Anspruch auf Fahrkostenerstattung bei Zeitarbeitsfirma?

2 Antworten

Ein gesetzlicher Anspruch ergibt sich lediglich aus § 670 BGB

§ 670 Ersatz von Aufwendungen

Macht der Beauftragte zum Zwecke der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet.

Im Falle der Zeitarbeit gilt dies aber nur für die Strecke vom Sitz des Verleihbetriebs bis zum Entleihbetrieb - so das BAG. Anspruch auf eine höheres Fahrgeld besteht aber nicht - ist dann Verhandlungssache. Ein steuerfreier Fahrtkostenzuschuss ist aber gedeckelt auf den Betrag, den der Arbeitnehmer bei der Steuer als Werbungskosten ansetzen könnte. Da mittlerweile die Pendlerpauschale auf alles gleich angesetzt ist, sind hier 0,30€ je einfachen Kilometer anzusetzen. Der Leiharbeiter kann aber bei der Steuer die Fahrten zum Einsatzort als Dienstreise ansetzen und alle Kilometer geltend machen. Die ZAF darf aber nur den Betrag gewähren wie oben beschrieben.

Wie lange du dazu fahren musst oder wie lange du auf den nächsten Bus wartest, ist hierbei völlig unerheblich, da dieses vom Arbeitgeber nicht beeinflussbar ist.

Sinn der Zeitarbeit ist es ja, heute hier und morgen dort zu sein - ein Ablehnungsrecht auf einen Einsatz gibt es nicht - selbst dann nicht, wenn dies eine Härte bedeuten würde. I.a.R. verpflichtet sich der Sklave ja, für Einsätze zur Verfügung zu stehen, es wäre also eine arbeitsvertragliche Pflicht des Sklaven.

Habe ich das richtig verstanden: 0,30€ / km vom Verleihbetrieb zum Entleihbetrieb hat die ZAF zu zahlen?
Oder ist das nur der Betrag, den ich bei der Steuer geltend machen kann?

Es macht ja ansonsten überhaupt keinen Sinn, 8 Stunden zu einem Minilohn arbeiten zu gehen, wenn davon 2 Stunden alleine für die Fahrkosten drauf gehen.

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@Caro9

Nein das verstehst du etwas falsch - die ZAF darf nicht mehr zahlen als das, was du ansetzen könntest - du selbst darfst aber mehr ansetzen, weil du es als Dienstreise geltend machen kannst für die Fahrt zwischen deinem Wohnort und dem Entleihbetrieb, sprich die vollen Kilometer und nicht nur die einfache Strecke - du kannst also maximal 50% der Kosten von der ZAF ersetzt bekommen, den Rest machst du über die Erklärung geltend als Dienstreise.

Die Nummer hat aber auch einen Pferdefuß - wer so wenig verdient und damit fast keine Lohnsteuer bezahlt, der kann auch nicht viel vom FA zurück erwarten. Unterm Strich kann es schon zur " Drauflegnummer " werden - wer zuviel von der ZAF bekommt, der riskiert sogar eine Nachzahlung anstelle eines Guthabens

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Es gibt im MTV die Angabe, dass Fahrstunden bezahlt werden,

mir ist derzeit kein Rahmentarifvertrag aus der Zeitarbeit bekannt, der solch eine Klausel enthalten würde... so dumm ist der BGB nun auch wieder nicht

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