Anwalt für Fahrerflucht/ Unfallflucht in der Ausbildung?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Hallo, da hier vieles nicht stimmt, was geschrieben wird, ein paar kurze Ergänzungen und Berichtigungen meinerseits. Ich bin von Beruf Rechtsanwalt und auch als Strafverteidiger tätig.

Unsinn ist, dass man in solchen Sachen schlechte Chancen hat. Eher das Gegenteil ist der Fall, bei mir jedenfalls überwiegen die Einstellungen die Zahl an Verurteilungen. Freisprüche kommen selten vor, Strafgerichte stellen lieber ein, um die Staatskasse zu schonen (denn bei Einstellungen muss der Beschuldigte seine Anwaltskosten selbst zahlen, bei Freisprüchen zahlt der Staat).

Richtig ist: Auch in Strafverfahren haben Beschuldigte mit geringem Einkommen grundsätzlich Anspruch auf Beratungshilfe durch einen Rechtsanwalt. Hierzu muss bei der Beratungshilfestelle des Amtsgerichts ein Antrag gestellt werden, und das geringe Einkommen muss nachgewiesen werden, am besten gleich die Kontoauszüge der letzten 3 Monate mitnehmen. Das Einkommen sollte unterm Strich unter 900 Euro netto liegen, gewisse Schulden sind abzugsfähig. Dann bekommt man einen Beratungshilfeschein, mit dem man zu dem Anwalt seiner Wahl geht und dann Rechtsauskunft bekommt. Abgedeckt ist außerdem alles, was der Anwalt außergerichtlich macht. Der Anwalt kann noch einen kleinen Betrag zusätzlich verlangen, 20 Euro. Das sollte es aber in der Regel wert sein. Er selbst reicht den Beratungshilfeschein bei der Staatskasse ein und bekommt dann ca. 100 Euro dafür.

Jetzt zu der Sache selbst: Der Staatsanwalt wird ermitteln, und Ihnen anbieten, eine Aussage zu machen. Diese sollte man aber nicht mündlich bei der Polizei abgeben, sondern gut durchdenken und schriftlich abgeben. Am besten natürlich durch einen Anwalt, denn als Privatperson wird Ihr Vorbringen oft nicht ernst genug genommen, es sei denn, Sie belasten sich versehentlich selbst.

Wie die Erfolgsaussichten für einen Freispruch sind, ist schwer zu sagen. Falls Sie nach Entfernung des Zettels nochmal mit der Nachbarin geredet haben und darum gebeten haben, den Namen an den Geschädigten mitzuteilen, dann sind sie besser. Wobei sich die Frage stellt, warum Sie nicht gleich den Zettel in den entsprechenden Briefkasten geworfen haben.

Der Anwalt, so er denn gem. Gesetz abrechnet, wird zwischen 500 und 1000 Euro kosten, billiger wirds mit Beratungsschein. Man kann auch versuchen, ein Pauschalhonorar zu vereinbaren mit dem Anwalt. Ich setze hierfür in der Regel 300 Euro an beispielsweise, 420, wenn eine Gerichtsverhandlung stattfindet, allerdings nur, wenn der Hilfesuchende auch wirklich wenig Einkommen hat.. Eventuell würde auch die Rechtsschutzversicherung Ihrer Eltern, gegebenenfalls aus Kulanz, für die Kosten aufkommen, dort sind Sie in der Regel mitversichert. Dazu muss man aber in den Versicherungsvertrag schauen und u.U. mit der Versicherung sprechen.

Es droht ein Fahrverbot von 1-3 Monaten und eine Nachschulung. Außerdem eine Geldstrafe, die sich nach der Höhe des Schadens richtet. Es steht also einiges auf dem Spiel. Und wenn Sie plausibel darlegen können, dass Sie sich wirklich Mühe bei der Ermittlung Ihrer Daten gegeben haben, wird der Staatsanwalt den Vorsatz der Fahrerflucht verneinen und das Verfahren vermutlich schon außergerichtlich einstellen.

Wenn Sie wissen wollen, wie viele Tagessätze in etwa als Geldstrafe anfallen, empfehle ich meinen Ratgeberartikel unter diesem Link:

http://www.anwaltskanzlei-wue.de/pages/posts/beim-vorbeifahren-ein-auto-beschaedigt---wie-verhalte-ich-mich-korrekt-11.php

Hallo von ichhabmalefrage,

solange Du noch in der Ausbildung bist, steht Dir eine Gerichtskostenbeihilfe zu.

Das sieht wie folgt aus. Du gehst direkt zum Gericht, stellst dort den Antrag auf Gerichtskostenbeihilfe und Du bekommst im Gegenzug ein Schreiben vom Gericht, mit dem Du wiederum zu einem Rechtsanwalt Deiner Wahl gehen kannst. Der Rechtsanwalt rechnet dann die entstandenen Kosten nicht mit Dir, sondern mit dem Gericht an.

Ich habe hier einen Artikel gefunden, der Deine Frage ganz gut beantwortet. Der Link ist hier:

http://www.pageballs.com/gerichtskostenbeihilfe-richtig-erklaert >

In dem Link den ich Dir eben geschrieben habe, steht allerdings, dass bei Strafverfahren eine Gerichtskostenhilfe nicht nötig ist, da Dir ein Pflichtverteidiger gestellt wird.

Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du Dich direkt an das Gericht wendest oder einfach mal unverbindlich einen Rechtsanwalt befragst.

Aber lies Dir erst mal durch, was in dem Link steht.

Schöne Grüße
TheGrow

Einen Strafrechtsanwalt wirst du auf jeden Fall selbst bezahlen müssen. Der wird dir aber bei Fahrerflucht auch nicht vuiel helfen können.

Ob du in der Ausbildung bist, interessiert keinen. Da wird dir jeder Richter sagen, dann solltest du dich eben an die Straßenverkehrsordnung halten, dann wirds billiger.

Dein Fall würde vor dem Amtsgericht verhandelt werden und da besteht KEIN Anwaltszwang. Du könntest dich selbst verteidigen. Davon rate ich dir aber ab. Du hast relativ schlechte Karten, den grundsätzlich war dein Entfernen vom Unfallort so nicht korrekt. Du bist verpflichtet eine angemessene Zeit zu warten. Was "angemessen" ist, entscheiden die Gerichte sehr unterschiedlich. Daher gilt es eine gute Argumentationskette zu bilden und das schafft meist nur ein Anwalt. Was den Schaden selbst betrifft: Das hat mit der "Fahrerflucht" nichts zu tun. Da kümmert sich deine Versicherung drum und die freuen sich immer über Zeugen, die belegen können das ein Schaden gar nicht entstanden ist oder wesentlich geringer war, als nun eingefordert wird.

Bei Fahrerflucht hat die Versicherung da schnell mit gespielt. Sie zahlt und nimmt den Versicherungsnehmer in Regress. Dass er Azubi ist, interessiert die weniger. Sie erwirken einen Titel und haben 30 Jahre Zeit, zu pfänden.

0

Ohne Anwalt hast Du keine Chance, die Aktenlage zu erfahren, die bei der Anwaltschaft und den anderen Klienten vorliegt. Und daher ist der Anwalt leider schon eine Art Pflicht.

Ansonsten würdest DU wohl leider damit nicht schadfrei rauskommen. Und wenn Du dann frei gesprochen würdest, würde der Anwalt auch durch den Gegner bezahlt werden.

ja aber das problem ist ja, dass ich, wenn ich nicht freigesprochen werde, den Anwalt und das Strafgeld (zusammen ca. 2500 Euro) bezahlen muss und zusätzlich im schlimmsten Fall 6-9 monate führerscheinentzug bekomme

0

Was möchtest Du wissen?