Anmeldung GbR notwendig?

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4 Antworten

Rein rechtlich bildet ihr bereits jetzt eine GbR.

Sobald ihr eine gemeinsame Tätigkeit ausübt, die auch nur eine spätere Gewinnabsicht beinhaltet, seid ihr verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden.

Ihr habt doch auch bereits Kosten, die ihr nur geltend machen könnt, wenn es bereits in irgend einer Form einen Betrieb gibt.

Ihr müsst ein Gewerbe anmelden - und zwar sobald eine gewerbliche Tätigkeit aufgenommen wird.

Die Buchführungspflicht greift zunächst nicht - Ihr müsst eine Einnahme-Überschuss-Gewinnermittlung machen; die Einnahmen und Ausgaben können mit Excelliste erfaßt werden (man sollte sich aber ein einfaches Buchführungsprogramm besorgen, damit man einen besseren Überblick über die Kostenarten hat) - zur Steuererklärung müsst Ihr dann das entsprechende Formular ausfüllen und zudem müsst Ihr eine einheitliche und gesonderte Feststellung durch das Finanzamt durchführen lassen (dazu gibt es auch ein Formular), da Gewinne/Verluste bei jedem der Gesellschafter zu berücksichtigen sind.

Grundsätzlich empfehle ich Euch ein Existenzgründerseminar bei der IHK zu besuchen und/oder Euch bei einem Steuerberater zu informieren...

cedrikneum 24.01.2017, 13:40

Also können wir das Gewerbe jetzt außenvorlassen, da wir noch nicht aktiv gewerblich Tätig sidn?

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DerSchopenhauer 24.01.2017, 13:56
@cedrikneum

Der Beginn einer Tätigkeit ist entscheidend - das sind auch vorbereitende Handlungen zur Errichtung des Betriebes ---> grundsätzlich, sobald man gegenüber Dritten (nach außen) auftritt - im Zweifelsfall solltet Ihr Euch beim Gewerbeamt erkundigen - eine zu späte Anmeldung zieht i. d. R. ein Ordnungsgeld nach sich...

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cedrikneum 24.01.2017, 14:32
@DerSchopenhauer

Okay, ich frag später mal da nach. Im Moment ist es ja noch einfach ein Hobbyprojekt, man weiß noch nicht so genau, ob es was wird

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Eine gbr entsteht automatisch. 

Die GbR ist die Grundform der Personengesellschaften. Sie ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen zur Förderung eines gemeinsamen Zwecks. Die GbR ist in den §§ 705 – 740 BGB geregelt und wird daher auch als BGB-Gesellschaft bezeichnet.

Zur Gründung einer GbR sind mindestens zwei Personen erforderlich. Einpersonengesellschaften sind – anders als bei Kapitalgesellschaften – nicht möglich. Gesellschafter können natürliche und juristische Personen sowie solche (nichtrechtsfähigen) Personenzusammenschlüsse, die im Rechtsverkehr unter ihrer Firma als geschlossene Einheit auftreten, sein.

Der Gesellschaftsvertrag kann grundsätzlich formlos, also auch stillschweigend abgeschlossen werden, Er muss jedoch mindestens enthalten, dass sich die Gesellschafter zur Förderung eines gemeinsamen Zwecks zusammenschließen und dazu die vereinbarten Beträge leisten. Enthält der Gesellschaftsvertrag aber formbedürftige Leistungsversprechen (z.B. Grundstücksübereignung in das Gesellschaftsvermögen) oder Erwerbspflichten, dann bedarf der ganze Vertrag der Form (Vollständigkeitsgrundsatz).

Die Gründung einer GbR unterliegt keinem Publizitätserfordernis, insbesondere kann die GbR nicht in das Handelsregister eingetragen werden. Der Gesellschaftsvertrag muss als unabdingbares Erfordernis die Verabredung eines gemeinsamen Zwecks enthalten, auf dessen Erreichung es den Beteiligten ankommt. Zweck der GbR kann jeder erlaubte nicht kaufmännische Gesellschaftszweck sein. Dies kann z.B. sein: gemeinsame Ausführung eines freien Berufes, Betrieb eines Erwerbsgeschäfts, gemeinsame Organisation von Veranstaltungen, Spiel- und Wettgemeinschaften, Kauf- und Wohngemeinschaften, etc. Wenn der Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes in kaufmännischer Weise gerichtet ist, wird die GbR ohne weiteres Zutun der Gesellschafter automatisch zu einer offenen Handelsgesellschaft.

1) Macht keine GbR. Ihr haftet somit alle Gesamtschuldnerisch, d.h. wenn deine Freunde Mist machen und die GbR dafür in Regress genommen wird, haftet ihr alle komplett mit eurem Privatvermögen. Das ist nie sinnvoll. Eine UG ist so günstig, das lohnt sich immer.

2) Es ist in jedem Fall sinnvoll, von Anfang ein Gewerbe anzumelden und mit dem Finanzamt zu reden. Einerseits: Vorsteuerabzug, andererseits: Verlustvortrag. Wenn ihr jetzt Ausgaben habt und Verluste anhäuft, wirkt sich das steuermindernd auf spätere Jahre aus in denen ihr Gewinn macht.

cedrikneum 24.01.2017, 13:07

Aber ne UG hat doch wesentlich mehr Aufwand, ode? Letzendlich ist es ja eine kleine GmbH. Und wenn die Haftung explizit geregelt ist?

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AnnaOHa 24.01.2017, 13:16
@cedrikneum

Ja, die hat mehr Aufwand, aber nicht exorbitant mehr.

Die Haftung könnt ihr nur intern regeln, d.h. gegenüber Dritten haftest Du komplett, kannst dann aber von deinen Freunden das Geld zurückverlangen - was nicht wirklich hilft, wenn sie's nicht haben.

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DerHans 24.01.2017, 13:43

Die GbR besteht doch bereits, durch die Absichtserklärung. Bis eine andere Unternehmensform begründet wird, bleibt es sowieso bei der gesamtschuldnerischen Haftung.

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