Anwesenheit bei OP-Erfahrung?

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Ich kann mich Rollerfreake anschließen. Ich habe auch ein zweiwöchiges Anästhesie-Praktikum gemacht und mir hat das, ein bisschen zu meinem eigenen Verwunderung, überhaupt nichts ausgemacht. Auch nicht als es eine Amputation gab oder eine Reanimation im OP war. Das verkraftet aber jeder ein bisschen anders.

Wenn es dich interessiert und jemand vom OP-Team grad freie Kapazitäten hat (was fast immer der Fall ist), dann erklärt man dir das auch alles.

Ich hab aber in meinem 2 Wochen auch erlebt, wie eine Medizinstudentin, die bei den Chirurgen dabei war, umgekippt ist. Aber auch hier war es kein Problem, obwohl sie sogar aktiv in der Operation beteiligt war. (Sie musste bei einer Hüft-OP die Körperöffnung aufhalten)

Sie hatte gemerkt, dass es ihr langsam schwummrig wird und rechtzeitig gesagt. Dann hat sie einfach schnell jemand abgelöst und gut war. Sie ist danach umgekippt. Kurze Schocklagerung und nach kurzer Zeit ging es dann wieder. Sie durfte dann heim gehen und kam am nächsten Tag wieder und hat die restlichen Tage problemlos gemeistert. Das hat danach aber auch niemanden mehr beschäftigt.

Auch wenn es nicht die Regel ist, kann das durchwegs mal passieren und ist nichts schlimmes! Es ist nur wichtig, dass du es rechtzeitig sagst. Du wirst zu Beginn im Normalfall eh ein bisschen weiter weg stehen und wenn es dir nicht gut geht, kannst du dich entweder schnell auf ein Stuhl setzen (wenn ein freier grad da ist) oder dass du eben schnell aus dem OP raus gehst. Am besten kurz sagen, wenn du raus gehst. Dabei reicht es wenn du es einem von der Anästhesie oder so sagst, damit mal jemand nach dir schaut.

Kurz gesagt: Man stellt sich die Sache meiner Meinung nach schlimmer vor, als es wirklich ist. Komm ausgeschlafen, nicht mit leerem Magen und sei ehrlich, wenn man dich fragt.
Dann kann das eine interessante Zeit werden.

vielen lieben dank, du hast mir mut gemacht. :)

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Mir hat es nichts ausgemacht, ich hätte es mir schlimmer vorgestellt. Ich war zwei Wochen in der Anästhesie, habe somit mit den Operationen an sich nichts zu tun gehabt, habe aber zum Teil unvermeidlich und zum Teil auch weil ich es interssant fande bei den Operationen zugesehen. Ekel oder ähnliches habe ich dabei zu meinem eigenen Erstaunen überhaupt nicht empfunden, obwol ich vorher noch nie eine Operation "in echt" gesehen hatte. Jeder Mensch reagiert darauf anders, den einen fällt es schwerer, den anderen leichter. Kaugummi kauen kannst du im Operationssaal selbst aus hygienischen Gründen nicht. Bereite dich vorher mental darauf vor und informiere dich ggf. auch vorher über den Ablauf der Operation, manchen hilft es auch sich vorher entsprechende Videos oder Bilder anzuschauen. Ich glaube auch nicht, das du gleich direkt neben dran stehen musst, du kannst die ersten zwei Tage auch erstmal einige Meter Abstand halten und nur aus der "Ferne" zuschauen. Wenn dich jemand frägt, dann sage ehrlich, das du noch nie im OP gewesen bist, die nehmen dann schon die entsprechende Rücksicht auf dich, jeder wo im OP arbeitet, war selber auch mal ein Anfänger und weiß, das man sich erstmal daran gewöhnen muss. 

ich danke dir für diesen ausführlich, langen text. :)

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Es kann hilfreich sein, sich vorher über die anstehende OP zu informieren, Lehrvideos zu schauen und ggf. erst einmal über Monitore die OP zu verfolgen. 

Ebenso kann es dir eine Hilfe sein, nicht gleich 8 Stunden am Stück daneben zu stehen. Vllt. solltest du dir auch nicht für den ersten Tag Amputationen oder Schädel- oder Wach-OP´s antun. 

Ganz wichtig ist, dass du Distanz hältst. Damit meine ich nicht den tatsächlichen Abstand zum OP- Gebiet, sondern den emotionalen Abstand. Wenn du anfängst, mitzuleiden und dir Gedanken über den Schmerz des Patienten zu machen, ist der Käs´gegessen. 

Davon abgesehen ist es keine Schande, beim ersten Mal den Rückzug anzutreten. Wenn du merkst, dass deine Eingeweide RnR tanzen, kannst du in den Waschraum flüchten. 

Nele

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