Antrag auf Schwer-/Behindertenausweis mit psychischen Beschwerden?

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6 Antworten

Hallo Whipertz,

Sie schreiben unter anderem:

Antrag auf Schwer-/Behindertenausweis mit psychischen Beschwerden?

Ich bin ganz ehrlich, ich sehe keine Perspektive darin mich auf konventionellem Wege mich beim Arbeitsamt zu melden. Meine Frage dahingehend ist ob das überhaupt ein realistisches und umsetzbares Modell ist und falls ja wie wahrscheinlich eine Genehmigung ist?

Antwort:

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Vorab:

Da Sie noch sehr jung sind, finden Sie ggf. kompetente Hilfestellungen bei den sogenannten "Chancengebern" CJD!

http://www.cjd.de/

http://www.cjd.de/angebote/

http://www.cjd.de/arbeiten-im-cjd/warum-cjd/was-wir-bieten/

Auszug:

Unsere Vision lautet: „Keiner darf verloren gehen!“.

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Der Grad der Behinderung wird vom medizinischen Dienst des Versorgungsamtes auf der Basis Ihrer eigenen Krankenakte im Zusammenhang mit den versorgungsmedizinischen Grundsätzen und GDS/GDB-Tabellen ermittelt!

Es versteht sich hierbei von selbst, daß der Inhalt der eigenen Krankenakte, welche Sie zusammen mit Ihrem Antrag beim Versorgungsamt einreichen, glasklar und sehr detalliert aufzeigen muß, welche dauerhaften Schädigungen/Beinträchtigungen bei Ihnen im Detail vorliegen!

Unter GDB50 liegt eine Behinderung, keine Schwerbehinderung vor!

Schwerbehinderung gilt ab GDB50 bis maximal GDB100!

Ab GDB 50 wird vom Versorgungsamt ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt!

Lassen Sie sich vom VDK beraten!

http://www.versorgungsmedizinische-grundsaetze.de/GdS-Tabelle.html

http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/behinderung/9196/der_schwerbehindertenausweis

So wie Sie Ihre Situation beschreiben, stehen nicht sehr viele Wege offen!

Sie schreiben leider nicht, ob Sie schon einmal in einem Beschäftigungsverhältnis standen und aus diesem Beschäftigungsverhältnis Beiträge auf Ihr Rentenkonto bei der Deutschen Rentenversicherung, bei der Agentur für Arbeit und bei der Krankenkasse einbezahlt worden sind!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Themen/Soziales/Renten/Erwerbsminderungsrente/Erwerbsminderungsrente.html

Sie schreiben auch nicht, ob Sie bei Ihren Eltern wohnen oder ob Sie einen eigenen Haushalt haben!

Wenn Sie bei Ihren Eltern wohnen, dann sind Sie ggf. im Rahmen der Familienversicherung bis auf weiteres Krankenversichert, klären Sie dies bitte mit Ihrer Krankenkasse verbindlich!

Bei Leistungen durch das Sozialamt (Hilfen zu Lebensunterhalt) wird in der Regel das gesamte Haushaltseinkommen auf den Prüfstand gestellt und wenn diverse Freibeträge überschritten werden, besteht ggf. kein Leistungsanspruch!

Ohne Beitragszahlungen in die Sozialversicherung besteht in der Regel kein Leistungsanspruch und dann wäre ggf. das Sozialamt für Sie zuständig!

https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Arbeitslosigkeit/Arbeitslosengeld/Anspruchsvoraussetzung/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI485944

https://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe_zum_Lebensunterhalt

Auszug:

Anspruchsvoraussetzungen

Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht nur, wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

Vielfach wird angenommen, dass schon dann ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, wenn für 360 Kalendertage Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit entrichtet wurden, dies ist aber nicht der Fall.

Um Arbeitslosengeld beziehen zu können, müssen folgende Voraussetzungen gemeinsam erfüllt sein:

    Sie müssen arbeitslos sein.
    Sie müssen die Anwartschaftszeit erfüllt haben.
    Sie müssen sich persönlich arbeitslos gemeldet haben.

https://www.1averbraucherportal.de/versicherung/gesetzliche-krankenversicherung/krankengeld#

Folgende Personen haben in der gesetzlichen Krankenversicherung ein Anrecht auf Geldzahlung:

pflichtversicherte Arbeitnehmer
freiwillig Versicherte

Keinen Anspruch haben hingegen:

Familienversicherte
Studenten und Praktikanten
Versicherte, die keinen Verdienstausfall erleiden

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https://www.aok.de/inhalt/familienversicherung/

Die Familienversicherung gilt grundsätzlich für die ganze Familie. Dennoch sind einige Voraussetzungen dafür zu erfüllen:

Personenkreis:

Kinder, AdoptivkinderEhepartnerEingetragene LebenspartnerStiefkinder und Enkel, wenn das Mitglied sie überwiegend unterhältPflegekinder, wenn sie wie Kinder mit den Pflegeeltern in häuslicher Gemeinschaft lebenKinder von familienversicherten Kindern

Wohnsitz:

Die Angehörigen müssen ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben.

Altersgrenze: 

Kinder sind mitversichert bis …
zum vollendeten 18. Lebensjahr.

zum vollendeten 23. Lebensjahr, wenn die Kinder nicht erwerbstätig sind.zum vollendeten 25. Lebensjahr, wenn sie zur Schule gehen, eine Berufsausbildung absolvieren, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr nach dem Jugendfreiwilligendienstgesetz oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten.Gegebenenfalls darüber hinaus durch einen bereits geleisteten Wehr- und Zivildienst oder einen bereits geleisteten Freiwilligendienst.

Keine Altersgrenze gilt für Kinder, die wegen Behinderung außerstande sind, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. Voraussetzung ist, dass die Behinderung bereits in der Zeit bestand, in der das Kind familienversichert war.

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Fazit:

Wenn Sie nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen, haben Sie ggf. Anspruch auf Beratungs-/Prozesskostenhilfe, welche Sie beim zuständigen Amtsgericht beantragen müßen! (Beim dortigen Rechtspfleger)

Dann könnten Sie ggf. einen Fachanwalt in Anspruch nehmen!

http://www.gruene-hilfe.de/haeufige-fragen-an-die-gruene-hilfe/beratungshilfe-und-prozesskostenhilfe/

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Besonders bei psychisch begründeten Diagnosen ist die Einstufung des GdB sehr schwierig, mit körperlichen Beschwerden geht das einfacher und ist auch transparenter. Da eine Addition mehrerer Diagnosen nicht durchgeht, musst du eine einzelne Diagnose wählen, bei der sich besonder viele Beschwerden, besonders körperliche Einschränkungen, ergeben.

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Natürlich kannst du einen Behindertenausweis beantragen aber da wird der GdB sicher nicht so hoch eingestuft werden, dass dir das Nachteilausgleiche bringen wird, wenn allerdings auch ein GdB unter 50 ausreicht das Kindergeld etc. beizubehalten dann mach das!

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Das ist ein sehr guter Weg für Menschen mit Erkrankungen wie eben Deiner. Vertraue der Sozialpädagogin, sie wird das für Dich beste heraus suchen und Deine Zukunft ist trotz der Erkrankung gesichert.

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Wenn die Sozialarbeiterin dir das nahe legt einen Antrag zu stellen, kann sie das am besten gleich selber für dich in die Wege leiten. Dafür müsstest du halt sämtliche Befunde für das Versorgungsamt offen legen. Allerdings müßtest du mindestens 50% haben um überhaupt von einer Schwerbehinderung  zu sprechen. Das entscheidet aber das Versorgungsamt. Meines Wissens aber bekommt man die nur wenn ein Psychisches Leiden solche gravierende Behinderungen im Berufs oder alltäglichen Leben darstellt das eine normale arbeit Beispielsweise nicht möglich ist.

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in diesem Fall ist der Behindertenverband eine gute Anlaufstelle:

www.abid-ev.de

www.kobv.at

die sollten dir da weiterhelfen können.


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