Anzeige versuchter Betrug?

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7 Antworten

Hallo,

Du hast schon Recht, es ist eine sehr stark überhöhte Schadensdarstellung. Aus vielleicht 100,00 oder 200,00 EUR hat er locker das Neunfache oder mehr gemacht!

Es sieht äußerlich auch wie Betrug aus. Es wird strafprozessual aber nichts draus, aller Voraussicht nach. Dem Beschuldigten wird der Vorsatz nicht nachzuweisen sein. Dazu müßte ihm nachgewiesen werden, dass er hinlänglich Einblicke ins Schadensersatzrecht hat und dass er die ihm bekannten Regeln zu seinem Vorteil verändert hat, dass er ganz bewußt vorgehabt hat, Dich zu täuschen.

Dazu müßte ihm nachgewiesen werden, dass er wußte, dass ihm in Wirklichkeit nur ein sehr geringer Schadensersatz von vielleicht 200,00 EUR zuisteht. Dies ist bei Betrugshandlungen regelmäßig das Problem - den Vorsatz nachzuweisen. Deshalb werden alljährlich bergeweise solche Verfahren eingestellt mangels Tatverdachts gem. § 170 Abs. 2 StPO.

Konzentriere Dich lieber mal darauf, dass Du den Mieterverein in die Lage versetzt, dass die Klage einreichen können und ein Nachweis darüber alsbald zur Bank kommt, damit die nicht auszahlen.

Dass Du im Mieterverein bist, ist ja der absolute Pluspunkt, damit rechenn viele Vermieter nicht ..., abeer wenn sie den Briefbogen des Mietervereins sehen, treibt ihnen dies die Schweißperlen auf die Stirn. Konzentriere Dich deshalb darauf, dass das alles wie "am Schnürchen" läuft und dann kriegt der Typ auch ziemlich reichlich Ärger! Ich möchte nicht in seiner Haut stecken.

Für ihn trifft zu, was bei vielen von dieser Charge aktuell ist: Gier frißt Hirn!

Viele Grüße Vollstreckerin

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Für den Austausch des Laminatbodens kann der Vermieter nach 13 Jahren der Benutzung keinerlei Schadenersatzansprüche für Material, Arbeits- / und Entsorgungskosten mehr an den Mieter stellen.

Einschlägige Urteile sprechen grundlegend von einer mittleren Lebensspanne von 10 Jahren für solche Böden. Siehe dazu auch hier :

http://www.mieterbund.de/index.php?id=621

Somit sind die Kosten für die Erneuerung des Laminates schon mal insgesamt in ihrer Forderung rechtlich unwirksam.

Auch bei der Nachreinigung der Fenster hat der Vermieter ggf. den Fehler begangen, Euch als Mietern bei angemessener Unzufriedenheit mit Euren ersten Reinigungsarbeiten daran KEINE Chance auf Nachbesserung einzuräumen. Wenn er ohne diese Ermöglichung auf Nachbesserung ungefragt seinen Hausmeister damit beauftragte, so besteht auch hier eine gute Chance für Euch, diese Rechnung i.H.v. 500 Euro nicht zahlen zu müssen.

http://www.mietrecht.org/mietkaution/kaution-einbehalten-renovierung/

Hier hätte der Vermieter erst einen Kostenvoranschlag zur Ausbesserung stellen müssen, UND gleichzeitig aber nochmals eine angemessene Fristsetzung zur Nachbesserung seitens des Mieters benennen müssen. ( Siehe den "Tipp" in  Punkt 4 " dieses Links ) 

Bis zur insgesamten Klärung der realen Rest- / und Erstattungsansprüche darf der Vermieter allerdings die Kaution zumindest in maximaler Höhe der geschätzten Restkosten erst einmal einbehalten.

Spreche diese Punkte daher vorab und dringlich mit den Fachleuten des Mieterschutzbundes durch.

Ob es hier zusätzlich für eine Anzeige / Klageerhebung wegen Betruges ausreicht, das stünde auf einem anderen Blatt Papier. Da müsste die Besweisführung dahingehend erbracht werden, dass diese Forderungen in bewusster Art und Weise vom Vermieter zur eigenen Bereicherung vorgegeben wurden.

 Kümmert Euch erst einmal um o.g. Punkte für eine korrekte Endabrechnung.

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Mit dieser "Forderung" solltet ihr direkt zu einem Anwalt oder dem Mieterverein gehen.

Auch wenn ein Teil der Forderung korrekt sein sollte, kann er auf keinen Fall die gesamte Kaution dafür verlangen.

Über das Kautionskonto bei der Bank darf er gar nicht einseitig verfügen. Ist dieses Konto denn wenigstens ordnungegemäß verzinst worden?

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Kommentar von Beelzeboss985
18.06.2016, 14:30

Die Kaution läuft über eine Kautionsbürgschaft.Da zahlst du 7euro pro Quartal und die bezahlen dem Vermieter im gegeben Fall das Geld aus und würden sich das Geld dann von uns zurück holen...

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Wo ist euer Problem? Teilt der Kautionsversicherung (!) schriftlich per zugangssicherem Einwurfeinschreiben mit, dass ihr der beantragten Inanspruchnahme mangels Forderungsanspruch widersprecht.

Aus die Maus.

Nun muss euch der Vermieter auf Ersatz seiner Aufwendungen verklagen, womit er scheitern dürfte: Denn dafür hätte er euch vielmehr unter angemessener Fristsetzung zunächst Gelegenheit geben müssen, die vermeindlichen Mängel selbst zu beseitigen. Was er im Zweifel beweisen müsste, um seine Forderung zu begründen, aber nicht kann.

Andernfals fallen ihm (angebliche) Ersatzvornahmen selbst an.

Fertig.

Mit Pillepalle wie Betrugsanzeige würde ich mich da garnicht befassen, zumal die ohnehin abgewiesen würde, da ihr erstens eine Bereicherungsabsicht nicht beweisen könnt und zweitens garkein Vermögensschaden entstanden ist noch entsteht.

Problem - gelöst :-)

G imager761

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Zum Glück sind wir im Mieterbund und haben somt eine
Mietrechtschutzversicherung und müssen somit für die ganzen
anwaltskosten etc.nicht aufkommen.meine Frage ist jetzt aber ob ich den Vermieter wegen versuchten Betrug anzeigen kann.

Dann sollte dir der Mieterbund deine Frage eigentlich beantworten können, der kennt doch sicher den ganzen Fall:

Alle schriftlichen Unterlagen und auch alle mündlichen Aussagen

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Kommentar von Beelzeboss985
18.06.2016, 14:03

Wir können uns leider erst Montag mit dem Mieterbund in verbindung setzen.mir platzt im Moment nur der Kragen und ich will schonmsl im vorraus gucken was ich alles für möglichkeiten habe.Irgendwie muss ich mich ja ablenken, bevor ich ihn noch anrufe und er mir später noch ne Anzeige rein drücken kann, denn wenn ich mitbihm sprechen sollte oder er mir unter die Augen kommen sollte, kann ich dür nichts mehr garantieren ;-)

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Einfache Antwort auf Eure Frage: Keine Betrugsanzeige. Da kommt nichts raus dabei.

Die Staatsanwaltschaft wird sich nicht mit den Details der Fußböden und Fenster auseinandersetzen. Die haben genug anderes zu tun und werden das Verfahren kurzerhand einstellen.

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Ich würde erst den Mieterbund kontaktieren!

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