Anwaltskosten bei Trennungsunterhalt

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2 Antworten

Scheidungsrecht ist eine komplizierte Materie, da gegenseitige Unterhaltsansprüche bestehen. Ich kenne natürlich eure finanziellen Möglichkeiten nicht und ich weiss auch nicht, ob evtl. Unterhaltsansprüche durch gemeinsame Kinder bestehen. Ein Trennungsunterhalt von 1.800 € erscheint wir jedoch recht hoch. Dieser beträgt nach Tabelle 3/7 der verfügbaren Einkommensdifferenz.

Der Ehegattenunterhalt, speziell jedoch der Geschiedenenunterhalt wurde in den letzten Jahren deutlich zurückgefahren. Demnach ist es dem während der Ehe nicht arbeitenden Partner zumutbar, sich eine Arbeit zu suchen und seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen. Auch die Erhaltung des Lebensstandards wie zu Zeiten der Ehe ist nicht mehr selbstverständlich. Während der Trennungszeit wird in der Regel die Eigenverantwortung jedoch noch nicht eingefordert.

Für die Kosten des gegnerischen Anwaltes musst du zunächst nicht aufkommen. Diese sind immer von der antragstellenden Seite zu vorzuschiessen. Nach der Scheidung kann deine Ex-Frau dann die Hälfte der Anwaltskosten bei dir einfordern, während du die Hälfte deiner Anwaltskosten bei ihr einfordern kannst. Ob deine Frau in der Lage wäre, den Anwalt selbst zu bezahlen, weiss ich nicht. Allerdings gehe ich bei einem Trennungsunterhalt von 1800 € davon aus. Weiterhin würde ich die Billigkeit dieser Forderung doch sehr bezweifeln.

Im Fall eines gemeinsamen Anwaltes bei einer einvernehmlichen Scheidung zahlt die auftraggebende Seite erst alles und bekommt nach der Scheidung die Hälfte erstattet.

Dies alles setzt natürlich voraus, es wird im Vorfeld nichts anderes vereinbart.

Nun stellt sich die Frage, ob ihr eine einvernehmliche Scheidung mit einem Anwalt oder eine Scheidung mit zwei Anwälten durchziehen wollt.

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Hi Tobi1976,

Du sollst 1800.- €uronen zahlen, das heißt, daß nach Abzug von •Steuern, •sonstigen gesetzliche Abzügen, etwa Solidaritätszuschlag, •Vorsorgeaufwendungen, •eventuell anrechenbaren Verbindlichkeiten und •Barunterhaltsleistungen Dein Gehalt den Nettobetrag vom 4.200.-€ aufweist.

Du behälst 4/7 des Einkommens, denn 1/7 sind als Erwerbstätigenbonus angedacht, 3/7 bekommt sie. Und das sind dann 1.800.- €uro? Rechne mal nach, ob das stimmen kann.

Es wird so sein, daß Du auch einen Anwalt brauchst, um Dein Recht zu erkennen und durchzusetzen. Dieser wird Dich in der Unterhaltsfrage und auch über die Kostenübernahme des gegnerischen Anwalts beraten. Eventuell wäre auch eine (Teilzeit-) Beschäftigung Deiner Noch-Ehefrau abzuklären, was den Unterhaltsanspruch deutlich senken kann.

Lass Dich also von einem guten Anwalt für Familienrecht vertreten, denn es gibt viele Fallstricke zu beachten. Alles Gute.

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