Anzeige wegen Leichter Körperverletzung, Preise?

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6 Antworten

Hallo enz0ck1337,

Du musst hier zwei Rechtsgebiete und dessen Folgen von einander trennen:

  1. Zivilrecht = Schadensersatz in Form von Schmerzensgeld
  2. Strafrecht = Bestrafung des Täters

Wer fahrlässig oder vorsätzlich von einer anderen Person verletzt wird, kann vom Verursacher Schmerzensgeld fordern. Dazu kann er jede X-beliebige Summe (wie in Deinem Fall 2000,- Euro) fordern.

Der Verursacher kann diese Summe anerkennen und zahlen. Ist dass der Fall ist alles ok.

Der Versucher muss die Forderung aber nicht anerkennen. Tut er das nicht gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Der Verletzte und der Verursacher einigen sich auf eine andere Summe
  2. Der Verletzte verzichtet gänzlich auf Schmerzensgeld
  3. der Verletzte und der Verursacher der Verletzung werden sich nicht einig. In dem Fall kann der Verletzte den Verursacher auf Zahlung von Schmerzensgeld verklagen.

Im letzteren Fall prüft ein Richter,

  • ob die Forderung überhaupt gerechtfertigt ist und
  • ob die Höhe der Forderung gerechtfertigt ist.

Bei der Beurteilung ob die Höhe der Forderung angemessen ist, richtet sich der Richter nach Urteilen aus der Vergangenheit. Dazu stehen dem Richter Referenz - Tabellen zur Verfügung. Eine dieser Tabellen ist unter folgendem Link zu finden:

http://www.rechtsanwalt-lattorf.de/Schmerzensgeldtabelle-Kopf.html

Dieser Tabelle nach steht dem Verletzten der eine Platzwunde an der Lippe erhalten hat ein Schmerzensgeld von 200,00 bis 350,00 Euro zu.

Dementsprechend hat der Polizist mit der Behauptung, dass die Forderung von 2000,- Euro völlig überzogen ist, völlig recht. Diese Summe würde ihm kein Gericht zusprechen.

Du hast also zwei Möglichkeiten.

  1. Dem Verletzten eine angemessene Summe von 200 - 350 Euro an Schmerzensgeld zu zahlen oder
  2. es auf eine Klage ankommen lassen.

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Zum Strafrecht:

Die Anzeige bei der Polizei kann vom Verletzten nicht zurückgenommen werden. Sobald die Polizei ein Strafverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet hat, ermittelt die Polizei gegen den Beschuldigten und nach Abschluss der Ermittlungen wird die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft übersendet.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann,

  • ob sie das Verfahren gem. § 376 StPO einstellt, weil kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt oder
  • ob sie das Verfahren gegen Auflagen gem. § 153a StPO einstellt oder
  • ob sie einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe beim Richter beantragt oder
  • ob sie öffentliche Klage erhebt und Du Dich vor einem Richter verantworten musst, der am Ende der Verhandlung das Urteil spricht.

Schöne Grüße
TheGrow

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Hier kannst du lesen, wie das Strafmaß für Körperverletzung ist, rechts im Kasten findest du auch die Erklärung und das Strafmaß für die weiteren Körperverletzungsdeilkte wie Schwere Körperverletzung.

Möglicheweise wird du nach Jugenstrafrecht verurteilt, da wird aber so und so nicht viel dabei rumkommen.

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Kommentar von enz0ck1337
23.05.2016, 20:07

wo ist der Link? :D Danke für deine Hilfe :p

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Preistechnisch?

Mal sehen ob er überhaupt was bekommt, sicher ist das nämlich nicht. Ich würde es draufankommen lassen.

Auch wenn ER in guter absicht geahndelt hat; es war ein Reflex ( so will ich dir mal glauben).

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Kommentar von enz0ck1337
23.05.2016, 19:56

Ja eben^^ Ich würde nur gerne wissen ob es nun besser wäre einen Anwalt zu nehmen oder ich bei meiner eigenen Aussage bleiben soll. Denke ein Anwalt würde die ganze Sache nur verlängern und Teurer machen.

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Bei der Polizei musst du erst einmal gar nichts sagen...

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Eine ehrlich gemeinte Entschuldigung sollte wohl erst mal sehr ausreichend sein,Schmerzensgeld kann ich nix sagen wie das geht,aber 2000€ find ich ja für ne leichte Lippen Verletzung schon übertrieben.

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Das wird ein Arzt beurteilen. Du kannst dir nicht einfach was aussuchen. Es gibt leichte Platzwunden und schwere Platzwunden. Nur mal so als Beispiel.

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Kommentar von enz0ck1337
23.05.2016, 19:54

War eine leichte Platzwunde^^

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Kommentar von Bitterkraut
23.05.2016, 19:57

Ich dachte immer, bei uns urteilen Richter, nicht Ärzte.

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