Anzeigen wegen Beleidigung?

9 Antworten

Hallo Schrankgriff,

mit der Beleidigung hat Dein Chef des Straftatbestand des folgenden Gesetzes erfüllt:


§ 185 StGB - Beleidigung

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Es langt nicht, wenn Du Deinen Chef anzeigst (Anzeige = Meldung an die Polizei, dass eine strafbare Handlung stattgefunden hat), sondern Du musst einen Strafantrag nach folgender Rechtsgrundlage stellen.


§ 194 StGB - Strafantrag 

(1) Die Beleidigung wird nur auf Antrag verfolgt. Ist die Tat durch Verbreiten oder öffentliches Zugänglichmachen einer Schrift (§ 11 Abs. 3), in einer Versammlung oder dadurch begangen, dass beleidigende Inhalte mittels Rundfunk oder Telemedien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind, so ist ein Antrag nicht erforderlich, wenn der Verletzte als Angehöriger einer Gruppe unter der nationalsozialistischen oder einer anderen Gewalt‐ oder Willkürherrschaft verfolgt wurde, diese Gruppe Teil der Bevölkerung ist und die Beleidigung mit dieser Verfolgung zusammenhängt. Die Tat kann jedoch nicht von Amts wegen verfolgt werden, wenn der Verletzte widerspricht. Der Widerspruch kann nicht zurückgenommen werden. Stirbt der Verletzte, so gehen das Antragsrecht und das Widerspruchsrecht auf die in § 77 Abs. 2 bezeichneten Angehörigen über.


Dieser Strafantrag ist aber im Grunde genommen nur eine Formsache.

Der Ablauf ist wie folgt:

  1. Ein Rechtsanwalt ist nicht nötig um den erforderlichen Strafantrag zu stellen.
  2. Du gehst zur Polizei und bittest die Beamten den Strafantrag aufzunehmen. Dieses geschieht in der Regel auf einem Formblatt, kann aber auch auf andere Art aufgenommen werden.
  3. Die Polizei leitet dann ein Strafverfahren gegen Deinen Chef ein
  4. Mit der Einleitung des Strafverfahrens erhältst Du den Status der Geschädigten und zugleich Zeugin in einem Strafverfahren und
  5. Dein Chef erhält den Status des Beschuldigten
  6. Im Strafantrag schilderst Du dann genau was geschehen ist
  7. Dein Chef wird später eine "Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter in einem Strafverfahren" erhalten und hat die Möglichkeit (aber nicht die Pflicht) sich zum Tatvorwurf zu äußern
  8. Nach Abschluss der Ermittlungen geht die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft
  9. Die Staatsanwaltschaft liest sich dann die Ermittlungsakte durch und entscheidet dann ob:
  • ob er das Strafverfahren Mangels an Beweisen oder wegen Geringfügigkeit gem. 153 StPO einstellt
  • Einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe gegen Deinen Chef beantragt, die vom Richter dann nur abgesegnet wird
  • ob es eine Hauptverhandlung gibt, wo sich Dein Chef als Angeklagter und Du als Zeugin vor dem Richter wiederfindest. Am Ende der Verhandlung wird dann das Urteil gesprochen.

Schöne Grüße
TheGrow

40

Sehr gut geschrieben; wenn sich der Fragesteller daran haelt, macht er nichts falsch.

1

Würde ich mir an Deiner Stelle zwei Mal überlegen, denn eine Anzeige macht nur dann Sinn, wenn Du einen Zeugen hast, der auch gegen seinen Chef aussagen wird... 

Ansprechpartner für eine Anzeige ist aber die Polizei...

Wenn du den Chef anzeigst wirst Du aber auch im Gegenzug mit einer Kündigung rechnen müssen.

Man sollte sich ganz bestimmt von niemandem und da gehören die Chefs mit dazu! als A..loch beschimpfen lassen. Aber eine Anzeige und Strafverhandlung diesbezüglich hätte wohl diese Folgen.

Gefallen lassen würde ich mir das auch nicht. Such einen neuen Job.

6

vor einer Kündigung selbst wenn es dazu käme habe ich keine Angst. außerdem habe ich einen unbefristeten Vertrag das wird es etwas schwer machen für ihn. aber selbst wenn, meine würde ist mir wichtiger als ein Job den ich überall bekomme. aber danke für sie Antwort

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@Schrankgriff

Deshalb auch mein Rat: Neuer Job!

Ich hatte ja gesagt das ich mich auch nicht so titulieren lassen würde. Aber es kann halt auch entsprechende Konsequenzen ergeben. 

Aber vielleicht wäre hier eine Lösung für Dich:

http://www.abmahnung.org/arbeitgeber-abmahnen/

Einen Betriebsrat habt ihr wohl nicht? Wäre auch ein Ansprechpartner für Dich.

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