Antidepressiva?

5 Antworten

Ich würde den Arzt nicht wechseln! Er hat endlich mal eine vernünftige Entscheidung getroffen. Wenn ein Patient an schweren Schlafstörungen leidet, die sich nicht mit "Hausmitteln" oder Stoffen wie Baldrian in den Griff bekommen lassen, gibt es eine gute Alternative und das sind Antidepressiva.

Der Begriff Trizyklische Antidepressiva ist irreführend. Diese Medikamente lassen sich zwar gut bei Depressionen einsetzen, haben aber auch noch viele andere Wirkungen. In der Schmerztherapie werden diese Stoffe eingesetzt. Die Dosierung, die dort verwendet wird, liegt weit unter der gegen Depressionen wirksamen Dosis. Dennoch werden die Schmerzen wirksam gemindert. Dies ist nicht auf den antidepressiven Effekt zurückzuführen, sondern verändert die Wahrnehmung der Schmerzen.

Gegen Schlafstörungen wirken bestimmte Antidepressiva sehr gut. Sie haben häufig weniger Nebenwirkungen und stören den normalen Ablauf des Schlafes nicht so sehr. Sie machen vor allem nicht abhängig. Von fast allen anderen Schlafmitteln werden immer höhere Dosen gebraucht, um den gleichen Effekt zu erzielen. Auch wenn es auf den ersten Blick so erscheinen mag, ist es falsch bei deiner Schwester von einer psychischen Abhängigkeit zu sprechen. Ein gewisser Gewöhnungseffekt tritt sicherlich ein, aber ein Wiederauftreten der Symptome liegt nicht an einer psychischen Abhängigkeit sondern an der Grundkrankheit. Leider ist man heute noch nicht in der Lage die meisten Schlafstörungen kausal zu behandeln. Deshalb muss häufig auf eine lebenslange symptomatische Therapie zurückgegriffen werden.

Eine Alternative zu Saroten (Amitriptyllin) wäre Trimipramin. Dieses Antidepressivum hat den günstigsten Effekt auf dem Nachtschlaf. Er stört die Schlafarchitektur kaum, ist für diese Indikation zugelassen und hat häufig geringere Nebenwirkungen (es macht müde wenn man im Bett liegt, aber sonst nicht).

Ganz ohne Nebenwirkungen kommt leider kein Medikament aus. Dennoch sollte man nicht auf ein gut verträgliches Medikament verzichten, wenn es benötigt wird. Und so sieht es bei deiner Schwester auch aus. Ein Schlaflabor ist sicher nicht schlecht, aber wenn sie mit dem Antidepressivum zufrieden ist, gibt es keinen Grund das abzusetzen.

Ich weiß, dass das die schulmedizinische Sicht ist... Aber ich denke, dass man dennoch einen Arzt der eine sinnvolle Therapie vorschlägt nicht auf Grund von Halbwissen verurteilen darf.

Grundsätzlich ist die langfristige Einnahme von Medikamenten nicht ohne Konsequenzen. Es gilt immer: Wo eine Wirkung ist - da ist im Allgemeinen auch eine Nebenwirkung - und wie diese bei langfristiger Einnahme aussieht, beschreibt ja in den meisten Fällen die Packungsbeilage unter der unangenehm zu lesenden gleichnamigen Rubrik. Was ist zu tun? Mein Denkansatz geht in die Richtung Selbstheilungs-Kraft. Mit dem richtigen Therapeuten/Gesundheitscoach sollte die Ursache herausgearbeitet werden. Mit Methoden wie EFT oder Silva-Ultramind lässt sich diese möglicherweise ohne Chemie lösen. Ich mache hier ganz bewusst keine Werbung, beantworte aber gerne Fragen.

einen ganz grossen Dank an Euch alle!

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Saroten ist in erster Linie nun mal ein Antidepressivum mit schlaffördernder Wirkung, aber kein Schlafmittel! Wenn sie trotzdem "ohne" nicht schlafen kann, dürfte eine psychische Abhängigkeit bestehen. "Sie ist ein glücklicher und zufriedener Mensch" - sicherlich nur eine Wirkung des Antidepressivums. Hier sind schon einige gute Ratschläge gekommen, wovon der dringlichste mir der erscheint, den Arzt zu wechseln, aber - da wette ich drauf - das und alles andere wird Deine Schwester gar nicht mitmachen wollen! Sie fühlt sich in ihrem Medikamentenkokon doch wohl ("glücklich und zufrieden")! Dabei wird hier m. E. schon lange Medikamentemissbrauch betrieben.

Nein sie probierte es immer wieder und hält es bis zu 8 (Wochen aus,aber sie wird dann immer müder und müder alle Knochen tun ihr dann weh und Konzentration lässt enorm nach,so dass sie nicht mehr autofahren will.Glücklich bleibt sie trotzdem.Was sie eigentlich wissen will.Soll ich jeden Abend Sclafmittel nehmen oder ein Antidepressiva wie ihr Aerzte vorschlagen weil weniger abhängigkeit?

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@user98

Sieh Antwort von Evistie. Medikamentenabhaengigkeit ist keine Loesung. Verschlechtert die Situation schleichend, aber stetig.

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