Anti-Interleukin-Therapie bei Arthrose- wer hat Erfahrung mit der Wirksamkeit?

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Hoffnung für viele Arthrosekranke bietet jetzt die körpereigene Substanz Anti-Interleukin 1. Der natürliche Immunstoff wird mit einer speziellen Spritze aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen und direkt in die schmerzenden Gelenkpartien injiziert. Das Serum stellt einen großen Fortschritt dar, weil es ursächlich gegen Arthrose wirkt und keine Nebenwirkungen hat. Wenn jede Bewegung zur Qual wird, weil die Gelenke schmerzen, dann sind meist die Knorpel schuld. Die Behandlung von Knorpelschäden zählt zu den größten Herausforderungen der Medizin: Arthrose, landläufig Rheuma genannt, nimmt in der europäischen Krankheitsstatistik nach Herzkrankheiten mittlerweile den zweiten Platz ein. Die meisten Therapien und Medikamente, beispielsweise Kortison, haben zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen und behandeln nur die Symptome. Ein exemplarischer Fall ist Christa. Sie leidet an Wirbelgelenksarthrose, was sich seit Jahren in starken Rückenschmerzen ausdrückt. Hoffnung setzt die knapp 70-Jährige jetzt in die neue Therapie mit der Knorpelspritze. Die Behandlung startet mit einer Computertomographie, mit deren Hilfe ihr Arzt den geschädigten Bereich der Wirbelsäule genau lokalisieren kann. Dann sticht er vier dünne Kanülen in den Rücken der Patientin.

Die Tomographie zeigt, dass die Hohlnadeln ganz dicht am entzündeten Wirbelgelenk stecken. Nun ist alles vorbereitet, um das schmerzstillende und entzündungshemmende Präparat "Anti-Interleukin 1" in das erkrankte Gelenk zu spritzen. Christa spürt schon am nächsten Tag Besserung, ganz ohne Nebenwirkungen.

Das Verfahren entwickelten der Düsseldorfer Orthopäde Dr. Peter Wehling und sein Wissenschaftler-Team. Sie erkannten, dass die Substanz Interleukine das Entstehen von Arthrose begünstigt. Das Immunsystem veranlasst die übermäßige Ausschüttung dieses Stoffes bei Rheumaerscheinungen. Gelangt Interleukin an den Gelenkknorpel, zerstört es die Oberfläche und reizt die Schmerzrezeptoren. Ein Prozess, der sich immer mehr verstärkt. Doch die Natur hält für fast jedes "Gift" auch ein Gegenmittel bereit - in diesem Fall das Präparat Anti-Interleukin 1. Es durchbricht den Teufelskreis und blockiert die Rezeptoren für die Substanz, die bei Arthrose die Knorpelzerstörung oder auch bei Bandscheibenvorfällen die Nervenentzündung verursacht. Das hormonelle Gleichgewicht wird wieder hergestellt. Im Gegensatz zu orthopädischen Behandlungen, die bisher nur Schmerzen lindern können bis das Gelenk zerstört ist, kann "Anti-Interleukin 1" Arthrosebeschwerden merklich verbessern. Es bewahrt die Patienten vor dem letzten Schritt, dem Gelenkersatz.

    Bei zahlreichen schmerzgeplagten Patienten brachten weder Cortisontherapien noch Operationen eine entscheidende Besserung. Die Behandlung mit der Knorpelspritze gibt neue Hoffnung. Der erste Schritt, um den körpereigenen Immunstoff herzustellen, ist eine Blutspende des Patienten. Der behandelnde Arzt benutzt eine besondere Spritze, in deren Hohlkolben winzige Kugeln lagern.

Sie sind mit sogenannten Immun-Globulinen beschichtet. Diese Stoffe geben den Blutzellen den Impuls verstärkt "Anti-Interleukin" zu bilden. 24 Stunden brütet die rötliche Flüssigkeit bei 37 Grad. Es entsteht ein 100-facher-Überschuss der heilenden Substanz. Im Labor wird der Stoff von den Blutzellen isoliert und die so gewonnene Lösung tiefgefroren. Sie reicht für sechs bis acht Injektionen. Sinnvoll und erfolgversprechend ist die Anti-Interleukin-Therapie jedoch nur bei Patienten, die noch nicht das Endstadium der Arthrose erreicht haben.

    Bei Rheuma im leichten bis mittleren Krankheits-Stadium lindert "Anti-Interleukin 1" nicht nur Schmerzen und stoppt die Knorpelzerstörung. Neue Studien zeigen, dass der körpereigene Immunstoff auch das Wachstum neuer, gesunder Knorpelzellen anregt. Allerdings müssen Patienten für eine Anti-Interleukin-Therapie selbst in die Tasche greifen. Die Kosten von rund 1600 Mark werden derzeit von den meisten Krankenkassen noch nicht übernommen.

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