Antidepressiva bei Angstproblemen?

6 Antworten

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Es gibt leider keine rezeptfreien Beruhigungsmittel, welche auch nur ansatzweise an den Wirkungsgras der chemischen herankommen.

Es gibt im Prinzip 3 Medikamentensorten die du ausprobieren kannst, jedoch sind alle rezeptpflichtig.

  • Benzodiazepine wie z.B. Lorazepam (Tavor/Temesta) sind klassische Beruhigungsmittel. Sie wirken extrem effektiv innert 20-30min und können einfach bei Bedarf eingenommen werden. Nebenwirkungen haben sie fast keine (ausg. Müdigkeit). Das ganze hat jedoch eine Schattenseite. Benzodiazepine machen bei längerem und regelmässigem Konsum (nach ca. 4-8 Wochen) abhängig. Ebenfalls ergibt sich mit der Zeit eine Toleranzentwicklung. Sie sind ein Segen als Notfallmedikamente, man muss jedoch aufpassen das der Segen nicht zum Fluch wird.
  • Antidepressiva gibt es in unterschiedlichen Wirkstoffgruppen. Einerseits gibt es die neueren Antidepressiva (SSRI und SSNRI), welche weniger Nebenwirkungen haben als die älteren und vor allem antriebssteigernd wirken. Eine Beruhigung ist also nicht zu erwarten, jedoch wirken sie nach 3-5 Wochen täglicher Einnahme stark angstlösend. Dann gibt es noch die älteren Antidepressiva (Tri- und Tetrazyklika) welche auch einige sedierende und beruhigende Substanzen unter sich haben (z.B. Amitriptylin, Mirtazapin, Opipramol etc.). Das Problem der älteren Antidepressiva ist, dass sie viel mehr Nebenwirkungen (u.a. auch starke Gewichtszunahme) haben als die neueren.
  • Neuroleptika wie Quetiapin wirken ebenfalls beruhigend, jedoch nicht angstlösend. Auch bei ihnen sind die Nebenwirkungen ein grosser Nachteil (insbesondere die starke Gewichtszunahme).

Wie du siehst ist es nicht einfach das richtige Medikament zu finden. Es gibt bei allen Wirkstoffgruppen Vor- und Nachteile. Ich rate dir dringen mit deinem Therapeuten dieses Thema zu besprechen.

Es ist sehr wichtig, dass du gerade aufgrund deiner Angst auf jeden Fall angstauslösende Situationen meidest. Wenn man nämlich eine Situation, vor der man Angst hat, meidet, wird die Angst immer schlimmer werden. Das was du hast, ist Angst vor der Angst. Das schaukelt sich dann auf. Wenn du an einem bestimmten Ort eine Panikattacke hattest, hast du Angst, dass es wieder passiert und deshalb passiert es wieder an diesem Ort. Dies musst du dir als erstes bewusst machen, dann ist schon ein großer Schritt getan. Wenn man weiß, woher die Angst kommt, ist sie nicht mehr ganz so unkontrollierbar. 

Gegen die Angst an sich gibt es eine sehr einfache Übung, die unkontrollierbare Panik innerhalb von Sekunden stoppt. Diese muss man aber eine Zeit lang üben, um sie zu beherrschen. Es geht darum, seinen eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Setz dich als erste Übung einfach mal auf einen Stuhl und fühle, mit den Füßen beginnend, Stück für Stück, bis zum Kopf, mit welchen Körperteilen du eine Unterlage berührst. (Füße: Boden, Po: Stuhl, Rücken: Lehne (Welche Punkte genau?) Wiederhole diese erste Übung so lange, bis du anfängst ein richtiges Gefühl für deinen Körper zu bekommen. Beginne mit Einheiten von ca. fünf Minuten. 

Als nächstes, versuchst du, deinen Körper an sich wahrzunehmen. Beginne wieder mit den Füßen und gehe durch bis zum Kopf. Versuche die einzelnen Körperbereiche ganz genau wahrzunehmen. (Die Form des Körperteils, ist es entspannt/verkrampft, warm/kalt, wie fühlt es sich an?) Fühle die Körperteile von innen. Eine Hilfestellung kann sein, dass du dass jeweilige Körperteil mit deinen Gedanken dazu bringst, zu prickeln. Befasse dich ruhig eine gefühlte Minute oder noch viel länger mit einem Körperteil. Es kann ruhig lange dauern, sollte es auch. Wenn dass gelingt, wird sich das Körperteil mit der Zeit tiefen-entspannt und sehr schwer anfühlen. Mache diese Übung am besten im Liegen und ca. 10 Minuten pro Übungseinheit. Später können  es auch 20 Minuten werden. Wenn du irgendwann in der Lage bist, deinen gesamten Körper unabhängig von irgendeine Unterlage von innen heraus  zu spüren, also auch die Bereiche, die nichts berühren, kannst du dich während der Übung in einen sehr tiefen-entspannten, fast hypnotischen Zustand versetzen. Lasse dich dazu mit jedem langsamen,tiefen Ausatmen nach unten in die Unterlage sinken, während du deinen gesamten Körper wahrnimmst. Lasse dich Stück für Stück immer tiefer sinken. Wenn du einmal so weit gekommen bist, kannst du beginnen, deine Angst zu lokalisieren. Du wirst feststellen, dass es sich hiebei um eine Verkrampfung der Muskeln handelt, die sich wahrscheinlich (es könnte bei jedem anders sein) in deiner Brust unterhalb des Herzens befindet. Wenn du das geschafft hast, wirst du feststellen, dass das riesige, undefinierbare Monster der Angst nur eine heftige Verkrampfung in deiner Brust ist, die dir den Atem nimmt, dein Herz rasen lässt... Mit anderen Worten: Du hast das undefinierbare Monster Angst definierbar und fassbar gemacht. Jetzt kannst du damit beginnen,  dich im tiefenentspannten Zustand mit genau dieser Verkrampfung zu befassen und sie zu entspannen. Du kannst dir im tiefenentspannten Zustand auch genau die kommende Situation in allen Einzelheiten vorstellen und die Entspannung mit deinen Gedanken in die Situation übertragen. Das erfordert aber sehr viel Übung. 

Wenn du jetzt in eine Situation gerätst, in der die Panik beginnt, dich die Kontrolle verlieren zu lassen, konzentriere dich mit aller Kraft auf deinen Körper, wie beschrieben. Wenn du es erst einmal geübt hast, geht das sehr gut in Kurzformat in jeder beliebigen Situation, auch im Stehen/Gehen. Wenn du eine Panikattacke bekommst, verlierst du sozusagen die Kontrolle über deine Gefühle und deinen Körper. Wenn du dich jetzt mit aller Kraft auf deinen Körper konzentrierst, führst du dich sozusagen wieder zurück und erlangst diese Kontrolle wieder. Du kannst dann diese Panik wieder als Verkrampfung in deiner Brust lokalisieren und machst sie so wieder greifbar. Die Panik verliert ihren Schrecken, wird zu normaler Angst und du kannst die Verkrampfung aktiv entspannen. 

Wenn der Druck in der Brust zu groß wird und Gedanken nicht genug helfen, hilft es übrigens auch, beide Hände unauffällig gegen die verkrampfte Stelle zu drücken oder sich gegen eine Tischkante zu lehnen. Das mindert den Druck. 

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wenn du weitere Fragen dazu hast, kannst du mich übrigens gerne direkt anschreiben!

Viel Erfolg beim Üben!

Vielen Dank, das sind tolle Tipps! Werde ich auf jeden Fall probieren! 

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@xchampagne

Ich hab gerade gesehen, dass ich am Anfang Mist geschrieben habe. Natürlich sollst du angstauslösende Situationen auf keinen Fall meiden!  Es kann übrigens längere Zeit dauern, bis man anfängt, die Übung zu beherrschen! Ich übe jetzt schon Jahre lange und entwickle sie für mich immer weiter. Die Weiterentwicklung der Übung hört nie auf, wenn man sie immer wieder macht!

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@abc93

Dass das ein Tippfehler war, hatte ich mir schon fast gedacht. Ich gebe mir auch große Mühe, die angstauslösenden Situationen nicht zu meiden, ist natürlich manchmal leichter gesagt, als getan, aber prinzipiell funktioniert es.

Hauptsächlich geht es mir darum, irgendwie runterzukommen, wenn ich eine Panikattacke habe. Da werden mir deine Tipps sicherlich zugute kommen!

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Erkundige dich ob du Panikattacken hast, leider kann ich hier keine Tabletten empfehlen.

Antidepressiva jedoch dient nicht zum vergessen aller sorgen, sondern zur verminderung von suizid gedanken bei Depressionen.

Solange du keine Anzeichen für Depressionen zeigt, würde ich von Antidepressiva abraten!

Wenn du es schaffst versuche dich zu entspannen und etwas zu machen, welches dir Freude bereitet.:) Falls du dies hierbei nicht mehr ertragen kannst würde ich unbedingt professionelle Hilfe empfehlen ! ! !

Liebe Grüße und einen schönen Tag noch^-^!

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