert... ;-)


Allgemein gilt, dass unser Glauben nicht in der Lage ist, außerhalb unseres Einflussbereiches stehende Tatsachen zu verändern: Homöopathika sind reine Placebos. Was "wirkt" bei der Homöopathie ist das "Drumrum", dass sich der Arzt eben zum Beispiel sehr viel mehr Zeit nehmen kann für Dich und auf alle Deine Bedürfnisse eingehen kann. 


Obige Beträge erklären, warum das so ist. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass sich der Patient im Status Quo leider entscheiden muss zwischen einer empathischen Zuwendung, gekoppelt mit einer Placebo-Behandlung (Homöopathie) und einer wirksamen Therapie, die leider oft von einem unter Zeitdruck stehenden Arzt wenig empathisch vermittelt wird (Medizin). 
Nimm also mit, was gut ist an der Homöopathie - die Zuwendung des Therapeuten - und lass Dir aber keine unwissenschaftlichen Vorstellungen über die Vorgänge in Deinem Körper einreden, die leider oft in solchen Behandlungen verbreitet werden. Lass Dir vor allem keine seriösen medizinischen Behandlungen ausreden...
Viele (seriöse) Informationen zur Homöopathie findest Du hier
https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/

http://www.xn--homopedia-27a.eu

Schlag dort nach, was Dir erzählt wird...
Grüße
Und noch ein P.S.:

http://www.xn--homopedia-27a.eu/index.php/Artikel:Krankenkassen




Hier findest Du die Liste, welche Kassen überhaupt Homöopathie erstatten... und in welchem Umfang. Bevor Du wechselst, schau erst mal nach, wo Deine Kasse steht...



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Kommentar von Suedstadtindio
13.07.2017, 17:49

Das Beschriebene ist der (für ein wirkungsloses Verfahren....

Du kannst es einfach nicht lassen, oder?!

Schreib meinetwegen "wirkstoffloses" Verfahren, was für niederpotenzierte H. auch schon nicht stimmt, aber es ist schlichtweg gelogen, pauschal zu behaupten, die H. sei "wirkungslos".

Das ist sie mitnichten, selbst wenn sie nur als Placebo wirkt. Aber auch dann wirkt sie, oder!!??

Ich schätze auch mal, dass Du Dich hier gewaltig weit aus dem Fenster lehnst. Welche Kompetenzen und welchen Erfahrungsschatz hast Du denn vorzuweisen, diese Behauptung so generell in den Raum zu stellen?

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@ LKZUM

Hast du das schon gesehen?

https://niedersachsen.aok.de/inhalt/alternative-heilmethoden-6/

Ich würde an deiner Stelle nochmal zur AOK in deiner Nähe hingehen und mir alles noch mal genau erklären lassen. Persönlich nicht per Telefon.

Normalerweise hat früher die AOK weitaus weniger übernommen wie andere Kassen, aber kann sein, dass es heute anders ist.

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Lass es dir doch einfach schriftlich bestätigen, welche Leistungen in Bereich Homöopathie die AOK unter welchen Voraussetzungen zahlt.

Alles andere  hier ist nämlich nicht hilfreich.

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Laß Dir am besten vom Homöopathen die GOÄ-Positionen nennen, die für Deine Therapie in Frage kommen. Mit diesen Informationen solltest Du direkt zur AOK gehen und fragen, ob und was in welchem Umfang davon übernommen wird.

Vertreter/Verkäufer erzählen jedem potentiellen Interessenten, daß im Himmel Jahrmarkt ist.

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Ruf bei der AOK an und lass dich aufklären. Die müssen es wissen.

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Kommentar von LKZUM
13.07.2017, 09:55

Ich hatte gestern einen Beratungstermin. Aber das ist nicht die erste Versicherung, die einen belügt daher die Frage nach Erfahrungen.

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An die AOk wenden, sie sollen dir ein Leistungsspektrum geben.

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Kommentar von LKZUM
13.07.2017, 09:55

Ich hatte gestern einen Beratungstermin. Aber das ist nicht die erste Versicherung, die einen belügt daher die Frage nach Erfahrungen.

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