Anzeige wegen schlechter Bewertung im Internet?

18 Antworten

Ihre Kollegen und Chef waren auch nicht grade nett zu ihr (waren deutsche) und viele andere Ausländer die dort gearbeitet haben, hatten auch solche Erfahrungen.

Eine Firma, die darauf angewiesen ist, dass dort auch viele Ausländer arbeiten, wird wohl kaum ausländerfeindlich handeln und Rassismus wird man sich ebenfalls verkneifen. Wenn es sich um Jobs handelt, die hierzulande vorwiegend von Ausländern ausgeführt werden, würden die somit ihre Existenzgrundlage gefährden.

Eine andere Frage ist natürlich der generelle Umgang mit den Mitarbeitern.

Dass die Bekannte ohne Grund gefeuert wurde, kannst Du ebenfalls vergessen. In dem Fall müsste sie nur zum Arbeitsgericht und auf Wiedereinstellung klagen. Warum tut sie das nicht? Vermutlich weil es doch einen ausreichenden Grund gibt.

Der Sohn hat einfach aufgrund der wohl sehr einseitigen Erzählung seiner Mutter die Firma öffentlich in die Pfanne gehauen. Das gilt gemeinhin als Rufschädigung. Noch dazu mit Vorwürfen, die er überhaupt nicht beweisen kann, denn die Erzählungen der Mutter taugen nicht als Beweise.

Es ist somit durchaus möglich, dass der Anwalt des Unternehmens Anzeige bei der Polizei erstattet und gleichzeitig eine Unterlassungsklage einreicht oder vorab eine Unterlassungserklärung fordert. Der Anwalt kostet Geld. Dieser wird mit dem einbehaltenen Geld bezahlt. Ich nehme an, falls nicht schon geschehen, wird die Mutter auch eine fristlose Kündigung erhalten und damit entfällt sowieso der Lohnanspruch für November. Zumindest ab dem Zeitpunkt der Kündigung.

Wer die Bewertung geschrieben hat, wird vielleicht nicht eindeutig zu ermitteln sein. Mutter oder Sohn. Soviel wird man heraus bekommen. Jedoch kann der Sohn nur auch schlecht bewerten, wenn er entsprechendes von seiner Mutter erzählt bekommt, sodass, wenn die Vorwürfe nicht bewiesen werden können, die Rufschädigung schon durch die Mutter begonnen hat.

Ob man den Sohn dann belangen kann, wird man sehen. Dafür sind ggf. Staatsanwaltschaft und Gerichte zuständig.

Dass die Mutter angeblich geklaut hat, kann nicht bewiesen werden? Auch das ist wohl eher Sache der Firma. Vielleicht erlebt die Mutter hier noch eine Überraschung.

Ich sagte ihr zwar die Polizei wird da nichts machen, da eine schlechte Bewertung schreiben ja nicht illegal ist

Natürlich kann eine schlechte Bewertung illegal sein, wenn sie Behauptungen enthält, die geeignet sind, den Ruf eines Unternehmens dauerhaft zu schädigen und die Behauptungen nicht belegbar sind, bzw. falsch sind.

Die Polizei wird nichts machen, aber die Staatsanwaltschaft wird auf Antrag des Rechtsanwalts der Firma ggf. Ermittlungen aufnehmen. Heraus kommt ggf. ein Strafprozess und/oder ein Zivilprozess (Unterlassung etc.)

Sie soll nur ruhig zur Polizei gehen wegen dem einbehaltenen Geld. Hier wir die Polizei ganz sicher nichts machen, weil das eine rein zivilrechtliche Angelegenheit ist. Aber gut möglich, dass sie dabei Dinge erfragt, die in dem anderen Verfahren von Bedeutung sein können.

Die Mutter sollte nun lieber mal den Ball sehr flach halten und mit ihrem Arbeitgeber sprechen, sofern das noch möglich ist, um Konsequenzen möglichst gering zu halten. Will die Mutter vielleicht mal wieder woanders arbeiten? Es könnte schwierig werden. Wenn ihr der jetzige Chef ein Zeugnis ausstellt, wird das natürlich positiv ausfallen, aber es könnte versteckte Botschaften enthalten. (Zeugniscode!)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Gestohlen hat sie sicher nicht, können sie die Videoaufnahmen der Kamera anschauen. Ist übrigens keine Firma.

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@Vonthy

Wenn sie Kollegen hat und Chef und es ist keine Firma. Ist es dann eine Behörde, Schule, o. ä.?

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Als Community Experte trägst du eine besondere Verantwortung. Dazu gehört es auch betroffenen von Rassismus ihre Erfahrung nicht abzusprechen. Du kennst weder die konkrete Situation, noch scheinst du zu wissen das Diskriminierung am Arbeitsplatz immer noch eine große Rolle spielt. Weitere Infos zum Thema findest du hier:
https://www.zeit.de/arbeit/2019-08/rassismus-arbeitsplatz-diskriminierung-vorgesetzte-fuehrungskraefte

https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Flyer/flyer-betriebsraete.pdf?__blob=publicationFile&v=3

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@debate robot

Hier schreibt die Bekannte einer Frau, die behauptet, sie wurde aus rassistischen Gründen gefeuert. Ich weiß sehr wohl, dass es Rassismus in vielen Teilen der Gesellschaft gibt, leider auch an Arbeitsplätzen.

Wenn aber hier Rassismus beim Rauswurf eine Rolle gespielt haben soll, wieso wurde sie dann überhaupt eingestellt?

Natürlich kenne ich nicht die konkrete Situation. Es wäre Sache der FS gewesen, diese genauer zu schildern. Stattdessen kann sie auch nur wieder geben, was ihr die Bekannte erzählt hat.

In meiner ausführlichen Antwort geht es auch gar nicht darum, der FS bzw. ihrer Bekannten in diesem Punkt zu widersprechen. Ich stelle das nur in Frage, denn in allem, was jetzt folgen wird, wird die Firma und werden die Verantwortlichen darin den Rassismus-Vorwurf heftigst bestreiten. Das ist doch wohl klar, aber sagt natürlich nicht viel darüber aus, ob es nun tatsächlich dort Rassismus gibt oder nicht.

Meine ausführliche Antwort soll erklären, was womöglich von der Firma oder Organisation nun alles unternommen wird. Die FS und die Bekannte dürfen sich ruhig schon mal darauf einstellen und ich denke, es schadet ihnen nicht, hier zu lesen, was auf sie zukommen könnte, denn nur so können sie sich wirklich darauf einstellen.

Übrigens haben wir schon mal eine Mitarbeiterin entlassen. U. a. weil sie ein Problem hatte, mit ihren nicht-deutschen Kollegen und Kolleginnen zurecht zu kommen, was sie wiederholt entsprechend zum Ausdruck gebracht hat.

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@bwhoch2

Ich habe auch Kontakt zu dieser ganzen Angelegenheit. Die Firma ist kein Großkonzern sondern praktisch nur ein Baby Unternehmen. Es gibt dort ständig wechselnde Mitarbeiter und es wird STÄNDIG jemand gesucht. Die mir bekannten Ausländischen Mitarbeiter dort, wurden weder mit dem Schlüssel vertraut gemacht, noch hat man ihnen überhaupt Vertrauen entgegengebracht. Nur die Filialleitung und die andere Deutsche Angestellte, hatten Zugang hierzu. Die Ausländischen Mitarbeiter durften dies nicht.

Ebenso wurden alle bei der Inventur fehlenden Artikel, sofort mit verdacht auf Diebstahl durch die Ausländischen Mitarbeiter gehandelt. Es wurde ihnen nichts gesagt, da es keine Beweise gibt, aber man hat sie sofort schräg angesehen.

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@TeamAlex

"schräg angesehen"

Das ist noch keine Straftat, höchstens eine stark ausländerfeindliche Gesinnung, die natürlich auch nicht in Ordnung ist.

Das hat aber nichts mit Rassismus zu tun. Hier wird ein Wort verwendet, das zunächst einmal nicht passt. Wäre ich ausländerfeindlich, wäre ich noch lange nicht rassistisch. Beispiel:

Jemand hat was gegen Ausländer, egal woher sie kommen. Z. B. Dänen, Engländer, Franzosen, Spanier, Türken, Araber, Japaner, Chinesen usw. Man ist gegen sie, weil sie keine Deutschen sind.

Dagegen ist es Rassismus, wenn man eine junge Frau anpöbelt, die eine etwas dunklere Hautfarbe hat, weil ein Elternteil dunkelhäutig ist und tatsächlich aus einem fremden Land stammt, während das andere Elternteil ganz schlicht und normal deutsch ist und womit die junge Frau eben auch Deutsche ist.

Und natürlich ist es auch Rassismus, wenn jemand prinzipiell nur dann was gegen Ausländer hat, wenn sie lediglich durch eine dunklere Hautfarbe auffallen, während man nichts gegen Ausländer hat, die eine helle Haut haben.

Rassismus ist auch dann gegeben, wenn man ständig das Wort "Rasse" benutzt, um Menschen irgendwie einzuordnen.

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@bwhoch2

Der Rassismus dort hielt sich unter dem Tisch. Man durfte es die Kunden schlicht nicht sehen lassen. Aber es ging den Mitarbeitern auf die Seele.

Wie würdest du demnach die "Vorurteile" gegenüber Ausländern unterteilen? Nehmen wir mal an, dass diese ständig klauen. Und in dem Falle, falls etwas verschwindet, dass daran eindeutig die Ausländischen Mitarbeiter beteiligt sind.

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gleichzeitig will er ihr nicht das Geld für diesen Monat auszahlen. 

Das ist auf jeden Fall nicht rechtens. Was soll sie denn geklaut haben - etwa Werte eines ganzen Monatsgehaltes?

falls sie nicht die Bewertung löscht

Ob diese Bewertung stehen bleiben darf oder nicht, kann zur Not ein Gericht klären. Es dürfen aber keine unwahren Behauptungen oder bloßen Vermutungen drin enthalten sein - ziemlich sicher ist diese Bewertung also zu löschen.

Was ich wegen der Kündigung machen würde, falls deine Bekannte dir da keinen Blödsinn erzählt hat: Zum Arbeitsgericht gehen.

Nur um das mal klar zu stellen, bei deinem Text, falls dir das nicht selber auffällt: "Soll geklaut haben" und "ohne Grund gekündigt" - macht das ganze nicht glaubwürdig....

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@guitschee

Vielleicht ja wegen Verdacht auf Diebstahl? Was weiß ist, aber ob die Polizei da was ohne Beweise machen kann? Er droht ja ganze Zeit mit ne Anzeige. War vorhin sogar vor unsere Tür...

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"Dieser Monat" ist 6 Tage alt. Der volle Lohn steht ihr gar nicht zu!

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@Sirius66

Ich ging von dem Oktobergehalt aus - weil das ja häufig erst den nächsten Monat bezahlt wird - wäre es wirklich der Novemberlohn hättest du natürlich recht, sofern sie zu Ende Oktober gekündigt wurde.

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@guitschee

Offenbar wurde sie normal gekündigt und die fristlose nachgereicht, um Geld zu sparen. Die gute soll vors Arbeitsgericht gehen, wird dort Recht bekommen, weil ihr Arbeitgeber nichts in der Hand hat und dann wird wohl ein Vergleich geschlossen, bei dem sie gar nicht schlecht weg kommen wird.

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@bwhoch2

Gut möglich, wenn es so war. Allerdings müsste der Kommentar vom Sohn so oder so wahrscheinlich weg.

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@guitschee

Erst recht dann sollte er weg. Bloß keine Angriffsfläche mehr bieten.

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Ich sagte ihr zwar die Polizei wird da nichts machen, da eine schlechte Bewertung schreiben ja nicht illegal ist und sie zur Polizei gehen soll da er ihr das Geld ja nicht geben will, aber ich möchte eure Meinungen hören.

Eine schlechte Bewertung kann sehr wohl illegal sein, wenn sie die Straftatbestände Verleumdung (§ 187 StGB), und/oder Üble Nachrede (§ 186 StGB) oder Beleidigung (§185 StGB) enthalten, sie gegeignet und dazu bestimmt sind, den Betroffenen in der Öffentlichkeit verächtlich zu machen.

Deshalb sollte man bei der Formulierung ganz besonders vorsichtig sein.

Allerdings könnte man das Verlangen der Rücknahme der Bewertung unter Androhung von negativen Folgen als Nötigung (§ 240 StGB) bewerten.

Er schrieb sowas wie freche Angestellte und Rassismus am Arbeitsplatz. So schlimm?

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@Vonthy

Es kommt auf die Formulierung an, und wie das beim Betroffenen ankommt/ankommen soll.

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Da die Bewertung nicht von ihr, sondern von ihrem erwachsenen Sohn in seiner eigenen Verantwortung und seines eigenen Willens geschrieben wurde, trifft der Straftatbestand der Verleumdung gegen die Beschäftigte seitens des Arbeitgebers andersherum genauso zu. Sie hat es privat und im Familienkreis erzählt. Erst der Sohn hat durch seine öffentliche Bewertung eine gegebenenfalls strafbare Handlung begangen. Die Behauptung des AG ist ebenfalls Verleumdung.

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@Risiki26

Die Behauptung des AG ist ebenfalls Verleumdung.

Nein, ein konkludenter Irrtum. Der ehemaliger Arbeitgeber mußte ja irrtümlich davon ausgehen das der Arbeitnehmer, der als Einziger Einblick in den Betrieb hatte, die Bewertung erstellt hat.

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Ich glaube das kommt sehr auf die Formulierung der Bewertung an.

Wenn Sie Rassismus anspricht, ist das eine Vermutung Ihrerseits, die Sie nicht beweisen kann (auch wenns vielleicht wahr ist)

Damit kann Sie dem Unternehmen schaden......ich bin nicht sicher, wie eine Anzeige von der Prolizei behandelt werden würde.

da eine schlechte Bewertung schreiben ja nicht illegal ist

Das ist so nicht korrekt, bzw. nicht vollständig.

Ja es ist in Ordnung eine schlechte Bewertung abzugeben, aber es ist wiederum nicht in Ordnung Leute oder Unternehmen zu diffamieren.

Als Beispiel:

Unternehmensklima war nicht gut. Lange Arbeitszeiten, viel Arbeitslast für wenig Geld!

Das wäre zwar keine nette Bewertung, aber dennoch völlig in Ordnung.
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Sind alles Rassisten da! Wurde rausgeworfen nur weil ich Ausländer bin!

Hier wirst du schon mit Problemen rechnen dürfen.

Er beschuldigt sie auch etwas geklaut zuhaben

Dann soll er einen Strafantrag stellen oder seine Beschuldigungen sein lassen.

gleichzeitig will er ihr nicht das Geld für diesen Monat auszahlen

Der Angestellten steht der Lohn für ihre geleistete Arbeit zu. Punkt.
Ob er will oder nicht spielt hier keine Rolle.

Meine bekannte wurde ohne Grund gefeuert, als wahrscheinlicher Grund für sie kam Rassismus in Frage.

Wenn es nicht gerade in der Probezeit war kann man nicht "einfach so" gefeuert werden. Das Muss der Chef dann schon belegen oder er sieht sich schnell vor dem Arbeitsgericht wieder. Mit Verdächtigungen wie "wahrscheinlicher Grund für sie war Rassismus" wäre ich aber vorsichtig.
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Was sie jetzt machen sollte:

Den ehemaligen Arbeitgeber SCHRIFTLICH per EINSCHREIBEN auffordern die noch offene Lohnzahlung zu begleichen. Hierzu unbedingt eine Frist stellen(typisch wären so 14 Tage).

Wenn sie nicht mehr in der Probezeit(bzw. den ersten 6 Monaten) war: Den Kündigungsgrund in Erfahrung bringen.

Hier wäre möglicherweise eine Kündigungsschutzklage möglich, falls die Kündigung ungerechtfertigt ist.
Aber nicht vergessen: Das Kündigungsschutzgesetz gilt erst nach 6 Monaten der Anstellung, davor kann auch ohne Grund gekündigt werden.

Und mein persönlicher Senf dazu: Sie sollte die Kritik anpassen. Der Streit und Ärger ist es nicht wert.

Das mit dem Geld ist schon geklärt, der war vorhin vor unsere Tür (creep) und meinte sie bekommt doch das Geld (also Urlaubsgeld und damit ist sie auch zufrieden) nur er droht mit ne Anzeige falls die Bewertung nicht verschwindet.

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@Vonthy

Dann ist sie sehr genügsam und kleinlaut, wenn sie froh ist, wenigstens das Urlaubsgeld zu bekommen. Wenn ihr noch weiterer Lohn für geleistete Arbeit zusteht, sollte sie das unbedingt einklagen.

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@Risiki26

Das mit dem Urlaubsgeld ist ja Gesetz, das kann er ihr ja nicht nehmen, sonst ist so glücklich damit. Gehen aber noch zum Arbeitsamt.

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