Antidepressiva einziger Ausweg?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Ein Antidepressivum macht Dich nicht glücklich. Aber es kann Dir die Kraft und Stabilität geben die Du brauchst, um aus eigener Kraft gesund zu werden. Du darfst nicht erwarten dass Du ein paar Pillen einwirfst und dann jeden Tag mit einem strahlenden Lächeln aufwachst, das ist es nicht. Und das willst Du ja auch gar nicht! Aber ein gutes, für dich passendes und korrekt dosiertes AD hilft Dir nach ein paar Wochen, so dass der tägliche Kampf ein kleines bisschen leichter wird und Du (und Deine Psyche) sich wieder daran erinnern wie das Leben sein kann, dass Dinge leicht sein können, man Lust auf Sachen haben kann etc - alles das was man in der Depression für unvorstellbar hält. Und das gibt Dir Kraft und Stabilität und kann so helfen, gesund zu werden.

wichtig ist, dass du weiterhin sport treibst. selbst wenn du zu antidepressiva greifen solltest ist sport weiterhin eine wichtige unterstützung. betreffen ernährung wäre ich vorsichtig. der körper braucht eine ausgewogene ernährung. z.b. schlagen zu wenig kohlenhydrate aufs gemüht. auch fette sind notwendig, geschweige denn von ballaststoffen und vitaminen. was du versuchen kannst, ist eine lichttherapie.

medikamente bezw. antidepressiva sind keine glückspillen. sie haben starke nebenwirkungen und manchmal müssen mehrere präparate durchprobiert werden bis eines hilft. kurz: sie sind einfach das kleinere übel. antidepressiva machen erst dann sinn, wenn eine schwere depression vorliegt oder eine leichte depression chronisch zu werden droht. sicher ist es ein versuch wert, denn gewissen menschen helfen diese medikamente sehr. schliessich macht man ja alles, um aus diesem teufelskreis rauszukommen. medikamente müssen täglich min. 3-6 wochen eingenommen werden bis man eruieren kann, ob sie wirken. anfangs sind die nebenwirkungen stark. einige verschwinden mit der zeit. jeder mensch reagiert auf jedes medikament sehr individuell.

ich bin da relativ pragmatisch. versuchen und schauen obs wirkt... haupsache raus aus der hölle...

Wenn du keine Medikamente nehmen willst, musst du das natürlich auch nicht. Medikamente sind eine große Hilfe für jene deren Leben sehr stark eingeschränkt ist, was ich bei dir nicht herauslese, es gibt andere Wege.

Auch würde ich Antidepressiva NIE ohne Psychotherapie verwenden, jeder Arzt, jeder Psychiater nimmt sich höchstens 5-15min für dich Zeit und verschreibt sofort irgendetwas, das gehört meiner Meinung nach sowieso verboten da es grob fahrlässig ist.

Die medikamentöse Psychotherapie ist hingegen sehr gut erforscht und dementsprechend gut sind die Ergebnisse - der Psychiater bzw. der Psychotherapeut nimmt sich in der Therapie Zeit und verschreibt dann genau das richtige Medikament für dich in der richtigen Dosis und begleitet dich beratend über die gesamte Zeit.

Es gibt eine Studie welche 3 Faktoren für Zufriedenheit herausgearbeitet hat, Körper, Psyche und Soziales.

Diese 3 Faktoren sind unabhängig voneinander zu betrachten und können sich später ergänzen. 2 dieser Faktoren erfüllst du, wobei hier nicht klar ist wie viel Sport du wirklich betreibst und wie viel Stress es in deinem sozialen Leben gibt.

Der psychische Faktor hängt zwar auch vom Körper und Sozialleben ab, aber nicht nur. Es gibt viele weitere wichtige Faktoren um seinen eigenen Frieden zu finden, deshalb wäre eine Therapie sehr sinnvoll für dich um die für dich wichtigen und hilfreichen Faktoren herauszuarbeiten.
Zum einen ist dein Leid nicht so groß das du nichts mehr unternehmen kannst, auf der anderen Seite ist es groß genug das es dich mental einschränkt.

Innerhalb der Therapie musst du natürlich keine Medikamente nehmen und meiner Meinung nach sind diese erst dann notwendig wenn das Leben extrem eingeschränkt wäre --> man verlässt das Haus nicht mehr.

Auch dauert eine medikamentöse Behandlung länger, da es zum einen mehrere Wochen benötigt bis das Medikament seine Wirkung zeigt, das Medikament dann langsam eingestellt wird um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten und der anschließenden langsamen Absetzung.

Vorübergehend können Dir Pillen helfen, aus dem Loch herauszukommen. Lass Dir was Leichtes verschreiben, das nicht süchtig macht.

Was Psychiater angeht, so sind die selten gut darin, Ratschläge zu erteilen.
Offenbar hat auch Dein Psychologe die wahren Ursachen Deines Problems nicht gefunden. Ich habe ein System entwickelt, anhand dessen das möglich wäre - nur hab ich das Buch mit den Anleitungen noch nicht fertig geschrieben. Die Grundlagen habe ich auf meiner Webseite erklärt: http://psychotraining.beepworld.de Dort kannst Du mich auch kontaktieren.

Mir fällt auf, dass Du zwanghaft alles richtig machen willst - nur hast Du dabei offenbar den Draht zu Dir selbst und Deinen Wünschen verloren.

  • Vegane Ernährung ist ein fragwürdiger Trend und ganz bestimmt kein Allheilmittel. Iss, worauf Du Appetit hast, abwechslungsreich und von nichts zuviel. Essen soll auch Genuss bereiten!
  • Sport - frage Dich, welcher Dir wirklich Spaß machen würde... Was alle oder viele tun, muss nicht für Dich richtig sein.
  • Kameraden - es kommt nicht auf irgendwelche sozialen Kontakte an, die meist oberflächlich bleiben, sondern darauf, mit Menschen im Gespräch zu sein, mit denen man sich gut versteht.

Was ich damit sagen will: Es kommt bei allem auf die Qualität an!
Und das für Dich Passende findest Du nicht durch Orientierung an Klischees, sondern indem Du in Dich hinein horchst.

Naja dein Psychiater ist ja ein Profi der das gelernt hat, er wird am besten wissen was gut für dich ist. Ich würde zu den antidepressiva greifen, wenn sie dir helfen kannst du sie nach einem jahr mit absprache mit deinem Psychiater wieder absetzen. Außerdem würde ich noch zur wöchentlichen Psychotherapie gehen. Das ist anfangs alles schwer und man braucht Überwindung aber nach ner zeit gewöhnt man sich dran und es wird besser :)

Probiere es doch einfach und schau mal wie du dich dann fühlst. Wenn du dich nur schlecht fühlst, hat es doch auch keinen Sinn. Falls dir die Medikamente zu einem lebenswerten Leben verhelfen, rentiert es sich auch mögliche Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen. Aber da nicht jeder betroffen ist, musst du es für ich probieren. Vielleicht verträgst du Antidepressiva gut und problemlos und ärgerst dich am Ende, dass du das nicht schon länger probiert hast.

Lass Dir erstmal einen "Stimmungsaufheller" aufschreiben.

Wenn du wie beschrieben alles versucht hast, ist evtl. etwas nicht in Ordnung mit deinem Hirnstoffwechsel, welches einer medikamentösen Behandlung bedarf. Heutzutage gibt es viele verschiedene Antidepressiva, welche relativ wenig Nebenwirkungen haben.

ok wenn ich die antidepressiva nehme und es wieder gut wird und sie dann mach einem jahr weglasse dann habe ich diese angst dass alles wieder von vorne anfaengt...das ist meine sorge

0
@Scofield1908

Einige Störungen des Hirnstoffwechsels sind nicht chronisch und regulieren sich mit der Zeit von selbst oder sogar mit Hilfe des Medikamentes.

Ich kann absolut nachvollziehen, dass du hier skeptisch und verunsichert bist, jedoch hört es sich für mich laut deinen Schilderungen so an, als wenn es für dich das richtige wäre. Ist jedoch nur eine Laienaussage und sollte natürlich mit einem Facharzt besprochen werden.

1

Du musst halt wissen was dir lieber ist, unglücklich zu sein ohne Tabletten oder evtl. glücklich mit Tabletten. Du kannst ja mal eine kleine Menge probieren.

Das ist nicht so einfach zu machen wie du es beschreibst.

0
@Farriy

Das kann ich mir schon vorstellen, aber die Frage ist hier in meinen Augen komplett fehl am Platz.

Das ist etwas das er mit seinem Arzt klären muss.

0

Solche Fragen solltest Du nicht von Laien beantworten lassen. Lass Dich doch von Deinem Psychiater aufklären, was das für Mittel sind und wie sie wirken.

Was möchtest Du wissen?