Anleitung zur Meditation?

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3 Antworten

Ich bin Zen-Buddhist und übe seit mehreren Jahren Zazen, eine Form buddhistischer Sitzmeditation. Sie legt viel Wert auf die richtige Haltung von Körper und Geist. Das sieht dann bei mir also so aus:

Meditation

Allerdings ist Meditation nach meinem Verständnis eigentlich keine Technik um sich selbst "ruhig zu machen" und es geht auch nicht darum etwas zu erreichen. Meditation ist aus meiner Sicht ein Zustand entspannter Achtsamkeit.

Es ist weder schläfrige Trance noch anstrengende Konzentration, sondern ein ausgeglichener Zustand von Geist und Körper

Die jeweiligen Techniken sind lediglich ein Mittel um einen meditativen Bewusstseinszustand zu fördern. Meditation ist eigentlich nichts was man "macht", sondern Meditation geschieht.

Dabei geht es also nicht um übernatürliche Kräfte, Astralreisen, oder dergleichen, sondern lediglich darum, ganz bewusst im Moment zu sein, ohne sich von Gedanken und Bewertungen ablenken zu lassen. Man lässt sie einfach vorbeiziehen.

Zazen

Zazen sollte man meiner Meinung nach unter Aufsicht in einer Gruppe erlernen. So hat man nicht nur einen Ansprechpartner, sondern diese Vorgehensweise verhindert auch, dass man sich Haltungsfehler angewöhnt.

Wenn man sich eine gute Haltung angeeignet hat, kann man Zazen durchaus auch alleine üben.

Einführungen werden von vielen Zen-Dojo angeboten. Meistens ist eine solche Probestunde kostenlos, oder gegen einen kleinen Gelbetrag von etwa fünf Euro möglich.

Vipassana

Vipassana ist eine andere Form buddhistischer Meditation und meiner Meinung nach für Anfänger besser geeignet. Es handelt sich um eine Form der Achtsamkeitsmeditation.

Das hier ist ein 15 Minuten umfassendes Übungsvideo, mit dem man auch als Anfänger seine ersten Erfahrungen machen kann.

Wie gesagt denke ich, dass Vipassana für Meditations-Einsteiger besser geeignet ist, als Zazen ohne Lehrer. 

Wer Zazen dann doch mal ausprobieren will, kann das, wie oben erklärt, bei einer kostenlose Probestunde tun.

Solltest du noch Fragen haben, helfe ich gerne weiter.

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Kommentar von Enzylexikon
18.04.2016, 14:46

Ich habe eben nochmal nachgeschlagen und eine schöne Beschreibung für Zazen gefunden:

"Das Nur-Sitzen wie es von Meister Dogen gelehrt wurde, ist eine einzigartige Praxis - auch verglichen mit der Meditationspraxis in den verschiedenen Traditionen des Buddhismus.

Wenn wir das Nur-Sitzen praktizieren, dann machen wir nichts anderes, als mit dem ganzen Körper und Geist zu sitzen. Wir machen überhaupt nichts mit dem Geist, so dass es nicht einmal eine Meditationspraxis ist.

Während des Zazen arbeiten wir nicht mit einem Mantra, oder denken über irgendwelche Dinge nach. Wir zählen, oder beobachten den Atem nicht. Wir versuchen nicht, den Geist auf irgendetwas zu konzentrieren, oder andere Meditationstechniken anzuweden.

Wir sitzen wirklich nur mit ganzem Körper und Geist.

Mit leicht geöffneten Augen sitzen wir in einer aufrechten Haltung und atmen ruhig und geschmeidig durch die Nase aus dem Bauch heraus.

Wenn wir in dieser Haltung sitzen dann sind wir zwar still - doch die lebenswichtigen Organe tun weiter ihren Dienst. Das Herz schlägt und der Magen verdaut.

Während unseres Zazen arbeiten alle unsere Organe weiter und es gibt keinen Grund, weshalb unser Gehirn aufhören sollte zu arbeiten, während wir sitzen.

Genau wie es die Aufgabe der Schilddrüse ist, Hormone abzusondern, ist es die Aufgabe des Gehirns, Gedanken abzusondern. So steigen in jedem Moment Gedanken auf.

Unsere Praxis des Zazen besteht darin, nichts mit diesen Gedanken zu machen. Wir lassen einfach alles frei heraufkommen und wir lassen alles frei wieder gehen.

Wir greifen nicht nach etwas, wir kontrollieren nichts. Wir sitzen einfach"

(Shohaku Okumura)

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Kommentar von Enzylexikon
18.04.2016, 22:25

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Hallo Rim,

es gibt viele unterschiedliche Arten der Meditation. Du hast mit der Antwort von Enzylexikon ja schon zwei Arten bestens vorgestellt bekommen.

Ich ergänze daher nur um Meditationen z. B. aus dem Buddhismus, wobei ich da schon einschränkend sagen muss, es gibt nicht 'den' Buddhismus, sondern die Lehre Buddhas, die sich in verschiedene Richtungen entwickelt hat.

Achtsamkeitsmeditation, Lichtmeditation, Metta-Meditation sind einige, die mir sehr gut gefallen.

LG

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Kommentar von Rim1988
18.04.2016, 00:48

Ich wollte dich Fragen, ob du mir den Ablauf einer Achtsamkeitsmeditation schildern könntest. Also ich meine jetzt keine, die du beim Essen oder so machst. Sondern ich setze mich z. B. in der Früh für 15 bis 20 Minuten hin und versuche mich nur auf das Schwarze vor meinen Augen zu konzentrieren und vor allem darauf nicht zu denken, sprich in dieser Zeit keine Gedanken im Kopf zu haben. Oder kannst du mir was anderes in puncto Ablauf empfehlen?

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