Anrecht auf Nachzahlung von Harz 4 wegen falscher Berechnung?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Du bist verpflichtet sämtliche Änderungen an die ARGE anzuzeigen. Wenn es dann wie hier zu deinen Ungunsten ausfällt, hast du Pech gehabt. Eine Nachzahlung würde ja dazu führen, dass du in dem Monat der Nachzahlung entsprechend weniger "bedürftig" bist. Du müsstest schon nachweisen, dass du dich um die korrekte Berechnung bemüht hast, und zur Überbrückung von dritter Seite das fehlende Geld erhalten hättest. Klingt sehr konstruiert, trifft aber wahrscheinlich den Kern der Aussage des Sachbearbeiters.

Hallöchen. Kenne zwar nicht die Details, aber kann aus eigener Erfahrung Dir folgende Auskunft geben.

Die Sachbearbeiter neigen immer gerne dazu Dir zu erklähren, daß es generell Deine Pflicht ist, sie behaupten auch, daß Du nur ein rückwirkenden Rechtsanspruch auf Nachzahlung für max. 3 Monate erhalten kannst. Auch die Wiederspruchsfrist, die in Deinem Bescheid steht von einem Monat, alles quatsch.

Habe vor einiger Zeit einen Anwalt mit der Überprüfung meiner Akte beauftragt und er stellte diverse Berechnungsfehler und Fehlende berücksichtigte Ansprüche in vielen Bewilligungsbescheiden fest. Einige liegen bis zu sechs Jahre zurück (war damals Folge eines Unfalls Empfänger von Sozialleistungen). Fazit: Er reichte in meinem Namen Klage ein und wir gewannen den Prozess.

Zusammfassung: Die Sachbearbeiter sind zum ersten verpflichtet Dich zu informieren und zum zweiten untereinander sich zu informieren. Gelder die Dir nicht zur verfügung stehen, dürfen auch nicht angerechnet noch berücksichtigt werden.

Bei Unklarheiten muß sich der Sachbearbeiter selber Einkunft einholen, wenn er sich vorher nicht mit Dir in Verbindung setzt. Woraus Dir dann keinerlei Nachteile entstehen dürfen.

Mir wurden alle Leistungen Rückwirkend bewilligt und alle daraus entstandenen Folgekosten (z.B. Kontoüberziehungsgebühren, Mahnkosten, Zisen ect.) mußten auch erstattet werden. Alles zusammen erhielt ich eine Nachzahlung von 6789,70€.

Seit diesem Zeitpunkt lege ich jede art von Bescheid (Jobcenter, Krankenkasse ect.) dem Anwalt vor zur Prüfung.

Die ARGE darf dir nur Einkommen anrechnen, das dir auch tatsächlich zufließt. Du bist verpflichtet, die ARGE umgehend über alle leistungsrelevanten Änderungen zu informieren (das dürfte ja auch in jedem deiner Leistungsbescheide drinstehen). Die ARGE bekommt keine automatischen Infos über den ALG1-oder sonst.Bezug ihrer "Kunden".

Du kannst ggf. einen (nachweislich schriftlichen) Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X stellen und die Nachzahlung plus ggf. Verzinsung beantragen.

http://hartz.info/index.php?topic=23.0

Beliebt in der Community

Was möchtest Du wissen?

Deine Frage stellen