Anthropogener Treibhauseffekt?

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Anthropogen heißt vom Menschen verursacht. Wenn wir z.B. den Regenwald abholzen, können die gefällten Bäume logischerweise kein CO2 mehr aus der Luft filtern. Im Gegenteil: Wenn wir sie als Brennholz verwenden oder auch einfach nur verrotten lassen, wird das in ihnen gespeicherte CO2 wieder frei. D.h. wir verursachen immer mehr CO2 und vernichten gleichzeitig Möglichkeiten, diese Gase wieder loszuwerden. Dadurch verstärken wir natürlich den Treibhauseffekt enorm. Zu deinem Beispiel mit der Fabrik: Nehmen wir einmal an, zur Herstellung von Stahl müssen dort große Mengen fossiler Brennstoffe (Kohle) verbrannt werden. Diese fossilen Brennstoffe enthalten natürlich auch große Mengen Kohlenstoff (C), das beim Verbrennen mit dem Luftsauerstoff zu CO2 wird. Und genau dieser Kohlenstoff ist zu viel, da er ja eigentlich unberührt unter der Erde liegen würde. Er stört das Gleichgewicht im Kohlenstoffkreislauf.

und wie funktioniert das jetzt mit dem CO2? ich mein, wieso ist das schädlich und wie wird der natürliche Treibhauseffekt verstärkt, wie funktioniert das?

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Den Regenwald retten müssen wir vor allem wegen des Artenschutzes; einfach um diese faszinierenden Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Mit  Klimawandel und Treibhauseffekt hat der Regenwald relativ wenig zu tun, da er an sich klimaneutral ist. Wenn Tropenholz zu Möbeln verarbeitet wird, bleibt der Kohlenstoff am Boden gebunden (so lange man die Möbel nicht verbrennt). Nur die Brandrodung setzt Kohlendioxid frei. Wenn man allerdings danach dort Soja anbaut und das Soja ans Vieh verfüttert und das Vieh schlachtet und verspeist, entzieht man der Atmosphäre sogar wieder Kohlendioxid. OK, das Methan aus der Viehzucht wirkt wiederum dagegen.

Nutzforste in nördlichen Ländern, in denen Bauholz und Möbelholz produziert wird, gelten sogar als Kohlenstoffsenken, die dem Treibhauseffekt entgegenwirken. Die Klimarechnung mit Wald und Regenwald ist also ziemlich unklar.

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Kohlendioxid in der Atmosphäre hat die Eigenschaft, die vom Weltraum her kommende direkte Sonnenwärme ungehindert passieren zu lassen, aber die von der Erdoberfläche reflektierte, diffuse Wärme teilweise zu absorbieren. Ein Teil davon strahlt also nicht mehr in den Weltraum ab, sondern verbleibt wegen des Kohlendioxids in der Atmosphäre, die sich dadurch aufheizt. Ähnlich wirken auch Methan und Lachgas (Distickstoffoxid).

Wenn der Mensch durch Verbrennen von Kohle, Öl und Gas die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmoshäre vergrößert, verstärkt das den oben beschriebenen Treibhauseffekt, also die Erwärmung der unteren Atmosphäre (sowie der Meeresoberflächen). Das gleiche passiert, wenn durch Viehzucht und Reisanbau große Mengen Methan in die Atmosphäre gelangen. Durch Kunstdünger kommt noch Lachgas hinzu.

Datopfs Rechnung mit dem Regenwald ist nicht ganz richtig, da der Regenwald an sich klimaneutral ist: Er stößt genau so viel Kohlendioxid aus wie er aufnimmt. Plantagen wirken dagegen, wenn man vom Lachgas aus Kunstdünger absieht, sogar dem Treibhauseffekt entgegen, da sie mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre ziehen als sie ausstoßen (da der Mensch die Biomasse entnimmt und nicht alles davon verbrennt). Aber das mit dem Kohlenstoffkreislauf stimmt: Durch Verbrennen von Kohle, Öl und Gas schafft der Mensch Kohlenstoff (in Form von Kohlendioxid) aus der Erde in die Atmosphäre.

Vielleicht hilft das noch: Beim Verbrennen von Kohle, Öl und Gas wird Kohlenstoff oxidiert. Dadurch entsteht gasförmiges Kohlendioxid, das in die Atmosphäre aufsteigt.

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