Anrechnung der BAFöG-Beträge der Frau auf das ALGII des Mannes

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Sämtliche Geldeingänge sind als Einkommen der Bedarfsgemeinschaft anzusehen. AlG 2 und BAFÖG kann nicht gleichzeitig beansprucht werden.

Wenn das deiner Tochter nicht passt, wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als dem Rat des Sachbearbeiters zu folgen. Außerdem könnte sie Studiendarlehen beantragen. Das wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt. Es bedarf auch keiner weiteren Sicherheiten.

Sämtliche Einkommen einer Bedarfsgemeinschaft (BG) sind anzurechnen auf den Bedarf der Mitglieder der BG an ALG II und Sozialgeld. Sagt § 11 SGB II. Ausnahmen stehen da: § 11a Nicht zu berücksichtigendes Einkommen: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__11a.html

In dieser Rechnung taucht die Studentin dann auf mit einem fiktiven Bedarf nach §§ 20 und 22 usw., was sie mehr hat an Einkommen, wird dem Partner und der Tochter angerechnet bei deren Bedarf ...

... nach Abzug von Freibeträgen nach § 11b (meist mindestens 30,- für private Versicherungen, auch wenn man die gar nicht hat) inklusive eines studienbedingten Mehrbedarfs von ich glaube rund 120,- im Monat.

Das traute und getraute Paar hat also mit Immatrikulation an der Uni rund 150,- mehr in der Tasche als vergleichbare exmatrikulierte Paare. Was gibt es da noch zu meckern? Na gut, die Studiengebühren gehen manchmal noch ab, aber dafür fährt Madam dann auch meist frei Bus und U-Bahn.

Will die Tochter nun ihre Eltern entlasten, steht es ihr frei, ihr Studium abzubrechen (oder abzuschließen), dann kriegt sie ebenfalls ALG II - allerdings auch Angebote für Jobs und gar für (Sofort-)Maßnahmen nach § 16 ff. SGB II.

Gruß aus Berlin, Gerd

Die Tochter, ihr Mann und das Kind beziehen gemeinsam Alg2, wobei die Tochter wegen des Studiums theoretisch vom Bezug ausgeschlossen ist, in der Bedarfsgemeinschaft jedoch mit ihrem Bedarf und Einkommen dennoch mitberechnet wird.

Im Alg2-Bezug müssen alle anderen Einkommensmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Das beinhaltet bei der Tochter sowohl das Bafög als auch den Unterhaltsanspruch an die Eltern, da sie noch in der Ausbildung ist. Dieses Einkommen wird dann angerechnet, da dann ja weniger Unterstützung vom Jobcenter erforderlich ist, um den Bedarf zu decken.

Das Jobcenter kann übrigens nicht die Aufgabe des Studiums verlangen - vorschlagen dürfen sie alles, aber nur ein ziemlich dämlicher Sachbearbeiter wird das ernsthaft tun. Schließlich dürfte sie mit einem abgeschlossenen Studium ein deutlich besseres Gehalt haben als bei einer Helfertätigkeit ohne Ausbildung.

Was möchtest Du wissen?