Anwalt wegen Fahren unter Weichdrogen, Waffenverstoß sinnvoll?

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3 Antworten

Das ist die grundsätzliche Frage. Viele empfehlen, bei jeglichem justiziellen Kontakt sofort jede Aussage zu verweigern und sich anwaltlicher Hilfe zu versuchern. Den Anwalt wird's freuen. Ich halte nichts davon. Das verteuert in jedem Fall das Verfahren für den Beschuldigten, ob es sich vorteilhaft verändert, ist fraglich. 

In deinem geschilderten Fall ist die Beweislage wohl eindeutig.

Fahren unter Drogen, Verstöße Sprengstoffgesetz und Waffengesetz. Jeder einzelne Fall für sich alleine würde im Strafbefehlsverfahren erledigt. Bei der Kumulation könnte der StA evtl. Anklage erheben. 

Ich persönlich würde auf einen RA verzichten. Wirklich ändern könnte er an der Sache nichts. Sollte der Beschuldigte aber der Meinung sein, dass gegen ihn rechtswidrig gehandelt wird, sollte er einen RA zu Rate ziehen. 

Letztlich ist es eine Kalkulation. Wieviel Strafe habe ich zu erwarten, wieviel könnte ein RA davon mindern. Sind die Kosten den Nutzen wert? 

Bei BtM und Führen eines Kfz werden auch die Verwaltungsbehörden auf den Plan gerufen. Sie können unabhängig von strafgerichtlichen Entscheidungen die Fahrerlaubnis entziehen. Wenn man Zweifel an deren Handeln hat und sich dagegen wehren will, kommt man als Laie da kaum durch. Da muss ein RA ran. 

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Die Beweislage ist in diesem Fall ziemlich eindeutig.

Allerhöchstens bei dem Schlagring-'Aufhänger" (was ist das?) stellt sich die Frage, ob es sich um einen verbotenen Gegenstand handelt.

Der Rest kann auch vom besten Anwalt nicht angefochten werden:

- Verstoß gegen StGB 316 bzw. 315c

- Verstoß gegen SprengG 40

- Ggfs. Verstoß gegen WaffG 52

Falls Person A Ersttäter und über 21 ist, wird voraussichtlich direkt ein Strafbefehl erstellt. Für die Anfechtung wäre ein RA sinnvoll, vorher eher nicht.

Die zu erwartenden verwaltungsrechtlichen Folgen (MPU) sind keine Verwaltungsakte, sondern vorbereitende Maßnahmen und daher rechtlich nicht anfechtbar.

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Anwälte können die Strafe mildern und es auch schaffen die Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen das es zu keinem Gerichtsverfahren kommt. Kommt natürlich darauf an wie hoch der Drogenanteil im Blut nachgewiesen ist.

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Kommentar von furbo
13.05.2016, 08:29

Anwälte können die Strafe mildern 

wie machen sie das?

auch schaffen die Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen das es zu keinem Gerichtsverfahren kommt. 

Dafür braucht's keinen Anwalt. Bei solchen Delikten ist das Strafbefehlsverfahren, nicht die Anklage, eigentlich die Regel. Zur Gerichtsverhandlung kommt es nur, wenn der Beschuldigte gegen den Strafbefehl Einspruch einlegt. 

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