Annektion der DDR/SowDeutschland?

18 Antworten

Man wusste nicht wie lange die politische Situation halten würde.

Gorbatschow war bereit das Modell "Ostblock" zu beenden, aber die Hardliner in der Sowjetunion waren das nicht, weswegen Gorbatschow selbst politisch während dieser Zeit ganz gewaltig wackelte und es jederzeit zu einem Militärputsch in Moskau hätte kommen können, was ja zwischenzeitlich auch passierte.
Hätte man gewartet und die Hardliner hätten erfolgreich putschiert und im Osten mittels roter Armee die vorherigen Zustände wiederhergestellt, wäre es das mit der Möglichkeit auf Wiedervereinigung möglicherweise auf Jahrzehnte gewesen, deswegen mussta man es schnell durchziehen, es war keineswegs klar, ob man hierfür ein allzugroßes Zeitfenster haben würde.

Der Begriff "Annexion" ist falsch, die DDR ist der Bundesrepublik aus eigenem Antrieb heraus beigetreten.

Demokratischer Sozialismus stand aber nie zur Debatte, ob man das nun beführwortet oder nicht (ich persönlich tue das).
Realistisch gesehen waren in der Bundesrepublik zu dem Zeitpunkt CDU und FDP an der Macht und im Osten konnte man die Leute mit dem Begriff "Sozialismus" jagen, weil (was ja auch heute bei vielen noch der Fall ist) der Begriff gedanklich automatisch mit "Stalinismus" verbunden wird und das den keiner wollte ist nur zu nachvollziehbar.

Mit dem Begriff "Sozialismus" wurde im Osten ja auch viel Missbrauch getrieben, die Diktatur gerechtfertigt, ebenso wie die Abschaffung marktwirtschaftlicher Funktionen.
Beides hat zwar mit den orriginären Theorien des Sozialismus nichts zu tun, das zu erkennen würde aber vorraussetzen, dass die Leute geschlossen ein paar tausend Seiten Literatur aus dem 19. Jahrhunder verkonsumieren die nebenbei mitunter zäh ist wie eine Schuhsohle, das wird die Mehrheit nicht tun.

Unter diesen Umständen stand ein demokratischer Sozialismus nicht zur Debatte, sondern entweder die Übernahme des Systems der Bundesrepublik oder die Fortsetzung der DDR-Diktatur, sollte Moskau sich die ganze Sache anders überlegen.

Die Planwirtschaft ist nicht auf Grund des Ost-West-Konfliktes gescheitert, sondern weil sie für moderne wirtschaftliche Anforderungen viel zu starr und unflexibel war.

Das System der 5-Jahres-Pläne hatte man sich ursprünglich zur Landerschließung und Industrialisierung ausgedacht und dafür machtes es bis zu einem gewissen Grad auch Sinn, aber da ging es um Schaffung von Industriekapazität und Erschließung von Ressourcenvorkommen in einer eher frühindustriellen Phase.

Wenn man in der Sowjetunion 1924 geplant hat seine Kapazitäten an z.b. Baustoffproduktion geziehlt hochzufahren um sich ein vernünftiges Straßennetz zulegen oder die Stahlproduktien zu erhöhen um überhaupt mehr eigene Fabriken aufbauen zu können und dies zu einem Sollziel über 5 Jahre, ist das insofern sinnvoll gewesen, als das zu diesem Zeitpunkt erstens Innovation weniger wichtig war, weil die Entwicklung nicht so schnell ging wie heute und es sich zweitens nicht um Prudkute handelte die an irgendeinen Endverbraucher hätten vermittelt werden sollen sondern hier ging es um den Bedarf des Staates, den er hatte um überhaupt eine zivile Wirtschaft aufbauen zu können. Das ist ganz etwas anderes als die Sache auf Konsumgüter anwenden zu wollen.
Würde man heute planen in 5 Jahren X Computer auf dem Leistungsstand Y bauen zu wollen, würden sich in 3 Jahren die Endverbraucher beschweren, dass sie nur die Möglichkeit haben veraltetes Gerät zu konsumieren.
Zudem können durch veränderte gesellschaftliche Anforderungen kurzfristig auch vollkommen andere Nachfragepotentiale ergeben und darauf muss reagiert werden können, was bei starrer x-Jahresplanung aber nicht möglich ist.
In kleineren Intervallen ist so etwas möglich, wenn es gescheit koordiniert wird und wird auch in jedem modernen Unternehmen so vorgenommen, aber dann muss man seine Produktionsziele den Neuerungen und der Nachfrage anpassen und das quartals- oder längstens Jahresweise, aber nicht alle 5 Jahre mal die Sinnhaftigkeit der Ziele überprügen, das ist Murks.
Ein weiteres Problem der Sowjetischen und auch der DDR-Wirtschaft war die Abwesenheit eines funktionierenden Geldsystems, wodurch man dann auch nicht in der Lage war Nachfragepotentiale seriös zu ermitteln, außerdem löst es natürlich Unzufriendeheit aus, wenn die Wirtschaft so funktioniert, dass du irgendwas größeres beantragst und dass dann vielleicht in ein paar Jahren oder Jahrzehnten dann mal bekommst, da fehlt auch irgendwo das Ziel, warauf man zuarbeitetet, außerdem führt der Mangel an Möglichkeit direkt etwas erwerben zu können natürlich auch zu Hamsterverhalten und dem Versuch sich für etwas anzumelden, bevor man es tatsächlich braucht, was dann wieder zu endlosen Produktionsstaus führen muss.
Diese Art von Wirtschaft war gelinde gesagt von vorne bis hinten undurchdacht und unpraktikaben und einer der Beweise dafür, warum die Zampanos die im Osten das Sagen hatten zur Führung eines staatlichen Gemeinwesens völlig ungeeignet waren (neben deren absolut ungesunder Einstellung zu Gewaltmaßnahmen gegen die eigene Bevölkerung).

Was Rosa Luxemburg und Clara Zetkin betrifft, das ist bald 100 Jahre her. Außerdem muss man die Beiden politisch klar auseinander halten.
Rosa Luxemburg hat sich ihrerzeit bereits gegen die Gewaltmaßnahmen des Lenin-Regimes in Russland ausgesprochen, auch eine Misswirtschaft à la Stalin gehörte so nicht zum Tableau iherer politischen Forderungen, man muss aber auch sehen, dass diese Dame eine andere Gesellschaft auf den Fundamenten der damaligen deutschen Gesellschaft wollte und diese Fundamente gibt es heute nicht mehr.
Ist ganz ähnlich wie mit der Planwirtschaft im Osten. Zu einer bestimmten Zeit und zu einem bestimmten Zweck, nämlich in den 1920er Jahren für den Zweck der Industrialisierung Russlands sinnvoll. Darüber hinaus nicht.

Namen und Vorstellungen sind immer an die Spezifischen Umstände ihrer Wirkungszeit gebunden, mindestens wenn es um politische Inhalte geht.

Da du der politischen Linken zugetan zu sein scheinst, mach einfach mal das Experiment und schau dir Marx mal im Detail an, dann wirst du feststellen, dass seine ökonomischen Überlegungen und Spekulationen, beispielsweise hinsichtlich des großflächigen Ersatzes menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen nach wie vor in Teilen unbestreitbar sinnvolle und aktuelle Überlegungen sind. Was aber den politischen Marx angeht, der ist nicht nur heute für die Tonne, sondern war das im Grunde schon um 1900 herum, einfach aus dem Grunde, als der Mann in den 1840er-1860er Jahren seine politischen Ansichten zu Papier gebracht hat, richteten die sich an die Lebensumstände des neoabsolutistischen Altpreußend uns Europas in der Restaurationsphase. Eines Europas, dass lange nicht die heutige Gesellschaftliche Vefassung hatte, dafür von Zeit zu Zeit noch mit Hungersnöten und allerorten politischer Repression zu kämpfen hatte. Das ist der Unterschied zwischen dem "Kapital" und dem "Manifest der kommunistischen Partei". Ersteres ist eine recht scharfsinnige Interpretation realer ökonomischer Verhältnisse ihrer Genese und eine in teilen zutreffende Spekulation hinsichtlich deren Zukunft.
Letzteres ist eine tagesaktuelle politische Schrift aus den 1840er Jahren.
Das Problem, was viele, die diese Schriften in der Vergangenheit und/oder der gegenwart interpretiert haben oder noch interpretieren haben ist, dass sie die Annahmen der historischen Figur bezüglich ihrer eigenen Zeitumstände mit einem zeitlosen Theorem gleichsetzen und dabei kann nur (gefährlicher) Unfug heruaskommen, so gut es auch gemeint sein mag.
Das gleiche kann man analog auch über Rosa Luxemburg sagen. Die Vorstellung des Sozialismus oder Kommunismus ist ursprünglich ja nicht ein Selbstzweck zur Umgestaltung der Welt nach irgendwelchen Schönheitsidealen gewesen, auch nicht die Legitmiation der Machtausübung von irgendwem sondern eine Antwort auf die Zeitgenössischen Probleme des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.
Deswegen ist es unsinnig die damaligen politischen Ideen historischer Figuren als Beispiel für modernere Wege heranzuführen, nur weil sie einem zusagen, denn diese Theorien sind für eine Zeit mit ganz anderen materiellen Relaitäten und Problemen entworfen worden, als wir sie heute haben und dem enstpechend ist die Frage, ob das was Rosa Luxemburg damals wollte nicht sinnvoll oder wünschenswert wäre vor allen Dingen Ausfluss dessen, dass man die das Deutsche reich von 1914 oder 1918 mit der Bundesrepublik von 1990 verwechselt.
Dazwischen liegen aber 70 Jahre inkluive gravierenster gesellschaftlicher Veränderungen, die das gesamte Gedankengebäude in einen bereich verweisen, der in der heutigen Zeit nicht mehr als praktikabel angesehen werden kann.
Als eine Rosa Luxemburg mit ihren Ideen daher kam, hatten wir hier ein undemokratisches System, keine legale Gewerkschaftsarbeit etc.
Das sind aber nicht mehr die Probleme der heutigen Zeit und entsprechend unserer zeitgenössischen Probleme müssen wir auch andere Antworten suchen. Es kann nicht schaden, sich an der Vergangenheit zu orientieren, dabei sollte man aber nicht Vergessen, das Geschichte immer Produkt ihrer materiellen Zeitumstände und der nicht reproduzierbaren Entscheidungen der Individuen ist, die in dieser Zeit lebten, das heißt, man wird in den wenigsten Fällen aus der Geschichte Antworten dafür finden, wie man handeln muss um mit einer aktuellen Situation fertig zu werden oder seine Lage zu verbessern.
Was man daraus allerdings häufig sehr wohl lernen kann, is was man besser lassen sollte.

Was Clara Zetkin angeht, die Dame ist noch ein anderer Fall. Hier trifft auch alles zu, was auf Rosa Luxemburg zutrifft, aber da spielt noch ein anderer gewichtiger Faktor eine Rolle.
Rosa Luxemburg hat die Revolutionsphase der Wiemarer Republik und das folgende demokratische System nicht mehr erlebt, den stalinschen Terror auch nicht.
Clara Zetkin hingegen hat das sehr wohl und diese Dame hat innerhalb der KPD erst geholfen der Clique um Thälmann an die Spitze zu verhelfen und Thälmann hat bekanntlich den Politikstil der KPD sehr nach an den kurs Stalins herangeführt, somit war die Dame zumindest mal keine direkte Gegnerin Stalin'scher Methoden, sondern hat diesen Kurs bis zum Ende ihres Lebens im russischen Exil mitgetragen.
Ausgerechnet diese Person als ein Beispiel für die Vision eines demokratischen Sozialismus heranzuziehen, ungeachtet der anderen Problembereiche, ist eine historische Unwahrheit und ein moralisches Vergehen.
Fakt ist viel mehr, die Dame war führendes Mitglied der KPD und Steigbügelhalter Ernst Thälmanns unter dessen Führung sich diese Partei sehr demokratiefeindlich verhielt, die parlamentarisch-republikanische Staatsform ablehnte und dem Stalinismus das Wort redete.

Bevor man in dieser Form mit Namen um sich wirft, sollte man sich mit den historischen Realitäten der sich dahinter befindenden Personen auseinandersetzen, sonst schadet man der eigenen Sache. Da hätte es, die historische Problematik ausgenommen ganz andere Beispiele für  (jedenfalls ihrem Zeitverständnis nach, auch die hatten ihre Schönheitsfehler) demokratisch Sozialisten wären z.B. Karl Kautsky oder Eduard Bernstein.

Eine Annektion gab es nicht. Die Vereinigung von BRD und DDR entsprach den Wünschen der DDR-Bürger. Die Leute hatten schlicht die Nase voll vom Sozialismus. Für den Normalbürger bedeutete das Mangelwirtschaft, miserables Warenangebot, keine freien Medien, keine Reisefreiheit, keine Meinungsfreiheit. In der Theorie hören sich solche Ideen wie ein Sowjetdeutschland immer ganz toll an. Aber wenn man dann in so einem Land leben muss, findet man das gar nicht mehr toll. 

  1. Wurde die DDR nicht Annektiert!
  2. Man sollte sich mal Gedanken über die damaligen Vorgänge machen.
  3. Zudem gab es überlegungen wie die DDR in der BRD aufgenommen werden sollte. Über das Grundgesetz das bis Dato nie zeitgleich als Verfassung anzusehen war. Manche, kapieren es bis heute nicht ;), oder über eine "neu" zu erstellende Verfassung. Letzteres hätte mehr Zeit beansprucht und wurde verworfen und das GG wurde umgebaut....
  4. Die damalige DDR Führungsriege, teile davon, wollte durchaus mehr Zeit haben. Dann aber, wäre wohl der Zug abgefahren, da die danach sich gegründete EU, ohne Rücksicht auf seine Versprechen, gen Osten erweitert wurde. Die Wiedervereinigung und nicht Annektierung, hätte innerhalb 1990-2000 stattfinden müssen. Heute wäre das Prozedere nicht mehr umsetzbar.

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