Antike Zeit!

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Es gab in Olympia Laufwettbewerbe der Mädchen/Jungfrauen (παρθένοι) bei einem Fest zu Ehern der Göttin Hera, den Heräen/Heraien (griechisch: Ἡραῖα [Heraia]), in drei Altersgruppen (Pausanias 5, 16 2).

Nach Pausanias 6, 20, 9 hatte die Priesterin der Demeter Chamyne einen Ehrensitz und unverheiratete Frauen (Mädchen/Jungfrauen) waren vom Zuschauen nicht ausgeschlossen.

Olympiasiegerin (Olympionikin) bei den bekannten  antiken olympischen Spielen konnte eine Frau bei den hippischen Agonen (Pferdesportwettkämpfe) werden. Frauen konnten als Besitzerinnen des Pferdegespanns Siegerinnen werden.

396  v. Chr. wurde die Spartanerin Kyniska (Tochter des spartanischen Königs Archidamos II. und Schwester der Könige Agis II. und Agesilaos II.) als Olympiasiegerin im Rennen mit dem Fohlen-Viergespann ausgerufen (392 v. Chr. wiederum).

Ulrich Sinn, Das antike Olympia : Götter, Spiel und Kunst. 2., durchgesehene Auflage. München, Beck, 2004, S. 188:

„Die Kampfrichter erteilten Kyniska jedenfalls nicht nur die Teilnahmeberechtigung, sondern gewährten ihr auch außergewöhnlich breiten Raum für die Verewigung ihres Triumphes. Gleich zwei statuarische Weihgeschenke erinnerten an ihren Sieg. Bei den Ausgarbungen fand sich in der Nähe des Philippeion, im Areal des Prytaneion, das Fragment einer Rundbasis aus schwarzem Kalkstein mit den Resten einer in Versform abgefaßten Weihinschrift (Epigramm), die in der Antike soviel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, daß sie in eine Sammlung von Gedichten aufgenommen wurde und auf diese Weise in die um etwa 900 n. Chr. in Konstantinopel zusammengestellte Anthologia Graeca (XIII 16) aufgenommen wurde:

Spartas Könige waren mir Väter und Brüder; ich siegte.

Ich, die Kyniska, im Wagen mit stürmenden Rossen, und habe

Drauf dies Bildnis erstellt. Ich rühmte mich, daß ich als Einzige

Sämtlicher griechischer Fraun solch einen Kranz mir erkämpft.“

S. 189: „Aus der Beschreibung des Pausanias geht klar hervor, daß Kyniska nicht selbst das siegreiche Gespann lenkte. Sie hat dafür – wie es in dieser Sportart üblich war […] – einen Wagenlenker engagiert. Den Siegerkranz erhielt sie als Besitzerin des Gespanns. Die Voraussetzungen für den kostenträchtigen Unterhalt von Rennpferden boten sich Frauen im klassischen Griechenland nur in Sparta. Hier konnten Frauen eigenes Vermögen besitzen und über dessen Verwendung eigenverantwortlich entscheiden. Kyniska engagierte sich mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen in der Pferdezucht (Paus. III 2,1) und konnte so aus eigenen Kräften in Olympia ein Gespann an den Start gehen lassen. “

S. 190: „Nach Kyniska konnten sich in den nachfolgenden Jahrhunderten weitere Frauen in die olympischen Siegerlisten eintragen, so zum Beispiel im Jahre 21 n. Chr. Kasia aus der in Elis seßhaft gewordenen Italikerfamilie der Vetuleni.“

Aha, interessant, wusste ich auch nicht.

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Wie in fast allen anderen Antworten genannt durften Frauen nicht als Athleten an den olympischen Spielen der Antike teilnehmen. Man hätte auch sofort erkannt, wenn sich eine Frau regelwidrig unter die Athleten gemischt hätte – denn die Athleten mussten den Wettkampf nackt bestreiten, das war vor allem als Signal von Transparenz gedacht, um irgendwelche verborgenen Regelwidrigkeiten zu erschweren.

Anders als die anderen geantwortet haben war der Zugang als Zuschauer nicht allen Frauen verwehrt: Freie unverheiratete Frauen durften Zuschauer sein, auch manche Priesterinnen – aber diese Regeln änderten sich auch über die Zeit.

Oft wurde im Vorfeld der Olympiade ein Frauensportfest im Rahmen der Heräen veranstaltet. Das war aber bei weitem nicht so angesehen wie die eigentlichen olympischen Spiele.

Die Möglichkeit, dass eine Frau als Besitzerin eines Reitrennstalls bei einem Pferdesportwettbewerb Olympiasieger werden könnte war gegeben. Das soll vorgekommen sein, aber selten, denn Frauen waren damals noch seltener als heute Besitzer eines Rennstalls.

Hallo,

in der Antike waren Frauen grundsätzlich von solchen Großereignissen ausgeschlossen und dies hat sich bis ins 19 Jhd. nur schleppend verändert.

Um dies besser zu verstehen, empfehle ich Dir Dich mit der Rolle der Frau in der Geschichte ausseinander zu setzen.

Die Olympischen Spiele der Antike waren jedenfalls immer und grundsätzlich den Männern vorbehalten. LG

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