Anzeige über nicht durchgeführten Lohnsteuerabzug

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3 Antworten

Hallo! Deine Frage ist recht einfach zu beantworten. Der Gesetzgeber verpflichtet den Arbeitgeber zum Lohnsteuerabzug aufgrund der vorgelegten Steuerklasse, die das Finanzamt mitgeteilt hat. Hat der Arbeitgeber einen Fehler beim Lohnsteuerabzug gemacht und es fällt im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung auf, haftet er für den Differenzbetrag der zu wenig einbehaltenen Lohnsteuer. Leistungsentgelt ist der von dir erhaltene Arbeitslohn. Jetzt kommt es darauf an, ob dir eine Mitschuld anzulasten ist, wegen falscher Angaben zur Steuerklasse oder ähnlichem bzw. wenn du einen schriftlichen Arbeitsvertrag hast, ob dieser bestimmt, dass der Arbeitnehmer für Lohnsteuernachzahlungen aufgrund von einer Lohnsteuerprüfung festgestellen Nachzahlungen, persönlich haftet. Trägst du keine Schuld an der Nachzahlung und es ist auch nicht schriftliches im Arbeitsvertrag vereinbart dann muss dein ehemaliger Arbeitgeber dafür alleine aufkommen. Da der ehemalige Arbeitgeber aber Geld von dir sehen möchte, darfst du aber in jedem Fall erfahren wofür du diese Zahlung leisten sollst. Notfalls kannst du beim Amtsgericht darüber Auskunft verlangen. Offenbar hat der Arbeitgeber oder dessen Steuerberater einen Fehler bei der Lohnabrechnung gemacht und möchte sich dadurch schadlos halten, indem er die Mehrsteuern von dir zurückfordert. Mein Rat wäre, erst einmal den Grund zu erfahren und wenn du keine Mitschuld trägst, einfach nicht zahlen. Wenn der Arbeitgeber einen berechtigten Anspruch auf Rückforderung hat, wird er dies schriftlich mit Androhung eines gerichtlichen Mahnbescheides über seinen Anwalt ankündigen. Die genaue gesetzliche Regelung findest du in den Lohnsteuerrichlinien. R 38.1 LStR (www.steuerlinks.de oder Bundesministerium der Finanzen) § 41c EStG ist zwar richtig, aber in den Steuerrichtlinien stehen die Erläuterungen, wie das Gesetz zu verstehen ist.

Notfalls kannst du beim Amtsgericht darüber Auskunft verlangen.

Was hat das Amtsgericht damit zu tun?

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Lohnsteuer muss der Arbeitgeber direkt abführen und nicht der Arbeitnehmer, deshalb verstehe ich nciht, was er will. Falls ER eine Lohnsteuerprüfung bekommen hat und das dabei rauskommt, dann ist er in der Zahlungspflicht und nicht du. Dann muss er erstmal dich genau darüber unterrichten, was angeprangert wird. Hast du denn laut deinen Gehaltsabrechnungen dieser Monate die Lohnsteuer bezahlt (bzw. wurde sie dir ganz normal vom Bruttolohn abgezogen und einbehalten???

Ja, Lohnsteuer wird in den Gehaltsabrechnungen aufgeführt! Da es auch um den Zeitraum Jan - Dez 2012 geht, wäre der Betrag für die gesamte Lst. dann doch zu klein!

Ist die Rechtslage so, dass der Arbeitgeber bei fehlerhafter Lstabrechnung in der Zahlungspflicht wäre?

Paragraf 41 c Abs. 4 Einkommensteuergesetz sagt da ja denke ich was anderes? Aber als Laie bin ich nicht sicher, das richtig zu verstehen!

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@Phyllis2134

er ist zur Abgabe verpflichtet und du zum "bezahlen". Also musst du bezahlen, aber ich denke du wußtest, dass da was nicht stimmt, also hast du hoffentlich das Gel zur Seite gelegt.....

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@tapri

Nochmal verständlicher:

Die Lohnsteuer wurde ganz normal vom Bruttolohn abgezogen und einbehalten! (Wie auch in den Jahren zuvor!)

Ein wissentliches Fehlverhalten meinerseits schliesse ich daher aus!

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@tapri

Wenn er freiwillig zahlt, bezahlt er seinem Arbeitgeber den Schaden, den dieser selbst tragen müsste. Hat der Arbeitgeber die Steuern falsch berechnet bleibt er auf dem Schaden sitzen. Im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung würde der Schaden jeweils korriert. Hat evt. ein Steuerberater die Lohnabrechnungen durchgeführt, dann kann der Arbeitgeber diesen über dessen Vermögenschadenhaftpflicht in Anspruch nehmen.

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heute habe ich eine Anzeige über nicht durchgeführten Lohnsteuerabzug von meinem ehemaligen Arbeitgeber erhalten

Von wem hast du denn die Anzeige erhalten?

Die Anzeige ist vom ehem. Arbeitgeber ans Finanzamt, an mich zur Kentniss!

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@Phyllis2134

Hat er sich womöglich selbst angezeigt!?

Ich werde da nicht so recht schlau draus.

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@PatrickLassan

Ja, scheinbar hat er sich selbst angezeigt.

Paragraf 41 c Abs. 4 Einkommensteuergesetz ?

Heisst das in dem Fall, dass die nicht unerhebliche Nachzahlung nun auf mich zukommt?

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