Antriebslosigkeit trotz Therapie nicht im Griff. Was kann ich noch tun?

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5 Antworten

Hey,
Ich weiß genau was du meinst ^^
Eine Therapie "heilt" dich nicht, wenn du nicht verstehst was der Sinn dahinter ist. Der Sinn ist - anzunehmen wer du bist und so zu sein wie du sein willst. Dazu gehört auch und vor allem - Zeiten im Leben zu akzeptieren die ruhiger sind - oder antriebslos. Es ist erlaubt monatelang nichts zu tun was nicht unbedingt notwendig ist. Du stresst dich damit doch nur selbst und verlangst von dir - weil du ja Therapie machst - das dass alles was an Problemen da ist - gleich verschwindet nur weil du weißt woher es kommt. So einfach ist das leider nicht.
Du erinnerst mich an mich - ich habe jedes halbwegs verfügbare - für mich interessante - Buch zu dem Thema gelesen und mich monatelang gefragt, was denn bei mir falsch ist dass es NICHTS zu helfen scheint.
Es ist nichts falsch. Es ist halt einfach so dass aktuell Ruhe ist - vielleicht brauchst du das ja auch grade. Vor allem eine Therapie ist enorm anstrengend wenn man sich mit Allem auseinandersetzt und sich über Alles Gedanken macht und man fängt oft dann auch an - alles zu interpretieren und zu versuchen das alles etwas "psychologischer" zu betrachten.
Das ist aber letztendlich nichts Anderes als ein Probleme verlagern. Statt zu sein wer du bist - konfrontierst du dich und beschäftigst dich mit deinem "Krankheitsbild" in der Hoffnung dass es hilft.
Nenn es Pyjamatage oder wie auch immer. Es ist GUT wenn du nichts tun willst und das auch so tust - aber das schlechte Gewissen solltest du ignorieren. Es ist in Ordnung wie es ist. Dein Körper und dein Geist werden dir schon sagen, wenn sie mehr wollen - WANN das ist und WIE und WARUM kann dir keiner sagen.
Meine Therapeutin hat da oft den Satz benützt: Es dauert so lange es dauert.
Lass dir Arschtritte weg und versuche herauszufinden warum dir das gut tut mal nichts zu tun. Setz dir mit den Kindern keine zu hohen Ziele. Einmal am Tag mit denen zu reden - authentisch zu sein - für sie da zu sein für - 20 Minuten ? - reicht. Sie haben mehr von dir wenn du es ehrlich meinst. Die spüren mehr von dir wenn du dich einmal kurz für sie freust und dich über sie freust. Die Mama ist halt grade in einer Phase wo sie nicht so zugänglich ist.
Fang klein an - grade mit den Kinder kannst du dir deine Zeit halt nicht aussuchen. Geh nicht auf Alles ein was sie von dir wollen - steh zu dir und sag: Heute kann ich nicht so gut. Steh zu dir selbst und sag auch zu dir: Nein heute nicht. Was auch immer du tust. Arschtritte helfen nicht. Gutgemeinte Ratschläge von Freunden "geh mal an die Frische Luft" bringen nichts - lass dir von keinem - auch nicht von dir selbst sagen dass das, was grade passiert schlecht ist.
Es ist dein Leben und nur DU kannst wissen was dir gut tut. Und wenn das im Moment halt Antriebslosigkeit ist - dann ist das so. Gib dem ein anderes Wort und es hört sich gleich nicht mehr so folgenschwer an. Du machst deine Sache gut - so wie du sie machst. Vermiese dich nicht selbst mit Arschtritten. Ich hoffe du weißt was ich meine :)

Hi,

hast Du dich mal gesundheitlich durchchecken lassen; zB. mit einem Blutbild?
Es gibt Krankheiten und auch Vitaminmängel (zB. Vitamin B12) die unter andem auch antriebslos uä. machen. Antriebslosigkeit kann, muss aber nicht ausnahmslos nur von Depressionen kommen. Wenn zB. deine Antriebslosigkeit von einem B12 Mangel kommt, dann hilft Dir einen Therapie + Antidepressiva nicht viel...
Mach mal einen Bluttest und informiere Dich was es noch für Krankheiten gibt wo Deine Symptome drauf passen und sprich mit einem Arzt darüber; vielleicht kommt das ja echt nicht nur von den Depressionen, sondern auch noch von anderen Krankheiten?!

Gute Besserung^^

Noch tun kannste ne Menge, dies hängt davon ab wie schlimm deine Depressionen sind.

Das wichtigste ist die Gesprächstherpie (und damit meine ich eine richtige Psychotherapie und nicht das Gespräch beim Arzt welcher anschliessend einfach nur Medikamente verschreibt) weiterzuführen. Bei einer Psychotherapie braucht es vor allem eines: Geduld. Bis Sie wirkt können Monate wenn nicht Jahre vergehen.

Was du auch tun kannst ist es einmal mit einem anderen Antidepressiva zu versuchen, z.B. einem SSNRI. Diese Kategorie Medikamente (vor allem Duloxetin) hemmen neben Serotonin zustätzlich den Botenstoff Noradrenalin. Dies soll antriebssteigernd wirken. Hier eine Übersicht über alle Medikamente, welche bei Depressionen angewandt werden: http://deprimed.de/

Bei schwersten therapieresitenten Depressionen gibts immer noch die Möglichkeit einer EKT (http://deprimed.de/ekt/). Davon biste hoffentlich weit weg.

Ein natürliches Antidepressivum ist zudem Sport. Als besonders effektiv haben sich Ausdauersportarten erwiesen. Voraussetzung sind wöchentl. min. 4 Trainingseinheiten an 20-30min.

Hoffe konnte weiterhelfen...

Also wenn es dir schon seit deiner Kinder und Jugendzeit so geht, würde ich in Erwägung ziehen, dass es AD(H)S ist. Bei ADHS oder ADS ist man oft antriebslos und hat wiederkehrende depressive Phasen. Wird das nicht erkannt und auf eine normale Depression behandelt, führt das nicht zum Erfolg.

Bin selbst in Behandlung, weil es mir mein ganzes Leben ähnlich ging. In der Gruppentherapie habe ich auch Leute getroffen, die jahrelang erfolglos auf Depression behandelt wurden. Bei mir ging es relativ schnell, da meine Hausärztin, als ich meine Geschichte erzählte, vor allem mit den Höhen und Tiefen mich mit Verdacht auf Borderline zum Psychologen schickte, dieser schloss Borderline jedoch aus und diagnostizierte ADHS.

Also es ist nicht gesagt, dass es bei dir auch so ist, aber das "seit meiner Jugendzeit" hat mich hellhörig gemacht. Wie ging es dir denn als Kind/jugendliche? Warst du verträumt und vergesslich? Oder manchmal überdreht? Konntest du dich nur für Dinge begeistern, die dich wirklich wirklich zu 200% interessiert haben und sonst als ob der Motor nicht anspringen will?

Frage Dein Arzt mal nach Fluoxetin oder Doxepin, die haben bei mir die Antriebslosigkeit aufgelöst !

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