Anreiten ,kann ich das schon ?

7 Antworten

Nein, kannst du nicht und solltest du auch auf keinen Fall. Es muss doch einen Grund geben, warum es Ausbildungsberuf ist, Pferde auszubilden. Es sind Lebewesen mit ganz eigenen Psychen und Arbeitseinstellungen. Jemand, der ein Pferd ausbildet, muss das im Blick haben und genau wissen, was er tut. Unsicherheit, Ängstlichkeit und mangelnde Erfahrung können ein Pferd zum Psychokrüppel machen und für den Reiter zum umkalkulierbaren Sicherheitsrisiko werden. Und dann tauchen hier Fragen auf von total überforderten Reitern, die sich seit Monaten nicht mehr trauen ihr Pferd zu galoppieren, weil sie runterfliegen, sobald sie die Galopphilfe geben und das Pferd dann buckelt. Solche Reiter eiern dann irgendwie mit ihren Pferden rum, verlegen sich aufs Spazieren gehen mit Pferd, entdecken Bodenarbeit und zentrifugieren (longieren wäre es theoretisch, ist es aber de facto nicht) sich lieber einen Wolf, als sich dem Frust auszusetzen, ihr eigenes, durch sie selbst versautes Pferd zu reiten. An der Stelle, wenn das Kind dann im übertragenen Sinne in den Brunnen gefallen ist, wird im besten Fall dann doch die Hilfe eines qualifizierten Menschen für teures Geld in Anspruch genommen, der dann hoffentlich richten kann, was bis zu diesem Zeitpunkt schief gelaufen ist. Oder das arme Pferd wird zum Wanderpokal und wird frustriert "wegen Aufgabe des Reitsports" verkauft und dann wieder verkauft und wieder verkauft und wenn es Glück hat, landet es vielleicht bei jemandem, der das Ruder noch rumreißen kann und wenn es kein Glück hat, dann ist noch ein weiterer verjuckelter und verdorbener armer Zossen. Kauf Dir ein "fertiges" Pferd. Ein Charakterfestes, gut ausgebildetes. Damit meine ich nicht, dass es höheren Weihen Dressurtechnisch haben muss. Auch ein Pferd auf A,L-Niveau kann durchaus ein perfekter langjähriger verlässlicher Reitpartner sein, wenn der Reiter gar nicht die Ambitionen hat, mehr zu wollen. Nicht jeder will Isabel Werth nacheifern, vielen reicht es doch, einfach nett zu reiten und Spaß am Umgang mit seinem lieben Pferd zu haben. Un darum geht es doch in erster Linie, erfüllt man sich den Traum vom Pferd: man möchte Spaß haben, gerne jedem Tag seine Freizeit für das geliebte Tier opfern und eben nicht Frust und Angst zu schieben und Ausreden zu suchen, warum man nicht reiten möchte. Bitte kauf dir als erstes Pferd kein junges unerfahrenes Pferd!

Wenn Du seit 3 Jahren regelmäßig Reitunterricht nimmst, vermute ich mal, es handelt sich um 1-2 mal wöchentlichen Unterricht in einer Reitschule und das ist definitiv nicht genug Können, um ein Pferd auszubilden.

Und wenn Du eine Reitbeteiligung hast, die Du 2-3 mal die Woche reitest, dann kannst Du vielleicht tatsächlich selbstständig ein Pferd in allen Grundgangarten irgendwie bewegen, aber ich gehe nicht davon aus, dass Du zusätzlich zur RB auch noch Privatstunden genommen hast und auf L-M-Niveau reitest.... Denn dann hättest Du das vermutlich geschrieben, um Deine Qualifikation für die Aufgabe, ein junges Pferd auszubilden unter Beweis zu stellen.

Wenn Du das Wagnis eingehen würdest, ein junges Pferd selber irgendwie auszubilden, kann ich Dir garantieren, dass das Ganze in sehr viel Frust und teilweise auch Angst und mit einem total vergurkten Pferd enden, oder aber recht teuer wird. Bei uns in der Gegend kostet Vollberitt durch einen qualifizierten Bereiter zwischen €350 und €550, Einzelstunden zwischen €30 und €50.

Ein erstes eigenes Pferd sollte ein Professor sein. Ein Pferd von dem und mit dem man lernt, auf dem man sich sicher fühlt, ein Pferd, das auch reiterliche Fehler verzeiht und eben nicht direkt verunsichert und zerstört ist. Ein Pferd, das Spaß macht. Dieses Pferd darf ruhig schon 10,12,13 Jahre alt sein, gefestigt im Charakter und lieb im Umgang. Ein Pferd, an dem und mit dem man reiterlich reift.

Mach nicht den Fehler, den so viele aus Kostengründen machen. Kauf Dir kein junges und unerfahrenes Pferd, wenn Du selber genau so jung und unerfahren bist und dem Pferd eben nicht Sicherheit geben kannst, weil Du so selber in vielen Situationen unsicher sein würdest. Denn mit dem ersten eigenen Pferd ist man sehr oft unsicher. Man macht alles Mögliche zum ersten Mal und man macht Fehler. An einem jungen Pferd würde man sich da so manches mal versündigen und es vermutlich auch kräftig verderben. In den seltensten Fällen geht dieser Gedanke "junges Pferd und junger Reiter wachsen und reifen zusammen" gut. In den meisten Fällen geht das Ganze ziemlich schief.

ein gut ausgebildetes, braves pferd, das menschenbezogen und nicht faul ist und auch reiterfehler verzeiht, wäre die richtige wahl.

übrigens einer der gründe, warum verhältnismässig viele leute für ein gutes schulpferd viel geld bieten, nur um dann festzustellen, dass gute schulpferde in der regel unverkäuflich sind.

genau so ein pferd brauchst du.

reitet dein vater auch? weil, was das reiten betrifft, ist nur von dir die rede.

Woher ich das weiß:Beruf – Sachgerechter Umgang ist aktiver Tierschutz!

Mein Vater würde auch reiten .

0
@SophiesPferde

dann wird er das pferd aussuchen. und er wird eher rational denken. also wird er ein ausgebildetes pferd wollen, das man direkt nutzen kann und nicht erst in 4 jahren.

0
@pony

Wir entscheid zusammen bzw. ich schaue nach Pferden die gut zu und passen würden und er schaut sie zusammen mit mir an und wir entscheiden zusammen !

0

Kurz gesagt: Beim Anreiten helfen, könntet du bei entsprechender Begabung vielleicht schon. Aber die Gewöhnung ans Reitergewicht ist das einfachste (zugleich aber auch gefährlichste) bei der Angelegenheit. Ich selbst habe das unzählige Male gemacht. ABER die weitere Ausbildung ist wesentlich schwieriger und sollte einige Wochen ausschließlich von einem Profi vorgenommen werden, der da etwa 2 Jahre weiter daran arbeiten, wobei du in zunehmendem Maße eingebunden wirst.
Beritt kostet ca 40 € pro Einheit. Rechnen kannst du selbst - ein fertiges Pferd ist in aller Regel kostengünstiger und berechenbarer, da auch das Wesen eines unausgereiften Pferdes starken Veränderungen unterliegen kann. Mancher kreuzbrave Vierjährige wacht mit 6 aufband wird zur Granate. Und für den Fall mußt du wieder Vollberitt und Unterricht einkalkulieren.

Sehr gut erklärt, da gibts nichts mehr zu ergänzen, danke dass du mir die Schreibarbeit ersparst :)

4

Danke ,

Ich denke für mich wäre als erstes Pferd dann doch ein bereits ausgebildetes besser

4

Aus Erfahrung - nein. Zur Jungpferdearbeit gehört sehr viel mehr, als dem Pferd "nur" die richtigen Hilfen bei zu bringen. Und selbst damit sind die meisten schon überfordert. Es braucht fundiertes Wissen über die Physio- u. Psychologie, Muskelaufbau, Balance, Erfahrung und letztlich auch ein gutes Händchen. Mit einem erfahrenen Jungpferdebereiter an deiner Seite könnte das klappen, aber alleine und dann auch nach nur 3 Jahren Reiterfahrung wird das nix. Was das kostet richtet sich danach, wen du holst und wie oft der kommt. 3 - 4x/Woche sollte dann schon gemeinsam gearbeitet werden. Ich denke da wirst du im Mittel mit Anfahrt sicherlich mit etwa 50€ je 30 oder auch 45 Min rechnen dürfen - nach oben offen. Gibst du das Pferd in Beritt sparst du dir die Fahrt aber natürlich kommt entsprechend Stallmiete dazu und der Bereiter wird vermutlich jeden Tag mit dem Pferd arbeiten.

Als erstes eigenes Pferd, gerade wenn du eben auch noch nicht so lange reitest, eignet sich ein gut und solide ausgebildetes Tier mittleren Alters, so ab etwa 9, 10 J. Das verzeiht dann auch mal den ein oder anderen Reiterfehler und hat eine gewisse Erfahrung, vielleicht auch Abgeklärtheit, die dem Jungpferd komplett fehlt. Bitte trotzdem in guten Unterricht investieren, bei gerade mal 3 J. Reiten ist da noch einiges an Luft nach oben. Auch ein gut ausgebildetes Pferd verliert an Rittigkeit, Kraft und Balance und fängt an auf der Vorhand zu latschen, wenn es nicht gut geritten wird.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Was möchtest Du wissen?