Anhaltende Unzufriedenheit/Traurigkeit?

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2 Antworten

Vermutlich hat Dich der Blockunterricht gedanklich in die alte Schulzeit zurückversetzt. Eine Zeit in der man noch keine große Verantwortung für sein Leben hat und die Zukunft auf sich zukommen lassen konnte. In der Gemeinschaft dort lernt man sich schnell kennen und verbingt die Freizeit in der Gruppe. Keiner hat andere Termine, muss auf Freundinnen oder Familie Rücksicht nehmen und kann die Freiräume geniessen.

Etwas ähnliches empfinden auch Bundeswehrsoldaten, die sich oft nach Ende ihrer Dienstzeit immer wieder an die alte Gemeinschaft / Kameradschaft zurückerinnern.

Dieses Gemeinschaftsgefühl ist Dir bei Deinen alten Freunden aufgrund ihrer Neuorientierung abhanden gekommen und Du hast es während des Blockunterrichts genossen, dass Du endlich wieder eine Situation wie früher hattest, wenn auch mit anderen Menschen.

Natürlich hast Du die Option einfach hinzuwerfen, aber Du wirst es vermutlich später einmal bereuen. Die Kleinanzeigenmärkte sind voll mit Stellengesuchen von Menschen über 25 ohne Ausbildung, die vorher den Anschluss an den Arbeits-/Ausbildungsmarkt verloren haben, weil sie erstmal leben (und feiern) wollten. Irgendwann hatten sie dann die Phase hinter sich, waren dann aber "zu alt" für die Arbeitgeber/Ausbildungsbetriebe. Das Ende vom Lied sind Mini-Job- und Zeitarbeitskarrieren, die wegen der fehlenden Ausbildung oft nicht in einen gut bezahlten, unbefristetetn Vollzeitjob gelangen können und am Existenzminimum leben müssen.

Eine Idee wäre vielleicht ein Studium. Falls Du kein Abi oder Fachabi hast, könntest Du es nachholen. Auf diesem Wege hättest Du eines Tages eine gute Ausbildung, würdest aber noch einige Jahre im Schul- und Uni-Rhythmus verbringen, was Dir etwas mehr Freiheiten, als in der Ausbildung/Arbeit bringen würde.

In einigen Jahren ändert sich dann vielleicht Dein Wunsch nach dieser Ungezwungenheit und Du bist froh, wenn Du etwas in der Hand hast, dass Dir ein relativ zufriedenes Leben ermöglichen kann (Uni-Abschluss).

Aber: Manchmal vergehen solche Gedankengänge, wie Du sie gerade erlebst (z.B. aus Bequemlichkeit) und die Menschen ziehen ihren einmal eingeschlagenen Weg doch noch durch. Man erkennt dann erst sehr viel später, ob es richtig war oder ob man sich mit einer ungewollten Ausbildung zu etwas gezwungen hat, das einen das ganze restliche Leben begleitet und seelisch aufreibt.

Denke in Ruhe darüber nach. Sprich vielleicht mit nahestehenden Personen, falls Du Dich damit jemandem anvertrauen kannst.

Alles Gute für Dich ;-)


So ist nunmal das Leben eines Lehrlings. Heutzutage will kaum Einer noch Lehrling sein oder werden. Die bekommen die anstrengendsten und schwierigsten Arbeiten, wofür sich die Vorarbeiter zu fein sind.

Kenne ich aus eigener Erfahrung. Aber versuche durchzuhalten, und nach erfolgreichem Lehrabschluss wechsle dann in einen Beruf, der dir mehr zusagt.

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