Anspruch des Ehepartners bei Tod?

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6 Antworten


Welchen gesetzlichen Erbanspruch hätte der Ehepartner


"Der überlebende Ehegatte des Erblassers ist (...) neben Verwandten der zweiten Ordnung [Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge] (...)zur Hälfte der Erbschaft als gesetzlicher Erbe berufen", § 1931 I BGB.

Macht 1/2 oder 50%.

"Wird der Güterstand durch den Tod eines Ehegatten beendet, so wird
der Ausgleich des Zugewinns dadurch verwirklicht, dass sich der
gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten um ein Viertel der
Erbschaft erhöht; hierbei ist unerheblich, ob die Ehegatten im einzelnen
Falle einen Zugewinn erzielt haben" § 1371 I BGB

Macht 1/4 oder 25%.

Insgesamt also 3/4 oder 75% für den längstlebenden Ehegatten.

Hinzu kommt der sog. Voraus an Hausratgegenständen, § 1932 BGB


Welchen gesetzlichen Erbanspruch hätte (...) mein
Bruder

"Lebt zur Zeit des Erbfalls der Vater oder die Mutter nicht mehr, so
treten an die Stelle des Verstorbenen dessen Abkömmlinge nach den für
die Beerbung in der ersten Ordnung geltenden Vorschriften", § 1925 III 1 BGB.

Macht 1/4 oder 25% für deinen Bruder.


bzgl Immobilie , vorhandenem eigenen Barvermögen und restlichem
von mir vor der Ehe erstandenen Eigentum (KFZ,...usw.)


Ohne anderslautendes Testament bilden dein Bruder und deine Frau eine
Erbengemeinschaft. Sie werden zu ihren jeweiligen Quoten Miteigentümer
an Haus, Auto, Geldvermögen usw., wie es nach Abzug (auch gemeinsamer
Verbindlichkeiten) und Bestattungskosten mit Wertstellung Todestag
bestünde.

Das könnte bei Uneinigkeit zu Auflösung der Erbengemeinschaft, mithin Teilungsvollstreckung der Nachlassgegenstände, insbes. des Hauses führen.

Duch Testament mit Erbeinsetzung seiner Frau und etwaiger Vermächtniseinsetzung (Auto, Geldbetrag) des Bruders könnte man das Haus der Witwe ungeschmälert überlassen.

Ohne Vermächtniseinsetzung wäre der Bruder bei einer gewillkürten Erbfolgeregelung durch Testament oder Erbvertrg zugunbsten deiner Frau auf seinen Pflichtteil über 1/8 des Reinnachlasses in Geld beschränkt, so er den von deiner Frau fordert.

G imager761

Lesen Sie § 2303 BGB nach: Sie werden dort finden, dass Brüder und Schwestern nicht zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten gehören. sondern nur Abkömmlinge, Ehe- bzw.  eingetr.Lebenspartner und Eltern.

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Deine Ehefrau würde einen Erbteil von 3/4 erhalten und deine Eltern je 1/8. Da diese nicht mehr leben, käme dein Bruder zum Zuge als einziger verbleibender Abkömmling deiner Eltern. Das heisst also, dass deine Frau und dein Bruder eine Erbengemeinschaft bilden würden und sich über die Auseinandersetzung dieser einigen müssten.

Danke für die schnelle Antwort. Was ich nun noch gerne wissen würde ist folgendes :

Ich würde ( da ich ja selbst keine Kinder habe und meine Frau auch keine in die Ehe mitggebracht hat ) gerne meinen Neffen und meine Nichte als zukünftige Erben berücksichtigen. Also wenn meine Frau auch irgendwann das zeitliche segnet soll das restliche Vermögen den beiden zustehen.Da nach meinem Tod alles an meine Frau übergeht , hätte dann aber Ihre Verwandschaft Anspruch auf das komplette Erbe (?) . In dem Fall müssten wir wahrschainlich ein gemeinschaftliches Testament verfassen , in dem steht das alles an die Kinder meines Bruders übergeht , oder gibt es seitens der Verwandschaft meiner Frau irgendwelche Pflichtanteilsansprüche (sie hat einen Bruder , Ihre Eltern leben noch ) ?

Natürlich kann man in einem wechselseitigen Ehegattentestament die Neffen und Nichten (und idealerweise auch nachgeborene Kinder seines Bruders) als Nach- bzw. Schlusserben bestimmen, wobei die längstlebende Ehefrau als Vorerbin über deinen Nachlass vorher unbeschränkt verfügen darf.

Damit wären ihre Eltern auf den Pflichtteil von 1/8 oder 12,5% in Geld gesetzt, ihr Bruder und weitere Verwandte haben diesen Anspruch lebzeitig ihrer Eltern nicht, nur mit dem Tod ihrer Eltern steht ihrem Bruder ebengleich zu deinem eine Pflichtteilsrecht in Geld zu.

Da man unmöglich voraussehen kann, ob die derzeit braven Neffen und Nichten sich nicht als mobbende oder geldgeile Monster entpuppen, rate ich zu befreiter Vorerbschaft deiner Gattin, meint, sie darf in dem Fall über ihr erebtes und eigenes Vermögen frei und anders verfügen.

Willst du das lieber in deiner Händen behalten, kannst du den (nachgeborenen) Neffen und Nichten mit eigenem Testament ein Vermächtnis in Geld zuwenden.

Idealerweise ein Sparbuch mit sog. Vertrag zugunsten Dritter übereignen, dass mit einem bestimmten Ereignis, etwa dem Tod deiner Frau, an sie übergeht und sie darüber verfügen können soweit sie in diesem Zeitpunkt volljährig wären: https://www.postbank.de/privatkunden/docs/Sparkonto\_Erklaerung\_zugunsten\_Dritter\_926\_085\_000\_1213.pdf

G imager761

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Es freut mich ungemein dass ich schon mehrere Antworten auf meine Frage erhalten habe , leider gehen die Meinungen doch sehr auseinander . 50% ,75 % oder 100% Erbanspruch meiner Frau ?

Ich befürchte das ich bei diesem komplexen Thema um einen Termin beim Anwalt mit Fachgebiet Erbrecht nicht herum komme . Bedanke mich trotzdem für Eure Mühe !

Nicht verzagen, Expertenantworten mit Rechtsnorm lesen :-)

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Jeder, Bruder und Ehefrau, erhalten den halben Hauswert.

Dein Ehepartner erbt 100%.

Zugewinngemeinschaft ist nur relevant für den Scheidungsfall.

Aha, und was ist mit § 1925 BGB?

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Dein Ehepartner erbt 100%.

Nein, §§ 1931 I, 1932 BGB.

Zugewinngemeinschaft ist nur relevant für den Scheidungsfall.

Nein, § 1371 I BGB

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