Anspruch meiner Ehefrau in der Privatinsolvenz?

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1 Antwort

Solange die Ehe noch nicht geschieden wurde, gilt der "Familienunterhalt".

Wenn die Frau also während des Trennungsjahres ihren eigenen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mittel bestreiten kann, ist vor Inanspruchnahme von staatlicher Unterstützung zuerst einmal möglicher Trennungsunterhalt vom Noch-Ehepartner einzufordern. Dieser kann auch per Ehevertrag nicht ausgeschlossen werden bzw. hätte ein solcher Ausschluss keine Gültigkeit, da er sich nicht über geltendes Recht hinwegsetzen darf.

Die Frau selbst hat einen Anspruch auf Auskunft über die Einkommensverhältnisse des Ehemannes, das Jobcenter nach § 60 Abs. 2 SGB II.

Läge das Einkommen des Mannes über 1200 Euro, so wäre er der Frau ggf. zum Unterhalt verpflichtet.

Um den Unterhalt auch zahlen zu können - dieser hätte dann Vorrang vor der Schuldenabtragung - müsste die Anhebung seines Pfändungsfreibetrag erfolgen.

Der Insolvenzverwalter/ Treuhänder sollte darüber informiert werden, dass zukünftig ggf. weniger zur Schuldentilgung zur Verfügung steht.

Ob ein Beratungsschein für eine anwaltliche Erstberatung gewährt wird, hängt vom tatsächlichen Einkommen ab, welches bei der Beantragung eines Beratungsscheines nachzuweisen wäre.

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Kommentar von essbesteck01
10.08.2016, 10:11

Recht herzlichen Dank für diese super fachliche Auskunft. Ich hätte dann noch eine Frage : Es macht ja dann keinen Sinn mehr, noch verheiratet zu bleiben, und es ist das Beste, mich scheiden zu lassen, richtig ?

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