Anwaltsschreiben ignorieren wegen falscher Rechnung?

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4 Antworten

Früher machte man Abitur und es bedeutete Reifeprüfung. Jetzt macht man offenbar Abitur und in Bezug auf Reife hat das keine Bedeutung.

Du mietest Dir irgendwo eine Wohnung oder einen Teil davon und hast keinen blassen Schimmer von Mietrecht, geschweige denn überhaupt von Vertragsrecht oder ähnlichem. Ein paar Grundkenntnise gehören eigentlich zur Grundausstattung, wenn man aus dem Elternhaus auszieht und sich "selbständig" macht. Du hast es versäumt, Dich damit auszustatten und nun ist das passiert, was damit so leicht passieren kann: Schulden! Und Kosten, die so leicht vermeidbar gewesen wären.

1. Schriftliche Kündigung spätestens Ende September zu Ende Dezember.

2. Schriftlichen Aufhebungsvertrag machen und darin den Auszug zum nächst möglichen Zeitpunkt ohne finanzielle Folgen absichern.

Es ist im übrigen völlig egal, ob Dein Vermieter seinen Untermietvertrag weg geschmissen hat oder nicht. Du bist eingezogen, hast einen Schlüssel erhalten und Miete bezahlt. Somit kam beweisbar ein Mietvertrag zustande, in dem ausschließlich die einschlägigen Paragraphen des BGB gelten. (Übrigens, meist günstig für Mieter.) Damit ist aber auch die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten vereinbart.

Alle Anschuldigungen, die Du erhebst, kannst Du nicht gegen Deinen Vermieter verwenden. Erstens brauchst Du Beweise und zweitens, wenn was dabei war, was zur fristlosen Kündigung gereicht hätte, ist das nachträglich nicht möglich. Du hast sie also verfallen lassen. Fristlos hätte aber auch bedeutet, sofort ausziehen.

Das vom Vermieter unterzeichnete Schreiben, in dem "Auszug so schnell wie möglich" vereinbart wurde, kann nur als normale Kündigung (3 Monate Frist) gewertet werden.

Wenn Du Dir keinen Anwalt leisten kannst, dann dürfte es das beste sein, die offenstehenden Beträge und die Rechnung des Anwalts zu zahlen und ggf. noch über eine Ratenzahlungsvereinbarung zu verhandeln.

Sieh es als Lehrgeld (s. o.) und befasse Dich künftig auch noch ein wenig mit dem Grundwissen, das man braucht, wenn man Verträge, insbesondere Mietverträge eingeht. Immerhin geht es regelmäßig um sehr viel Geld und da darf man nicht so blauäugig sein und glauben, dass immer alles schon irgendwie funktionieren wird. Dein Vermieter hat Dich jetzt am Wickel.

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Grundsätzlich schreibt ein Anwalt das, was sein Klient von ihm verlangt. Er ist keineswegs verpflichtet diese Forderung vorher zu prüfen.

Einfach ignorieren solltest du dieses Schreiben also auf keinen Fall. Das kann dann sehr schnell teuer werden. Wenn du geringes Einkommen hast, kannst du dir ja einen Beratungsschein auf dem Amtsgericht holen und dann selbst einen Anwalt aufsuchen.

Wenn du deine Kündigung und deine Zahlungen belegen kannst, kann dir ja nicht viel passieren.

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Hast Du form- und fristgerecht gekündigt?

Eine Kündigungsfrist muß nicht im Vertrag stehen. Die steht im BGB und das reicht.

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Kommentar von Annelida
16.01.2016, 17:09

Das ist ja leider das Ding ich konnte ihm es nie persönlich sagen. Und als ich ausgezogen bin habe ich ihm es schriflich auf dem Tisch hinterlegt, als Brief. Außerdem hatten wir beide den Vertrag das ich so schnell wie möglich ausziehe, sobald ich eine Wohnung gefunden habe was ich auch gemacht habe.

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Du schreibst ziemlich wirr - deshalb nur eins dazu:

Wenn mietvertraglich keine Kündigungsfrist vereinbart hat, richtet sich diese nach den gesetzlichen Vorgaben im BGB.

Diese beträgt gem. § 573 c BGB für den Mieter 3 Mon. - die Kündigung bedarf zwingend der Schriftform. Ein Auszug beendet keinen Mietvertrag.

Der Anwalt wird wohl nach Fristablauf einen gerichtlichen Mahnbescheid gegen Dich beantragen.

Wir haben uns so oft darüber gestritten das ich ihm erzählt habe das ich
so schnell wie möglich ausziehe und nicht länger als 3Monate bei ihm
wohnen werde (Er hat es schriflich unterzeichnet das ich so schnell wie
möglich ausziehen soll).

Ob hier tatsächlich ein wirkungsvoller Mietaufhebungsvertrag geschlossen wurde, mag im Zweifel das Gericht entscheiden.  Denn m.E. wird ein Aufhebungsvertrag unverzüglich wirksam.

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Kommentar von Annelida
16.01.2016, 17:16

Er hat es auch von sich aus angesprochen das ich so schnell wie möglich ausziehen werde und dem habe ich auch zugestimmt. Ich denke mal jetzt ist es ihm egal und wird es nicht dem Anwalt gesagt haben da er das Geld für die restlichen Monate auch haben möchte.

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