Anzahl der Befragten in wissenschaftlichen Studien?

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Eine Studie gilt als "erwiesen" (bei allem Vorbehalt), wenn die Stichprobe mindestens 2000 Personen umfasst und repräsentativ ist.

Repräsentativ heißt: Ein genaues Abbild der Gesellschaft  (Männer/Frauen, Altersgruppen, Bildung, Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund, Ausländer in DE lebend, Familienstand, Miete/Wohneigentum, PKW ja/nein, etc.)

Je genauer das Abbild ist, je "erwiesener" wird das Ergebnis sein.

und wenn man jetzt chinesen und deutsche befragt? wäre es dann sinnvoll mehr chinesen zu befragen, als deutsche?

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@Escada06

Du musst die Grundmenge genau bestimmen, um danach an die Erstellung der repräsentativen Stichprobe durchzuführen.

Also: Welche Chinesen und Deutsche willst Du befragen?

- Chinesen und Deutsche, die in Deutschland leben?

- Chinesen und Deutsche, die in China leben?

- Alle Chinesen und Deutsche, die in Deutschland und China leben?

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@user1673

Deutsche, die in Deutschland leben und Chinesen, die in China leben :)

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@Escada06

Die kann man repräsentativ nicht mehr in einer gemeinsamen Studie befragen. Der Unterschied der Bevölkerungszahlen ist so groß, dass man bei einer gemeinsamen Befragung 1.880 Chinesen und 120 Deutsche befragen müßte (bei einer 2.000er Stichprobe). Oder andersrum: 2000 Deutsche und 31.000 Chinesen.

In dem Fall würde man 2.000 Deutsche und 2.000 Chinesen getrennt, aber jeweils repräsentativ, befragen.

Die Schwierigkeit dabei liegt darin, die Einzelkriterien der jeweiligen Stichproben auszuwählen, damit die Ergebnisse eine valide Aussage haben werden.

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Wie kommst du auf diese Zahl? Wenn z. B. meine Grundgesamtheit nur 50 Leute umfasst, mache ich einfach eine Vollerhebung mit 50 Befragten (oder mit einer Stichprobe von knapp unter 50, ein paar werden vermutlich nicht mitmachen wollen). Solange ich keine methodischen Fehler mache, erhalte ich dann überaus aussagekräftige Ergebnisse, obwohl ich deinen Grenzwert um stolze 97,5 Prozent unterboten habe.

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Wer befragt werden muss, hängt davon ab, über wen du etwas aussagen willst.

Am besten macht man eine Zufallsauswahl aus der Gruppe, auf die man sich bezieht.

Wichtig für eine wissenschaftliche Studie sind signifikante Ergebnisse. Ein Ergebnis ist signifikant, wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering (kleiner als 5%) ist, dass es darauf zurückzuführen ist, dass die Stichprobe zufällig stark von der Gesamtgruppe abweicht. (Z. B.: Wie wahrscheinlich ist, dass in der Stichprobe 50% SPD wählen, wenn tatsächlich insgesamt nur 30% SPD wählen?).

Bei größeren Stichproben erhält man mit höherer Wahrscheinlichkeit signifikante Ergebnisse. Allerdings lässt sich nicht sagen, dass es eine fixe Stichprobengröße gibt, unter der Ergebnisse nicht signifikant sind und über der sie signifikant werden.

Auch signifikante Ergebnisse schützen einen aber nicht davor, ggf. wegen anderer Faktoren Ergebnisse zu erhalten, die nichts taugen (z. B. suggestive oder unverständliche Fragen, Beeinflussung des Verhaltens von Experiment-Teilnehmern durch den Forscher) oder die Ergebnisse falsch zu interpretieren (z. B. voreilige Schlüsse von proportionalen  Beziehungen zwischen verschiedenen Variablen darauf, dass die eine Variable die andere beeinflusst).

Wie meinst du das, eine studie als bewiesen?
Es geht nicht darum wie viele man befragt. sondern unter welchen wissenschaftlichen bedingungen/aspekten das ganze geschieht und wie es dokumentiert wird. Und dann wird entschieden ob es Wissenschaftlich relevant ist.

In einer studie muss keine völlige gleichheit herrschen, da es um den durchschnitt geht, macht es kein unterschied ob hier oder da bei 5000 leuten ein paar hundert mehr sind, ab solchen größen ändert sich das endergebnis nurnoch minimal.

Bei zwei leuten mit zwei möglichen antworten könnte eine antwort das ergebnis um 50% beeinflussen. bei 2000 leuten ... will nicht rechnen, aber es hat kaum  noch effekt :D

und wenn man jetzt chinesen und deutsche befragt? wäre es dann sinnvoll mehr chinesen zu befragen, als deutsche?

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@Escada06

Les nochmal was ich geschrieben hab, oder der über mir. Hat es eh besser erklärt.

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