Antibiotika und THC - schadhaft?

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3 Antworten

"Die Dosis macht das Gift" wusste schon Paracelsus. Man sollte hinzufügen "..und die Dauer des Gebrauchs."

"Mal" etwas zu kiffen, während man für einige wenige Tage Antibiotik einnimmt, ist vermutlich weniger schädlich als Antibiotika regelmäßig mit einigen Bieren runterzuspülen. Dass Cannabinoide selbst starke antibaktierielle Eigenschaften aufweisen, wissen bislang nur einige Wenige, die sich etwas intensiverer mit dem Thema beschäftigen als etwa der Bürger "sportmed":

Italienische Wissenschaftler fanden heraus, dass mehrere natürliche Cannabinoide (Cannabidiol, Cannabichromen, Cannabigerol, Dronabinol und Cannabinol) eine starke antibakterielle Aktivität gegen eine Anzahl gefährlicher Staphylokokken-Linien, die gegen mehrere ANTIBIOTIKA resistent sind, aufweisen. Sie stellten fest, dass die Verwendung von Cannabinoiden als systemische antibakterielle Substanzen erst noch in klinischen Studien geprüft werden muss, dass ihre örtliche Anwendung zur Reduzierung von resistenten Staphylokokken auf der Haut jedoch "vielversprechend erscheint". (Quelle: Appendino G, et al. J Nat Prod 2008;71(8):1427-30.)

Quelle: ACM

Dass das Runterspülen von Antibiotika mittels alkoholischer Getränke schädlich ist, da gehe ich absolut einig. Was die Wirkung von Cannabinoiden betrifft, da ist die Forschung weit fortgeschritten und sowohl die antibakterielle als auch entzündungshemmende Wirkung, die Minderung von Schmerzsymptomatik und weitere Effekte sind ebenfalls bekannt. Cannabinoide aber nur aus Sicht des pflanzlichen Stoffes zu betrachten ist falsch. Die wenigsten Menschen wissen, dass Cannabinoide auch körpereigen sein können. Bis in die Gegenwart wurde die Wirkung von Cannabinoiden im Körper aus einer falschen Perspektive betrachtet. Ein Beispiel: In Zusammenhang mit Kreislauferkrankungen können Cannabinoide zu einer Blutdrucksenkung führen. Das betrachtete man als eine negative Veränderung und korrigierte diesen Zustand medikamentös. Seit kurzem weiss man, das dies ein falscher Ansatz sein kann, der die positive Wirkung der Cannabinoide einschränkt oder zunichte macht. So gesehen muss man sich die Frage stellen, ob wir nach aktuellem Stand der medizinischen Forschung noch weitere, ähnliche Fehler machen, die es verhindern, dass körpereigene Cannabinoide ausreichen würden und keine weiteren zugeführt werden müssen. Das würde eine Einnahme / Verabreichung von pflanzlichen Cannabinoiden ggf. unnötig machen. Damit wären Diskussionen überflüssig und es wäre mit abstand der gesündeste Weg den man beschreiten könnte. (Informationsquelle zu Cannabinoid-Forschung in Herz-Kreislauf-Erkrankjungen: Dr. J. Wagner, Uni Würzburg). Noch ein Zusatz zum Wort Sport: Im Sport ist der Konsum von Cannabinoiden in Zusammenhang mit der Ausübung von Wettkämpfen verboten. Insofern kann man, wenn man ernsthaft im Sport tätig ist, den Konsum nicht gutheissen. Wenn diese Informationen für die Allgemeinheit von nutzen sind, dann freut mich das. Bürger sportmed

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@sportmed

Im Sport ist der Konsum von Cannabinoiden in Zusammenhang mit der Ausübung von Wettkämpfen verboten. Insofern kann man, wenn man ernsthaft im Sport tätig ist, den Konsum nicht gutheissen.

Das ist Ansichtssache. Cannabis ist kein klassisches Dopingmittel, das die körperliche Leistung zu steigern vermag. Dennoch schwören einige Profis (Michael Phelps und viele US-amerikanische Basketball-Stars) auf Cannabis für die Zeit nach oder zwischen den Wettkämpfen. Auch im weltweiten Windsurf-Business wurde erst letztes Jahr ein Konsumverbot erwirkt. Konkret bedeutet dies, dass beste Leistungen trotz Cannabis erbracht werden können und nicht "wegen Cannabis".

Was das menschliche Endocannabinoid-System betrifft, werden uns die israelischen Forscher um Dr. Mechoulam die neuesten Erkenntnisse sicher nicht vorenthalten. Es sei denn Israel und der Iran haben vor demnächst ihre Meinungsgegensätze auf atomarer Ebene darzulegen.

Als "frierendes Etwas nackt im Raum" steht trotz des Relativierungsversuchs jedoch immer noch die Behauptung, dass THC schädlich sei. Angesichts der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Cannabis ist durchaus angebracht über das Wort "Prophylaxe" nachzudenken.

Sich indes seitens "gewöhnlicher" behandelnder Ärzte Aufklärung (über Cannabis) zu erhoffen ist ähnlich abstrus wie die Erwartung der Teilnahme von Berufspolitikern an Länderspielen der Handball-Nationalmannschaft. Ärzten mangelt es wegen des inzwischen rund 80 Jahre währenden Verbots von Cannabisprodukten an Cannabis-Sachkunde und -kompetenz ebenso wie es Politniks an Kondition für sportliche Betätigung fehlt.

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@aXXLJ

Dauerhafter Cannabiskonsum hat eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge (Aufmerksamkeit, Konzentration, Lernfähigkeit). Nach heutigem Kenntnisstand werden jedoch keine bleibenden Hirnschäden verursacht. (Quelle: hanfverband.de) Akute häufige physische Nebenwirkungen sind trockener Mund, Bewegungsstörung, Muskelschwäche, verwaschene Sprache, Steigerung der Herzfrequenz, Blutdruckabfall im Stehen, eventuell mit Schwindelgefühl. Bei Schwindelgefühl sollte sich der Betroffene hinlegen. Im Liegen wird eher ein leicht erhöhter Blutdruck gemessen. Seltene Nebenwirkungen sind Übelkeit und Kopfschmerzen. (Quelle: cannabis-med.org) Mit persönlich reichen diese beiden Zitate um THC resp. Cannabinoide als schädlich einzustufen, Anders sehe ich das in therapeutischem Zusammenhang. Zum Thema Sport: Cannabinoide sind nur in Wettkämpfen verboten. Das Verbot hat nichts mit einer Leistungssteigerung zu tun. Cannabinoide stehen aus Sicherheitsgründen auf der Dopingliste. Das Verbot dient, insbesondere in Mannschaftssportarten, dem Schutz der eigenen und von fremden Personen. Die verminderte Koordination kann sich gefährlich auswirken. Also ist da ein Verbot im SInne der Gesundheit durchaus angebracht. Bei therapeutischer Notwendigkeit kann einen Ausnahmegenehmigung beantragt werden.

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@aXXLJ

Das Eine schliesst das Andere nicht aus. Es gibt Intelligenzbestien die Cannabis konsumiert haben, und solche, die es nicht getan haben.

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@sportmed

Abschliessend muss man vielleicht bedenken, dass die Interpretation, was schädlich ist und was nicht, von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet unterschiedlich gewertet wird. Eine eingeschränkte Koordination (ich rede nicht von Kognition) und der Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, werte ich als schädlich (bei einem vermeintlich gesunden Menschen). Das Gegenteil zu behaupten, ohne den Menschen und seine ggf. einhergehenden gesundheitlichen Voraussetzungen zu kennen, finde ich gefährlich oder fahrlässig. Aber darüber kann man sich streiten, ist eine Standpunktfrage. Die therapeutische Anwendung finde ich absolut in Ordnung und würde diese Unterstützen. Hingegen denke ich, dass wir da vorallem einen Punkt ausser Acht lassen. Der Pharmaindustrie wird das nicht gefallen.

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@sportmed

Es gibt Intelligenzbestien die Cannabis konsumiert haben, und solche, die es nicht getan haben.

Ebenso wie es Sportler gibt, die unter/mit/trotz/wegen/durch Cannabis Höchstleistungen erbracht haben und eben solche, die es nicht getan haben.

Daraus ergibt sich zwangsläufig die Schädlichkeit von THC? Oder nebenbei auch seine Unschädlichkeit?

Was der Pharma-Industrie - kurz Pharmafia - nicht gefällt, ist, dass die Pflanze nicht patentierbar ist. Ansonsten hat sie keine Schwierigkeiten damit sich aktuell schon über den milliardenschweren Markt für cannabisbasierte Arneimittel herzumachen wie ein Blutegel über `ne pralle Vene.

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@aXXLJ

Nein, so habe ich das nicht geschrieben. Die unkontrollierte Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System betrachte ich als schädlich oder risikobehaftet (wenn man das so bezeichnen kann). Was den Sport betrifft, da bin ich absolut der Meinung der WADA, der NADA und anderer Anti-Doping-Organisationen. Im Wettkampf hat Cannabis nichts zu suchen. Das Recht auf Cannabis-Konsum muss hinter dem Recht auf einen verletzungsfreien Sport angesiedelt werden. Und das ist die Intervention dieser Organisationen in Bezug auf Cannabis / Cannabinoide im Sport.

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@sportmed

Das Recht auf Cannabis-Konsum ...

...gibt es als solches nicht bzw. nicht uneingeschränkt. "Genusskiffer" werden durch die Gesetzeslage (Strafbarkeit des Besitzes) am Recht auf Konsum gehindert. Cannabis nutzende Patienten hingegen werden durch restriktive Antrags-Formalien und hohe Kosten ( Nicht-Erstattungsfähigkeit) behindert.

Im Vergleich zu weitaus gefährlicheren - aber legal erhältlichen - Substanzen ist und bleibt Cannabis in noch zu vielen Köpfen "das schadhafte Rauschgift."

Schön, dass es einige Wenige besser wissen....

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Antibiotika und THC haben nix miteinander zu schaffen^^

Das Antibiotikum sorgt im Normalfall das Bakterien sterben bzw an der Ausbreitung gehindert werden ;) Die Wirkung von THC ist etwas anders ;)

naja, aber, der Konsum von THC ist um einiges gesünder als die Einnahme von Antibiotika, allein schon die Allergien die man durch Antibiotika bekommen kann sind übel.... Und wenn es zu oft eingenommen wird, entwickelt sich eine Resistenz^^

Kannst ja mal googlen bei was THC eingesetzt wird in der Medizin ;)

Nicht nur in Kombination. Dass THC schädlich ist braucht wohl keiner weiteren Umschreibung. Antibiotika ist ein Medikament, beim gesunden Menschen definitiv schädlich, ím Einsatz bei Erkrankungen scheiden sich die Geister. Wobei schadhaft natürlich was ganz anderes bedeudet. Ob Dein THC und das Antibiotika "kaputt" sind, kann ich Dir so nicht sagen :-D

Wenn Kommentare wie

Dass THC schädlich ist braucht wohl keiner weiteren Umschreibung

ohne jedwede Kenntnis des medizinischen Potentials von Cannabis bzw. seiner hauptsächlich wirksamen Inhaltsstoffe THC und CBD abgegeben werden, dann läuft auch die sprachliche Verbesserung falscher Formulierungen seitens des Fragestellers nur am eigentlichen Thema vorbei und ist somit blanke Augenwischerei in vollkommener Inkompetenz.

http://www.cannabis-med.org/index.php?lng=de

Vielleicht wäre eine Umbenennung in "spottmed" angebracht...!?

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@aXXLJ

Im Zusammenhang mit der Antwort sollte die Fragestellung betrachtet werden. Ich kenne sehr wohl die postiven Aspekte von THC in der Medizin. Nur in diesem Falle geht es dem Fragesteller um ganz andere Dinge, in deren Zusammenhang THC nicht positiv bewertet werden kann (so zumindest meine Meinung). Würden wir hier über THC im Rahmen einer Therpie sprechen, dann hätte er diese Frage erst gar nicht gestellt, sondern wäre seitens des behandelnden Arztes entsprechend aufgeklärt. Insofern gehe ich davon aus, dass die Fragestellung sich auf einen nicht-therapeutischen Zusammenhang bezieht, und da gilt noch immer: Der Konsum gilt als nicht gesund!

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